De-Mail gegen E-Postbrief

Post will E-Government-Gesetz stoppen

Die Deutsche Post will ein Gesetz stoppen, das die Verwaltungen von Bund, Ländern und Kommunen an die digitale Welt anschließen soll. Das Gesetz sieht unter anderem vor, dass Bürger ihre Verwaltungen künftig mit einer sicheren Alternative zu E-Mails erreichen sollen.

27.05.2013, 10:00 Uhr
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Berlin (AFP/red) - Der Konzern schrieb dazu einen Brief an die Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer, wie ein Unternehmenssprecher am Freitag bestätigte. Die Post will die Länderchefs damit davon überzeugen, dem Gesetz zur Förderung der elektronischen Verwaltung im Bundesrat am kommenden Freitag nicht zuzustimmen.

Behörden sollen De-Mail annehmen

Verpflichtend vorgesehen ist darin, dass die Behörden die vom Staat zusammen mit Unternehmen entwickelte De-Mail akzeptieren. Dieser Dienst soll den sicheren Versand von Briefen und Dokumenten über das Internet ermöglichen. Die Standards dafür sind gesetzlich festgelegt. Angeboten wird die De-Mail von vier Unternehmen, darunter die Deutsche Telekom (www.telekom.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) und der Internetanbieter 1&1 (www.1und1.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) mit seinen Marken GMX und web.de.

E-Postbrief kann, muss aber nicht akzeptiert werden

Die Deutsche Post hingegen entwickelt schon seit Jahren ein Konkurrenzprodukt: den E-Postbrief. Dieser soll deutlich mehr Funktionen bieten als die De-Mail. Nun fürchtet der Konzern aber, der E-Postbrief könnte ins Hintertreffen geraten, denn das Gesetz zur elektronischen Verwaltung sieht zwar vor, dass neben der De-Mail auch andere Verfahren zum Einsatz kommen können - eine Pflicht ist allerdings nicht vorgesehen. Dann wären die 500 Millionen Euro, die der Konzern in die Entwicklung des E-Postbriefes gesteckt hat, verloren.

Die Post - noch immer zu 22 Prozent in der Hand des Staates - fordere, das Gesetz zur elektronischen Verwaltung müsse "diskriminierungsfrei und produktneutral" sein, sagte der Konzernsprecher. Weil das Unternehmen das nicht gewährleistet sieht, reichte es im April auch bereits eine Beschwerde bei der Europäischen Kommission ein: Das Gesetz bevorzuge die staatliche organisierte De-Mail, kritisiert der Konzern darin.

Ursprünglich hatte die Post angekündigt, selbst ein De-Mail-Angebot parallel zum E-Postbrief starten zu wollen, um "Rücksicht auf bestimmte Kundengruppen" zu nehmen, die darauf angewiesen seien. Mittlerweile liegt das Vorhaben aber auf Eis - wegen eines Streites um die genauen Bedingungen zur Identifizierung der De-Mail-Postfach-Inhaber.

Sicherheitsexperten sind skeptisch

Experten für Internetsicherheit zweifeln derweil seit langem beide Systeme an, die De-Mail und den E-Postbrief. Beide Systeme bieten ihrer Meinung nach nicht eine umfassende Sicherheit. Verbraucherschützer bezweifeln derweil den Sinn der elektronischen Briefe, die im Gegensatz zur E-Mail nicht kostenlos sind. Einen Mehrwert würden sie demnach allerdings schon bieten, wenn Verwaltungen dazu verpflichtet würden, die E-Briefe als Alternative zu klassischen Schreiben zu akzeptieren.

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