Quartalszahlen

United Internet steigert Zahl der DSL- und Mobilfunkkunden weiter

Im zweiten Quartal konnte 1&1-Mutter United Internet rund 40.000 neue DSL-Komplettpakete vermarkten. Auch mit mobilem Internet gewann der Konzern viele neue Kunden hinzu. Es gibt allerdings auch Schattenseiten für das Unternehmen.

United Internet© United Internet AG

Montabaur - United Internet rechnet wegen der Zusammenlegung seines Geschäfts mit gesponserten Online-Links mit Axel Springer im Gesamtjahr mit weniger Umsatzwachstum. In diesem Jahr werde das Plus beim Erlös nun mit 5 bis 6 Prozent angepeilt statt wie bisher mit 7 Prozent, teilte das TecDax-Schwergewicht am Donnerstag in Montabaur mit. Zudem fielen die Zahlen des Internetdienstleisters etwas schwächer aus als gedacht. Die nach der Ankündigung der Drillisch-Übernahme stark gestiegene Aktie gab vorbörslich auf der Handelsplattform Tradegate um knapp drei Prozent nach.

United Internet und Springer bündeln Geschäft mit Affiliate-Marketing

Anfang des Monats hatten der Medienkonzern Springer ("Bild", "Welt") und das Unternehmen von Ralph Dommermuth angekündigt, ihre Geschäfte zur Werbevermittlung im sogenannten Affiliate-Marketing zu bündeln. Tonangebend wird dabei Springer sein, United Internet soll 20 Prozent der Anteile am gemeinsamen Geschäft bekommen. Den entsprechenden Bereich führt United Internet nun nicht mehr in den eigenen Umsätzen und Ergebnissen auf, sondern als nicht fortgeführtes Geschäft.

40.000 neue DSL-Komplettpakete - 150.000 Neuverträge für mobiles Internet

Der Ausblick für das Ergebniswachstum von 12 Prozent (Ebitda) bleibt derweil unverändert, ebenso der Ausblick für das Wachstum der Vertragskunden. Im zweiten Quartal steigerte das Unternehmen (1&1, GMX, Web.de) die Zahl der Verträge um 210.000. Konkret konnte United Internet im Zeitraum von Anfang April bis Ende Juni 2017 rund 40.000 neue DSL-Komplettpakete vermarkten. Die Zahl der DSL- und VDSL-Kunden kletterte zum Ende des zweiten Quartals auf 4,31 Millionen. Im ersten Quartal waren lediglich 10.000 DSL-Verträge neu hinzugekommen. 150.000 neue Verträge generierte das Unternehmen für Nutzer von mobilem Internet innerhalb von drei Monaten. Ende Juni zählte United Internet bei Marken wie 1&1 insgesamt 4,57 Millionen Verträge für mobiles Internet. Unter dem Strich verzeichnete der Konzern aus Montabaur 9,02 Millionen Access-Verträge.

Weniger Kunden nutzen kostenlose Mail-Accounts

Im Bereich Consumer Applications, zu denen etwa die E-Mail-Dienste von GMX und Web.de zählen, gab es dagegen einen Rückgang um 250.000 auf insgesamt 36,53 Millionen. Die Zahl der kostenlosen Free-Accounts sank um 270.000 auf 34,29 Millionen. Die kostenpflichtigen Premium-Accounts konnten aber um 10.000 auf 1,72 Millionen gesteigert werden. Im Geschäftsbereich Business Applications, der auch das Webhosting-Geschäft beinhaltet, erhöhte sich die Zahl der Kundenverträge um 1,91 Millionen auf 7,98 Millionen. Grund ist unter anderem die erstmalige Berücksichtigung von 1,87 Millionen Strato-Kundenverträgen zum 1. April 2017. Die Gesamtzahl der kostenpflichtigen Kundenverträge erreichte dadurch Ende Juni 19,24 Millionen - ein Plus von 2,08 Millionen gegenüber dem ersten Quartal 2017.

Übernahme von Drillisch soll bis Ende 2017 abgeschlossen sein

Großaktionär, Unternehmensgründer und Vorstandschef Ralph Dommermuth hat seiner Vertriebsmannschaft ohne Zukäufe rund 800.000 zusätzliche Kundenverträge als Ziel für das Jahr mitgegeben. Oft hatte der mit 40 Prozent größte United-Internet-Aktionär zur Jahresmitte die Ziele hochgeschraubt. Doch derzeit befindet sich der Konzern in der Übernahme des Mobilfunkanbieters Drillisch, unter dessen Dach die Telekommunikationssparten der Unternehmen gebündelt werden sollen. Die Drillisch-Aktionäre haben der dafür nötigen Kapitalerhöhung bereits zugestimmt, bis Ende des Jahres soll der Deal durch sein. Zudem kamen im zweiten Quartal aus der Übernahme des Webhosters Strato fast 1,9 Millionen Verträge dazu.

Quartalsumsatz klettert auf rund 1 Milliarde Euro

Im zweiten Quartal steigerte das Unternehmen den Umsatz um 5,7 Prozent auf gut 1 Milliarde Euro, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen kletterte um 10,3 Prozent auf 216,9 Millionen Euro. Das war jeweils etwas weniger als von Analysten zuvor gedacht. Schwach zeigte sich erneut das Geschäft mit der Platzierung von Online-Werbung auf den eigenen Internetportalen. Im zweiten Halbjahr soll es aber wieder aufwärts gehen. Zudem belastete in der Sparte mit Webanwendungen das schwache britische Pfund. United Internet ist Europas größer Webhoster mit Speicherplatz für Internetseiten.

Unter dem Strich stieg der auf die Aktionäre entfallende Gewinn sprunghaft von 4,5 Millionen vor einem Jahr auf nun 84,1 Millionen Euro an. Im vergangenen Jahr hatten Wertabschreibungen auf die Anteile am Start-up-Brutkasten Rocket Internet die Zahlen stark belastet.

Quelle: DPA

Top