Die eSIM könnte den Mobilfunkmarkt umkrempeln

Vodafone eSIM VoucherDie eSIM könnte den Mobilfunkmarkt stark verändern!

SIM-Karten, die man ins Handy, Smartphone, Tablet oder auch in den Surfstick oder den mobilen Router einsteckt, bekommt man bei Abschluss eines Tarifs vom Mobilfunkanbieter. Durch die kleinen Chipkarten kann der Nutzer im Netz identifiziert werden und sie gewährt ihm Zugang zu den gebuchten Diensten beim Anbieter. Die neueste Entwicklung bei den SIM-Karten ist die eSIM, die eben nicht mehr ins Gerät geschoben werden muss, sondern fest in diesem verbaut ist.

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    eSIM: Was ist das überhaupt?

    SIM-Karten gibt es in verschiedenen Formaten. Mini-SIM, Micro-SIM, Nano-SIM… diese Begriffe kennt mittlerweile, wer sich mit den unterschiedlichen Größen von SIM-Karten befasst. Außerdem gibt es Kombi-SIMs oder Triple-SIMs, was nichts anderes bedeutet, als dass hier mehrere Formate in einem vereint sind und sich das gewünschte herausbrechen lässt. Nun jedoch betritt die eSIM die Bühne und könnte eine kleine Revolution bedeuten.

    Denn die eSIM, kurz für "embedded SIM", also "eingebettete SIM", wird nicht mehr bei jedem Anbieter- oder gar Tarifwechsel ausgetauscht. Sie bleibt im Gerät und wird bei einem Anbieter- oder Tarifwechsel einfach umprogrammiert. Die nötigen Konfigurationsdaten bekommt der Anwender per QR-Code von seinem Mobilfunkanbieter zugeschickt oder online bereitgestellt.

    Funktionen und Möglichkeiten der eSIM

    Die eSIM bietet einige Vorteile. Der Mobilfunker muss keine SIM-Karten mehr verschicken, es entfällt das umständliche Hantieren und Öffnen des Geräts beim Kartentausch. Die SIM kann nicht mehr verloren gehen, man muss keine Ersatzkarte anfordern und durch den Wegfall des Postweges wird ein Vertragswechsel innerhalb von Minuten möglich. Die eSIM soll zudem eine längere Lebensdauer haben als die bisher gängigen Karten und in der Produktion günstiger sein. Möglicherweise werden Tarifwechsel auch günstiger, weil keine physische SIM-Karte mehr produziert und verschickt werden muss. Durch den geringeren Platzbedarf der eSIM eröffnen sich außerdem neue Möglichkeiten bei der Konstruktion von Endgeräten; insbesondere für Wearables ist das ein Mehrwert.

    Hat die eSIM auch Nachteile?

    Ein möglicher Nachteil der eSIM fällt einem ein, wenn man bedenkt, dass diese per Funk programmiert wird. Aus der Ferne steuerbare Elektronik birgt immer auch ein gewisses Risiko der Angreifbarkeit. Finden sich Sicherheitslücken im Protokoll der eSIM, könnten Hacker Telefonnummern kapern und an Daten der Nutzer gelangen.

    Auch die Zeiten von SIM- und Netlock müssen mit der Etablierung der eSIM nicht vorbei sein. Es ist denkbar, dass nicht mehr nur die Mobilfunkanbieter, sondern auch die Handyhersteller Einschränkungen und Sperren verhängen. So könnte beispielsweise Apple wieder beschließen, dass iPhones nur mit Tarifen der Telekom funktionieren sollen.

    Bei anderen Themen bleiben Fragen offen, etwa bei der Nutzung von eSIM-Geräten im Ausland. Bevor die eSIM sich weltweit etabliert hat, könnte man auf Reisen nicht mehr so einfach die Karte eines ausländischen Providers einlegen. Während der Übergangszeit dürften aber Einschübe für SIM-Karten zunächst weiterhin eingebaut werden. Nicht ganz klar ist außerdem die Frage, wie ein Wechsel des Endgerätes ablaufen wird, ob mit der eSIM mehrere Tarife gleichzeitig genutzt werden können und was das für die Zukunft von Dual-SIM-Smartphones bedeutet. Dabei geht es wohl weniger um die technischen Möglichkeiten als darum, was Hersteller und Provider zulassen werden.

    Vorteile Nachteile
    Kein manueller Kartentausch Risiko von Hacker-Angriffen
    Kein Rätseln um das richtige Format SIM- und Netlock möglich bzw. verstärkt
    Schnellerer Vertragswechsel Nutzung im Ausland problematisch
    Geringer Platzbedarf Unklarheit bezüglich Wechsel des Endgerätes
    Längere Lebensdauer  
    Kein Verlust der SIM-Karte  

    Wie weit ist die eSIM schon?

    In Deutschland war das erste Gerät mit fest eingebauter SIM die Gear S2, eine Smartwatch von Samsung, die Anfang 2016 auf den Markt kam. Eine Art Vorgänger ist die Apple SIM für einige iPad-Modelle, die in den meisten Geräten allerdings nicht fest verbaut ist. Allerdings gibt es bei der Providerwahl Einschränkungen, hier stehen noch nicht allzu viele Partner zur Wahl. Ein Slot für eine "normale" SIM ist zusätzlich vorhanden. Erste Smartphones mit eSIM hat beispielsweise der Hersteller Xiaomi auf dem chinesischen Markt eingeführt. Bisher spielen eSIM-Geräte in der deutschen Mobilfunkwelt jedoch noch nicht wirklich eine Rolle.

    Die Tarifangebote für die eSIM waren Ende 2017 ebenfalls überschaubar, Tarife für Smartwatches gibt es immerhin schon bei der Telekom und bei Vodafone, für die Apple Watch 3 bzw. die Gear S2.

    Die eSIM und das Internet der Dinge

    Die eSIM ist nicht nur im klassischen Mobilfunkbereich einsetzbar, sondern dank dem "Internet of things" in vielen weiteren Sparten. Und tatsächlich wird sie im Machine-to-Machine-Bereich (M2M) schon länger eingesetzt, also in der Kommunikation von Maschinen untereinander. Hier bietet sie einen großen Vorteil, denn anders als im Handy lässt sich die SIM-Karte an schwer zugänglichen Stellen, etwa an Masten oder Containern, nicht so einfach wechseln. Unternehmen der Energiebranche, in der Logistik oder im Gesundheitswesen sind Nutzer solcher Anwendungen. Durch die Vernetzung von immer mehr Gegenständen, Maschinen und Geräten besteht hier ein großes Wachstumspotenzial für die eSIM, die zum Beispiel in Fahrzeugen, Drohnen, Haushalts- oder Messgeräten eingebaut werden könnte.

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