Studie der Netzagentur

Viele Surfer bekommen zu wenig Bandbreite

Die Bundesnetzagentur hat die Ergebnisse einer Studie zur Messung der tatsächlichen Geschwindigkeit von Breitbandanschlüssen veröffentlicht. Nicht nur wird die gebuchte Geschwindigkeit oft nicht erreicht, auch beim Anbieterwechsel läuft noch nicht alles reibungslos.

12.04.2013, 09:24 Uhr
Laptop© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Bonn (red) - Die Messstudie bestätigt laut Bundesnetzagentur die Vielzahl der Kundenbeschwerden über Abweichungen zwischen der vertraglich vereinbarten "bis zu"-Bandbreite und der tatsächlichen Bandbreite. Über alle Technologien, Produkte und Anbieter hinweg hätten die teilnehmenden Nutzer oft nicht die Bandbreite gemessen, die ihnen als maximal mögliche Bandbreite von ihrem Anbieter in Aussicht gestellt wurde.

Netzagentur fordert konkrete Angaben zur Bandbreite

Parallel hierzu hat die Bundesnetzagentur die Standardverträge der Anbieter untersucht. Dabei hat sich gezeigt, dass fast alle Anbieter gegenüber den Kunden flexible Angaben zur verfügbaren Bandbreite machen. "Der Kunde weiß so nur vage, mit welcher Leistung er konkret rechnen kann. Auch nach Vertragsabschluss und erfolgter Schaltung besteht kein überschwängliches Bemühen, dem Endkunden aktiv einen transparenten Überblick über die Leistungsfähigkeit des konkreten Anschlusses zu bieten", so Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Immer noch Probleme beim Anbieterwechsel

Neben der Transparenz sind der Regulierungsbehörde zufolge effiziente Wechselprozesse entscheidend für den Wettbewerb. Endkunden müssen auf die Angebote im Markt reagieren und dann frei den gewünschten Anbieter und das passende Produkt auswählen können. Leider gebe es trotz der neuen gesetzlichen Regelungen aktuell Probleme beim Anbieterwechsel. Die Bundesnetzagentur hat seit der Novellierung des Telekommunikationsgesetzes im vergangenen Jahr mehrere Tausend Beschwerden erhalten und wegen Verstößen gegen die gesetzlichen Regelungen gegen mehrere Anbieter Bußgeldverfahren eingeleitet.

Längere Unterbrechungen des Anschlusses

"Der Gesetzgeber wollte mit den Neuregelungen den Endkunden vor langwierigen Ausfällen beim Anbieterwechsel schützen. Seit Dezember des vergangenen Jahres muss der abgebende Anbieter im Falle eines Scheiterns des Wechselprozesses die Versorgung wieder aufnehmen. Die Unterbrechung darf zudem nicht länger als einen Kalendertag andauern", erläuterte Homann. Die Beschwerdezahlen zeigten, dass es in der Praxis bei einem Anbieterwechsel allerdings nach wie vor zu länger dauernden Unterbrechungen des Telefon- und Internetanschlusses kommen kann.

Zum Seitenanfang
Der BT-Navigator
Quicklinks