Abzocke am Telefon

Falsche Verbraucherzentrale führt Bürger hinters Licht

Die Verbraucherzentrale NRW warnt eindringlich davor, nicht auf die gerissene Abzocke falscher Verbraucherzentralen hereinzufallen. Diese selbst ernannten Verbraucherschützer wollen Bürger mit kostenpflichtigen Beratungen ködern und versuchen ihnen persönliche Daten zu entlocken.

Telefon Gebühren© VRD / Fotolia.com

Düsseldorf/Rostock (dapd/red) - Hochstapler benutzen wiederholt den guten Namen der "Verbraucherzentrale" und geben sich am Telefon als Verbraucherschützer aus. "Unter dem Vorwand, gegen eine Gebühr in zweistelliger Höhe einen wirkungsvollen Schutz vor lästigen Telefonanrufen zu bieten, missachten die ungebetenen Anrufer selbst dreist das Verbot der unlauteren Telefonwerbung und treiben mit dem Missbrauch unseres guten Namens die weit verbreitete Masche auf die Spitze", erklärt die Verbraucherzentrale NRW: "Wir betreiben keine Telefonwerbung und fragen niemals nach Kontodaten."

Auch die Neue Verbraucherzentrale in Mecklenburg Vorpommern warnte am Dienstag in Rostock vor dem teuren Angebot einer "Verbraucherschutzzentrale", das derzeit in vielen Telefonbüchern im Nordosten auftaucht und leicht mit der echten Verbraucherzentrale zu verwechseln sei. Wer etwa bei der Nummer für Rostock anruft, wird auf eine weitere Servicenummer verwiesen, die 1,99 Euro pro Minute kostet.

Die Vorgehensweise der Betrüger

Unbekannte Anrufer geben sich als Mitarbeiter der Verbraucherzentrale aus und bieten ihre Hilfe gegen ein stattliches Entgelt an. Offeriert wird etwa der vorsorgliche Eintrag in eine Sperrliste, der Betroffene vor unaufgeforderten Werbeanrufen schützen soll oder die vorgebliche Löschung von in Umlauf geratenen persönlichen Daten. Zudem wird die Unterstützung eines Anwalts in Aussicht gestellt, der angeblich gegen unberechtigte Forderungen vorgeht. Zuvor werden die Angerufenen aufgefordert, ihre persönlichen Daten preiszugeben. Angeblich, um die notwendigen Unterlagen zusenden zu können - per Nachnahme natürlich. Oftmals wird den Betroffenen auch gleich die Bankverbindung mit entlockt.

Fakt ist, dass Telefonwerbung ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung des Angerufenen verboten ist. Doch einen wirksamen Schutz gegen unerbetene Anrufe und deren Folgen - etwa untergeschobene Verträge und damit verbundene Kontoabbuchungen - gibt es bislang nicht.

Tipps zum Umgang mit unseriösen Anrufen

Verbraucher müssen bei unvorhergesehenen Anrufen höchst wachsam sein. Fremden niemals persönliche Daten und vor allem keine Kontonummern preisgeben, ist oberstes Gebot! Wer seine Kontonummer dennoch zur Abbuchung von dubiosen Serviceleistungen bekanntgegeben hat, sollte schleunigst reagieren und den abgebuchten Betrag von seiner Bank zurückbuchen lassen.

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