Energieverbrauch

So viel trägt die Internetnutzung zum CO2-Anstieg bei

Wer denkt beim Schreiben einer E-Mail oder beim Streamen eines Films daran, dass durch den Stromverbrauch auch CO2 produziert wird? Jeder einzelne Internetnutzer kann zum Senken des Energieverbrauchs beitragen.

Cloud-ComputingViele Daten sind in der Cloud auf zahlreichen Servern gespeichert, die alle Strom benötigen und permanent laufen.© Nmedia / Fotolia.com

Klimaschutz ist derzeit allgegenwärtig. Das EU-Parlament hat in dieser Woche beispielsweise den "Klimanotstand" ausgerufen. Auto- und Flugverkehr sind wegen der Produktion von CO2 in die die Kritik geraten. Doch dass die Internetnutzung ebenfalls einen großen Anteil am CO2-Anstieg hat, ist eher weniger bekannt. Laut einem ZDF-Bericht sorgt etwa die Versendung von E-Mails für einen enormen Stromverbrauch. Die Internetnutzung in Deutschland würde jedes Jahr so viel CO2 produzieren wie der gesamte Flugverkehr.

1 Gramm CO2 pro E-Mail

Der Bericht stützt sich auf eine Studie von Experten des Berliner Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit. "Wir schreiben in Deutschland rund eine Milliarde E-Mails pro Tag. Dabei fallen 1.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid an, ein Gramm pro E-Mail. Eine Stunde Video-Streaming produziert so viel CO2 wie ein Kilometer Autofahren", so der an dem Institut tätige Energieforscher Ralph Hintemann. Das schädliche Klimagas würde auch bei Nutzung der Google-Suchmaschine entstehen: Jede Anfrage würde etwa 0,2 Gramm CO2 produzieren. Jeden Tag werde 3,45 Milliarden Mal gegoogelt, somit komme täglich eine große Menge an CO2 zusammen.

Server müssen gekühlt werden und verbrauchen Strom

Die Nutzung digitaler Lösungen wie E-Paper und E-Mail als Alternative zu Zeitung und Brief schone zwar Papier. Die Digitalisierung sei aber nicht umweltschonender. Daten wie Nachrichten, Fotos und Videos würden in einer Cloud gespeichert. Weltweit seien Milliarden permanent laufender Server in großen Rechenzentren in Betrieb. Die Server müssen wegen der Wärmeentwicklung nicht nur gekühlt werden, sie verbrauchen auch viel Strom. Rund um den Globus würden IT-Geräte und Anwendungen 800 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr produzieren. Das sei in etwa so viel die die gesamten Treibhausgas-Emissionen in Deutschland. Die Rechenzentren in der Bundesrepublik brauchen laut den Experten des Borderstep-Instituts 14 Milliarden Kilowattstunden. Das sei ein um 40 Prozent höherer Energieverbrauch als noch 2010.

So können Internetnutzer Energie sparen

Jeder einzelne Internetnutzer könne aber dazu beitragen, Energie zu sparen und somit weniger CO2 entstehen zu lassen. Steffen Holzmann, IT-Experte bei der oft in der Kritik stehenden Deutschen Umwelthilfe, rät zum Löschen alter E-Mails und zur Abmeldung von nicht mehr benötigten E-Mails. Fotos und Videos sollen statt in der Cloud klassisch auf CDs, DVDs oder auf externen Festplatten gespeichert werden. Das brauche wenig oder keine Energie, wenn kein Zugriff auf die Dateien erfolge.

Durch die Duplizierung von zunächst kleinen Daten wie einem 5 MB großem Bild vom Betriebsausflug, das in diversen Postfächern von etlichen Kollegen gespeichert und per WhatsApp weiter geteilt werde, könnten dann vielleicht bis zu 1 GB an Daten anfallen, die auf Servern bereitgehalten werden müssen. Nutzer sollten Daten daher nicht mehr an so vielen Stellen verteilen, um Energie und CO2 einzusparen.

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