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Rundfunkbeitrag könnte 2021 auf 18,36 Euro steigen

Der Rundfunkbeitrag könnte ab 2021 um 86 Cent steigen. Dann würden monatlich 18,36 Euro pro Haushalt für die Finanzierung von ARD, ZDF und Deutschlandradio anfallen. Diese müssten trotzdem zusätzlich sparen.

Jörg Schamberg, 20.02.2020, 15:40 Uhr
Rundfunkgebühren© DOC RABE Media / Fotolia.com

Das dürfte viele Verbraucher nicht freuen: Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hat in ihrem 22. Bericht für die Jahre 2021 bis 2024 einen ungedeckten Finanzbedarf der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD, ZDF und Deutschlandradio in Höhe von über 1,5 Milliarden Euro festgestellt. Die KEF empfiehlt daher ab Januar 2021 eine Anhebung des Rundfunkbeitrag um 86 Cent auf monatlich 18,36 Euro. Das letzte Wort haben aber die Ministerpräsidenten der Länder, die eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags genehmigen müssen.

KEF verringert Finanzbedarf von ARD, ZDF und Deutschlandradio

Die öffentlich-rechtlichen Sender haben für den Zeitraum von 2021 bis 2024 sogar einen ungedeckten Finanzbedarf von über 3 Milliarden Euro angemeldet. In diesem Fall müsste der Rundfunkbeitrag monatlich 19,24 Euro betragen. Die KEF habe den Antrag der Sender jedoch hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit geprüft. Dabei wurde der Finanzbedarf um über 1,5 Milliarden verringert. Möglich sei dies durch Aufwandsreduzierungen (719,6 Millionen Euro), Ertragszuschätzungen (583,3 Millionen Euro) und Korrekturen bei den anrechenbaren Eigenmitteln (207,1 Millionen Euro).

Für die Jahre von 2021 bis 2024 habe die Kommission die beantragten Gesamtaufwendungen von 38,686 Milliarden Euro anerkannt. Die Gesamterträge würden bei 35,650 Milliarden Euro liegen. Dabei würden auf die ARD Erträge von 25,435 Milliarden Euro, auf das ZDF 9,260 Milliarden Euro und auf das Deutschlandradio 955,7 Millionen Euro entfallen.

ARD erhält größten Teil des höheren Rundfunkbeitrags

Die von der Kommission anerkannten Gesamtaufwendungen für die Jahre ab 2021 liege rund 1,8 Milliarden Euro über dem jetzt angemeldeten Betrag von 2017 bis 2020. Dieser Betrag, ein Anstieg von insgesamt 4,8 Prozent, stehe den Sendeanstalten zusätzlich zur Verfügung. Nach Abzug der verfügbaren Mittel von 1,492 Milliarden Euro liege der ungedeckte Finanzbedarf bei insgesamt 1,525 Milliarden Euro. Der Fehlbetrag bei der ARD liege bei 858 Millionen Euro, beim ZDF sind es 600,8 Millionen Euro und beim Deutschlandradio 66,5 Millionen Euro.

Unter dem Strich kommt die Kommission damit auf eine Beitragserhöhung um 86 Cent. Von dieser Erhöhung würde 47 Cent auf die ARD, 33 Cent auf das ZDF sowie 4 Cent auf das Deutschlandradio entfallen. 2 Cent schließlich komme auf den Anteil der Landesmedienanstalten. Nach Angaben der Kommission sei eine neue prozentuale Aufteilung der Anteile von ARD, ZDF und Deutschlandradio am Rundfunkbeitragsaufkommen erforderlich.

ARD will auch bei steigendem Rundfunkbeitrag sparen und Prioritäten setzen

Die ARD meldete sich am Donnerstag bereits mit einer Stellungnahme. Komme es zu einer Erhöhung des Rundfunkbeitrags, so sei dies die erste seit zwölf Jahren. Die ARD müsse dennoch weitere Einsparungen vornehmen. "Auch bei einem Rundfunkbeitrag von 18,36 Euro werden wir weiter äußerst diszipliniert wirtschaften müssen. Dieser Aufgabe sind wir uns bewusst, und dieser Aufgabe werden wir uns stellen.", so der ARD-Vorsitzende Tom Buhrow. "Wir müssen Prioritäten setzen und werden so weiterhin das bestmögliche Programm für die Menschen, die uns Monat für Monat bezahlen, anbieten. Gerade jetzt in Zeiten von Polarisierung, Fake News und mangelndem Respekt im Alltag." Der viele Jahre stabil gebliebene Rundfunkbeitrag sei auch den Ausgabenkürzungen der ARD und Strukturreformen zu verdanken. "Wir haben Organisationsstrukturen angepasst, Produktionsabläufe optimiert und Personal abgebaut", so Tom Buhrow. "Sonst wäre das nicht zu leisten gewesen."

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