"Letzte Meile"

Telekom darf von Konkurrenten teilweise mehr Geld nehmen

Für die Überlassung von Leitungen zum Endkunden, die so genannte "letzte Meile", darf die Telekom in manchen Fällen bald mehr Geld von ihren Wettbewerbern verlangen. Für Telefonkunden könnte das bedeuten, dass die Preise steigen. Die EU muss aber noch zustimmen.

Telekom Glasfaser© zentilia / Fotolia.com

Bonn (dapd/red) - Die Telekom (www.telekom.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) wird ab dem Sommer voraussichtlich von den Wettbewerbern in den meisten Fällen höhere Preise für die Überlassung der "letzten Meile" zum Endkunden verlangen können. Erstmals seit der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes beabsichtigt die Bundesnetzagentur, höhere Durchleitungsgebühren zu genehmigen, wie ein Behördensprecher der Nachrichtenagentur dapd am Donnerstag sagte. Für die Verbraucher könnte dies allerdings höhere Preise zur Folge haben.

Wo der Unterschied gemacht wird

Mit einer neuen Preisstruktur will die Wettbewerbsbehörde den Breitbandausbau in Deutschland vorantreiben. Telekom-Konkurrenten sollen dem ehemaligen Staatskonzern demnach künftig mehr Geld zahlen müssen, wenn sie die Telekom-Infrastruktur bereits ab dem Hauptverteiler nutzen. Dagegen sollen die Kosten sinken, wenn sie die eigenen Glasfaserkabel bis zu den grauen Verteilerkästen der Telekom am Straßenrand - den sogenannten Kabelverzweigern - ausbauen.

In der Praxis werden sich damit in den allermeisten Fällen die Preise für die Überlassung der letzten Meile allerdings zunächst erhöhen. Laut Telekom nutzen Wettbewerber in rund 9,6 Millionen Fällen Leitungen ab dem Hauptverteiler. Die Zahl der Leitungen, die erst ab dem Verteilerkasten angemietet wurden und damit von Preissenkungen profitieren, ist dagegen mit 140.000 vergleichsweise gering.

Protest von Telekom-Konkurrenten

Gerade dies soll sich nach den Plänen der Bundesnetzagentur ändern. Durch die neuen Preise sei es "für Wettbewerber künftig attraktiver, Kabelverzweiger zu erschließen und damit den Breitbandausbau in Deutschland weiter mit voranzutreiben", sagte Netzagentur-Chef Jochen Homann.

Nach den Plänen der Behörde sollen die Kosten für die Nutzung der "letzten Meile" vom Hauptverteiler aus von 10,08 auf 10,19 Euro im Monat steigen. Die Kosten für die kürzere Variante von den Verteilerkästen aus sollen dagegen von 7,17 Euro auf 6,79 Euro monatlich sinken. Dies stelle einen "fairen Kompromiss zwischen den unterschiedlichen Interessen der Marktakteure dar", sagte Homann.

EU-Kommission muss noch zustimmen

Die Deutsche Telekom begrüßte die Entscheidung: "Es ist ein gutes und wichtiges Signal für weitere Breitbandinvestitionen", sagte ein Unternehmenssprecher. Bei den Telekom-Konkurrenten stieß die Entscheidung dagegen auf Protest. Ihr Verband VATM sprach von einem schwarzen Tag für die Telefonkunden auf dem Land und für die ambitionierten Breitband-Ziele der Bundesregierung.

Die betroffenen Unternehmen, die EU-Kommission und die nationalen Regulierungsbehörden der übrigen EU-Mitgliedsstaaten haben nun noch die Gelegenheit, zu den Plänen der Bundesnetzagentur Stellung zu nehmen. Sofern die EU-Kommission keine ernsthaften Bedenken äußere, könne die Neuregelung ab 1. Juli endgültig in Kraft treten, hieß es in Bonn.

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