Fokus auf Gruppenkommunikation

VZ statt studiVZ und meinVZ: Neues Netzwerk gestartet

An die Stelle der deutschen sozialen Netzwerke studiVZ und meinVZ, die demnächst abgeschaltet werden sollen, tritt das neue Netzwerk VZ. Dieses will mit Gruppenkommunikation, flexiblen Funktionen und Datenschutz punkten.

Jörg Schamberg, 27.04.2020, 11:59 Uhr
VZ NetzwerkDas Ende von studiVZ und meinVZ ist bald endgültig gekommen: An die Stelle tritt das neue Gruppennetzwerk VZ.© VZ Networks

In Deutschland ist am Montag das neue Gruppennetzwerk VZ (www.vz.net) gestartet, das die aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwundenen Netzwerke studiVZ und meinVZ ablöst. Zu Hochzeiten hatten die beiden 2005 in Berlin gegründeten sozialen Netzwerke circa 20 Millionen aktive Nutzer. Doch der Stern der deutschen Netzwerke sank durch die starke Konkurrenz von Facebook. 2017 meldete die Firma nach mehreren Besitzerwechseln Insolvenz an. Der Unternehmer und ehemalige Lieferando-Gründer Jörg Gerbig hatte die beiden Netzwerke Anfang 2018 aus der Insolvenz gekauft.

Abschaltung von studiVZ und meinVZ geplant

Die alten Seiten inklusive neun Millionen ehemaliger Account und mehrerer hundert Millionen Studentenbildern sollen vom jetzt gelaunchten Netzwerk VZ abgelöst werden. Nach einer vorherigen Ankündigung sollen studiVZ und meinVZ rund drei Monate nach dem Launch von VZ Networks endgültig abgeschaltet werden.

VZ stellt Gruppenkommunikation in den Fokus und will Nutzerdaten schützen

Doch womit will das neue VZ punkten? Laut den Machern setze die modulare Seite auf moderne Gruppenkommunikation, die Userdaten würden respektiert und durch die deutschen Datenschutzrichtlinien geschützt. Die neue Seite sei einfach zu bedienen. Die Funktionen könnten Nutzer nach dem Baukastenprinzip selbst zusammenstellen. Social Media solle wieder sozial gemacht werden. Vermieden werden soll ein Datenausverkauf und ein Fokus auf kommerzielle Algorithmen. VZ sieht sich damit als Alternative zu Facebook. Das Ziel von VZ: Die Privatsphäre der Nutzer soll besser geschützt werden, die Daten sind auf deutschen Servern gespeichert. Für Mitglieder sei sogar eine Umsatzbeteiligung geplant.

Comeback für Gruschel-Funktion

Es ist jedoch nicht alles neu: Einige beliebte Retro-Features erleben nun ein Comeback. So seien sowohl die witzigen Gruppen als auch die Gruschel-Funktion wieder da. Die rund neun Millionen ehemalige studiVZ und meinVZ-Nutzer hätten zudem die Möglichkeit, ihren alten Account inklusive der Fotos und aktuellen Spielstände auf die neue Seite zu importieren.

VZ zunächst als Beta-Version

Bei bestehenden Netzwerken wie Facebook, Instagram und YouTube seien Profil und Timeline zentriert. VZ biete hier auf dem deutschen Mark eine Alternative. "Ein komplett auf Gruppenkommunikation ausgerichtetes Netzwerk gibt es in der Form auch nicht. Während der Quarantäne Zeit launchen wir zunächst die Beta Version mit dem Ziel, die Seite durch das Nutzerfeedback weiterentwickeln zu können und zum Beispiel zu entscheiden, welche Feature in die geplante App übernommen werden sollen", so VZ Netzwerke-Geschäftsführerin Agneta Binninger.

"Wir möchten den Nutzern ihr soziales Online Leben zurückgeben, welches momentan durch werbegetriebene Algorithmen komplett fremdbestimmt ist. Mit der geplanten Umsatzbeteiligung wollen wir die Nutzer wieder am Netzwerk teilhaben lassen.“ Und Binninger erklärt weiter: "Die Nutzer bekommen alle Bausteine, um ihre Gruppen genau passend aufzusetzen und zu vernetzen, ohne dass die Themen auf einer unpersönlichen Timeline diskutiert werden. Uns war außerdem wichtig, dass die Feature übersichtlich und für Nutzer jeden Alters geeignet sind."

Gruppentyp auswählen und Funktionen nach Bedarf hinzufügen

Nutzer könnten den passenden Gruppentyp auswählen: Forum, Channel oder Plaudergrupe. Hinzufügen lassen sich Funktionen wie "interessante Themen" oder "Doodle" für die Themenfindung. In einem Forum könne der Verein online organisiert werden. In angelegten Unterthemen "Lernen ohne Schule" oder "HILFE - Wie beschäftige ich meine Kinder länger als 10 Min. zu Hause" könnte mit anderen Eltern diskutiert werden. Im Gruppenchat (Plauderkasten) könne für die Zeit nach Corona die nächste Party geplant werden. Die Abstimmung eines Event-Termins werde durch Doodle erleichtert.

Auch Themen mit Blog-Charakter sollen in der VZ-Community ausgetauscht werden. Denkbar seien derzeit etwa in der aktuellen Siutation "1001 Nudelrezepte für meinen Hamstervorrat" oder "Was ist sonst noch so aus Klopapier basteln kann". Im Vordergrund stehe immer die Gruppenkommunikation, die Aktivität finde nicht auf der Timeline statt.

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