TK-Marktstudie

VATM: Zahl der Breitbandanschlüsse steigt 2018 auf 34,3 Millionen

Die Bundesbürger nutzen 2018 verstärkt schnellere Festnetz-Internetanschlüsse und verbrauchen im Schnitt 90 GB an Daten pro Monat. Die Zahl der genutzten echten Glasfaseranschlüsse knackt erstmals die Marke von einer Million. Dies geht aus der TK-Marktstudie 2018 des Branchenverbandes VATM hervor.

Glasfaser-Anschluss© Silvano Rebai / Fotolia.com

Berlin – Meilenstein für den Glasfaserausbau in Deutschland: Erstmals haben über eine Million Kunden echte Glasfaseranschlüsse (FTTB/H) gebucht. Die Zahl der insgesamt verfügbaren FTTB/H-Anschlüsse in Deutschland klettert 2018 um 520.000 auf rund 3,4 Millionen. 90 Prozent der Ende 2018 genutzten Glasfaseranschlüsse werden von den Wettbewerbern der Telekom bereitgestellt. Das sind einige Ergebnisse der 20. gemeinsamen TK-Marktstudie von VATM und Dialog Consult, die am Dienstag in Berlin von dem Glasfaserverband sowie dem TK-Experten Prof. Dr. Torsten J. Gerpott (Dialog Consult) vorgestellt wurde.

Zahl der Festnetz-Breitbandanschlüsse steigt auf 34,3 Millionen

Bis Ende 2018 soll die Zahl der Festnetz-Breitbandanschlüsse um rund 1,1 Million auf 34,3 Millionen steigen (+ 3,3 Prozent). Davon entfallen 25,2 Millionen auf DSL/VDSL-Anschlüsse, 8,1 Millionen auf Breitband-Kabel sowie eine Million auf FTTB/H. Zugleich ist Highspeed-Internet stark gefragt. Laut Schätzung der TK-Marktstudie bieten zum Jahresende rund 11,4 Millionen (33,2 Prozent) der nachgefragten Festnetzanschlüsse Download-Bandbreiten von mindestens 50 Mbit/s. Einen leichten Anstieg auf 11,7 Millionen (34,2 Prozent) erwarten die Experten für Anschlüsse von 16 Mbit/s bis unter 50 Mbit/s. Anschlüsse mit weniger als 16 Mbit/s sind dagegen rückläufig. Noch 7,9 Millionen Anschlüsse (23 Prozent) sollen Surfgeschwindigkeiten von 6 Mbit/s bis unter 16 Mbit/s bieten. Mit weniger als 6 Mbit/s warten noch 3,3 Millionen Anschlüsse (9,6 Prozent) auf.

Telekom bleibt der größte Anbieter von Breitbandanschlüssen

Bei Breitband-Festnetzanschlüssen fanden sich zum Stand Ende Juni 2018 83 Prozent der Endkunden bei lediglich vier Anbietern. Die Deutsche Telekom zählte zu dem Zeitpunkt 13,4 Millionen (39,7 Prozent) der 33,7 Millionen Breitbandkunden. Auf Vodafone entfielen 6,7 Millionen Breitbandkunden (19,9 Prozent), auf 1&1 4,4 Millionen (13,1 Prozent) sowie auf Unitymedia 3,5 Millionen (10,4 Prozent). Bereits abgeschlagen mit 2 Millionen Breitbandkunden (5,9 Prozent) liegt Telefónica Deutschland auf Platz 5. Die regionalen Provider EWE, Tele Columbus, M-net und NetCologne verzeichnen lediglich zwischen 0,4 und 0,6 Millionen Breitbandkunden und damit jeweils einen Anteil von weniger als 2 Prozent.

Monatlicher Datenverbrauch pro Festnetzanschluss steigt im Schnitt auf 90 GB

Nicht nur die Bandbreite der Internetanschlüsse nimmt zu, auch der Datenverbrauch steige weiter an. Im Festnetz übertragen Nutzer 2018 geschätzt rund 36,5 Milliarden Gigabyte – eine Zunahme um 12,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das durchschnittlich verbrauchte Datenvolumen pro Monat und Anschluss wächst um 8,2 Prozent auf 90 GB. Zum Vergleich: Über mobile Anschlüsse werden laut der Studie in diesem Jahr 2,5 Milliarden Gigabyte in Mobilfunknetzen übertragen. Das ist ein Anstieg um 86 Prozent gegenüber 2017. Der durchschnittliche mobile Datenverbrauch im Monat steigt auf 1,6 GB.

Bedeutung von Telefonie nimmt weiter ab

Während Surfen per Festnetz und mobilem Internet boomt, telefonieren die Bundesbürger immer weniger. Die Zahl der Gesprächsminuten insgesamt sinkt 2018 um 13 Millionen Minuten pro Tag auf noch 896 Millionen Minuten täglich. Im Festnetz werden bis zum Jahresende 325 Millionen Gesprächsminuten pro Tag erwartet, im Mobilfunknetz noch 306 Millionen tägliche Gesprächsminuten. An Bedeutung gewinnen Software-basierte Telefonie-Anwendungen wie Skype, WhatsApp & Co., die bereits auf 265 Millionen Minuten täglich kommen.

VATM drängt auf klare Spielregeln für Gigabit-Ausbau

Für den weiteren Gigabit-Ausbau forderte VATM-Präsident Martin Witt dringend Klarheit. "Wir brauchen neue, einfache und klare Spielregeln für alle", so Witt. Der diskriminierungsfreie Netzzugang (Open Access) müsse sinnvoll gestaltet werden. Die Bundesnetzagentur müsse weiterhin als Schiedsrichter eingreifen können, wenn Open-Access-Verhandlungen scheitern oder es ein nicht marktkonformes Verhalten gebe. Zugleich drängte der VATM-Präsident auf eine Überarbeitung des 5G-Versteigerungsverfahrens bis November. "Hier müssen wir eine starke Infrastruktur mit starkem Wettbewerb schaffen", sagte Witt. 2019 müsse das Jahr der guten Ideen werden.

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