MIPCOM

TV-Messe in Cannes: Jagd auf neue Serien und Filme

Auf der TV-Messe MIPCOM in Cannes läuft die Jagd nach exklusiven Filmen und Serien. Hier sind neben den klassischen TV-Anbietern immer mehr Streaming-Dienste vertreten. Auch die Telekom sucht neue, exklusive Inhalte.

TV© icarmen13/ Fotolia.com

Berlin/Cannes - Alle wollen ins TV, und das wird eng. Vor allem für die klassischen Fernsehsender wie ARD, ZDF, RTL und Sat.1. Denn noch nie gab es so viele Angebote und Anbieter für Serien, Filme sowie Shows. Und sie werden immer mehr. Das zeigt die weltgrößte TV-Messe der Welt, die MIPCOM, die an diesem Montag (16. Oktober) im südfranzösischen Cannes beginnt. Doch nicht nur die traditionellen TV-Anbieter sind auf der MIPCOM vertreten, zunehmend mischen auch andere Unternehmen den Markt auf.

Telekom auf der Suche nach exklusiven Inhalten für EntertainTV

Zum Beispiel sind auch Mitarbeiter der Deutschen Telekom (www.telekom.de) dabei. Ihr Ziel: der Einkauf von Inhalten, die exklusiv auf der eigenen Plattform "Entertain" gezeigt werden. Die Bonner sind ein weiterer Angreifer. Netflix, Amazon und Co bedrängen schon seit einigen Jahren öffentlich-rechtliche und private Sender beim Kampf um die Gunst der Zuschauer. Und dazu bieten sie ihrem Publikum die Möglichkeit, jederzeit das zu schauen, was sie gerade möchten.

Partnersuche zur Produktion eigener Inhalte

Rund 500 Einkäufer solcher Internet-Plattformen sind in diesem Jahr an der Côte d'Azur unterwegs. Und sie kaufen nicht nur ein, sondern suchen internationale Partner, um selbst eigene Ware zu produzieren. "Das Interesse an unseren Veranstaltungen ist größer denn je, genauso wie das globale Wettrennen um internationale Verbindungen und Allianzen. Das hat mit dem verstärkten Aufkommen von hochwertig hergestellten Serien zu tun, um die alle im Wettbewerb stehen", sagte Messechefin Laurine Garaude der Deutschen Presse-Agentur.

"Babylon Berlin": Teuerste deutsche Produktion nur mit mehreren Partnern finanzierbar

Auch ganz neue "Allianzen" entstehen. So wie bei der bisher teuersten deutschen Serie aller Zeiten, "Babylon Berlin", die in Südfrankreich einem großen internationalen Publikum vorgestellt wird: Um die Finanzierung von rund 40 Millionen Euro zu stemmen, haben nicht nur der Pay-TV-Anbieter Sky, die ARD und verschiedene Fördereinrichtungen, darunter die Film und Medienstiftung NRW, das Mammut Projekt finanziert. Auch Netflix trägt zum wirtschaftliche Erfolg bei, indem es die Rechte für den US-Markt erworben hat.

Telekom will dreistelligen Millionenbetrag in Programm investieren

Für die Deutsche Telekom hat der Einstieg gerade erste begonnen. Einen "niedrigen" dreistelligen Millionenbetrag wollen sie in ihr Programmaktivitäten investieren. "Die nächsten logischen Schritte sind für uns auch Eigen- oder Koproduktionen", sagte Telekom-Sprecher Malte Reinhardt. Im Frühjahr 2018 beispielsweise beginnen die Dreharbeiten zur deutsch-französischen Serie "Germanized" mit Christoph Maria Herbst in der Hauptrolle. Koproduzent: die Telekom.

"Programm-Marken sind das, was zählt", fasste René Jamm, Chef der Deutschland-Filiale des US-Unternehmens Warner Bros. TV, die Lage zusammen. Für ihn sind es gute Zeiten, denn sein Produktionsunternehmen ("Friesland", "Der Bachelor" "Wilsberg", "Marie Brand") ist inzwischen sowohl für klassische TV-Sender als auch für Internetportale ein gefragter Ansprechpartner - auch auf der MIPCOM in Cannes.

Die Messe zeigt, was schon bald in Millionen Wohnzimmern über die Bildschirme flimmert. Die Veranstalter erwarten 14.000 Verantwortliche von Sendern, Produktionsfirmen, Programmvertrieben, Internetplattformen und Medienkonzernen aus aller Welt. Sie alle werden die Strandpromenade Croisette und das Palais des Festivals in Cannes bevölkern, um hier geeignete Programme zu suchen und zu finden.

Quelle: DPA

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