Platzwechsel

Yahoo-Gründer Yang tritt von Chefposten zurück (Upd.)

Der Chef und Gründer des US-Internetkonzerns Yahoo, Jerry Yang, hat seinen Rücktritt angekündigt. Wie das Unternehmen am Montag (Ortszeit) mitteilte, wird der Vorstandsvorsitzende sein Amt niederlegen, sobald ein Nachfolger gefunden worden ist.

18.11.2008, 11:45 Uhr
Frau am PC© Dmitry Ersler / Fotolia.com

New York (AFP/cm) - Internet-Wunderkind und Yahoo-Gründer Jerry Yang tritt zum zweiten Mal von seinem Chefposten bei dem Internetportal ab. Yang werde Yahoo nur noch leiten, bis der Verwaltungsrat einen Nachfolger gefunden habe, teilte das Unternehmen am Montag (Ortszeit) mit. Yang hatte zuletzt harsche Kritik von Aktionären einstecken müssen, da er sich gegen ein lukratives Übernahmeangebot des Softwareriesen Microsoft gewehrt hatte.

Zweiter Rücktritt

Der 40-jährige Yang hatte den Posten an der Spitze von Yahoo erst vor einem Jahr erneut angetreten, da sein eigener Nachfolger auf dem Yahoo-Chefsessel erfolglos im Kampf den Konkurrenten Google geblieben war. Auch Yang gelang es jedoch nicht, Yahoo im Wettbewerb gegen den neuen Internetgiganten zu stärken: Im Juli liefen nach einer Untersuchung des Branchendienstes ComScore 79,8 Prozent der deutschen Suchanfragen im Internet über Google - und nur noch 0,9 Prozent über Yahoo. In den USA kam Yahoo in diesem Monat immer noch auf gut 20 Prozent, lag aber auch weit hinter Google, über das knapp 62 Prozent aller Suchanfragen liefen.

Der aus Taiwan stammende Yang hatte das Unternehmen 1995 im Alter von 26 Jahren gemeinsam mit seinem Kommilitonen David Filo gegründet. Zunächst programmierte er ein Verzeichnis der damals noch etwas überschaubaren Internetwelt, dann ging er mit dem Portal Yahoo an Start - und wurde schon 1996 mit dem Börsengang des Unternehmens Milliardär. Das Platzen der Internetblase kurz nach der Jahrtausends überlebte der frühe Stern des Internets. Auch wenn Yahoo heute nicht mehr gegen den Platzhirschen Google ankommt, gehört es zu den beliebtesten Seiten im Netz. Yang seinerseits belegt inzwischen auf der "Forbes"-Liste der reichsten Menschen der Welt Platz 524 - sein Vermögen wird allerdings immer noch auf 2,2 Milliarden Dollar geschätzt.

Kritik an Übernahmekurs gegen Microsoft

In der Kritik stand Yang zuletzt vor allem wegen seines harten Kurses gegen eine Übernahme durch Microsoft. Der Softwareriese hatte im Februar ein Angebot für Yahoo abgegeben und zuletzt 47 Milliarden Dollar (heute umgerechnet 37 Milliarden Euro) geboten. Yang jedoch hatte abgelehnt - und sich in die Arme des Konkurrenten Google geflüchtet, mit dem er eine Kooperation bei Onlinewerbung vereinbarte.

Doch das Geschäft, das Yahoo schon im ersten Jahr hunderte Millionen Dollar hätte einbringen sollen, scheiterte am Widerstand der US-Wettbewerbshüter. Sein Umgang mit dem Microsoft-Übernahmeangebot hatte Yang zuletzt auch die Kritik eingebracht, seine persönliche Leidenschaft für Yahoo über das Interesse der Aktionäre gestellt zu haben. Trotz der Kritik soll der Firmengründer aber in einer "strategischen Rolle" weiterhin in dem Unternehmen bleiben, wie Yahoo am Montag mitteilte. "Ich werde mich weiter auf die globale Strategie konzentrieren und alles tun, was ich kann, um Yahoo dabei zu helfen, sein volles Potenzial zu entfalten", erklärte Yang.

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