"Vertipper"-Nummer

Gericht findet Call-by-Call-Preis sittenwidrig

Eine Telefonkundin hatte versehentlich mit einer "Sparvorwahl" telefoniert, die sich durch eine Null von einer weiteren unterschied - und durch einen sehr viel höheren Preis. Ein Gericht wies den Anspruch des Anbieters ab.

Telefonrechnung© PeJo / Fotolia.com

Rostock (red) - Frau C. aus Schwerin telefoniert oft mit ihrem Sohn im Ausland, berichtet die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern. Um Kosten zu sparen, nutzt sie Call-by-Call. Ein Anbieter mit der Vorwahl 010088 bot einen günstigen Tarif von etwa fünf Cent/Minute an. Der Anbieter Ventelo betreibt aber gleichzeitig die Vorwahl 01088 mit einem sehr viel teureren Tarif in Höhe von damals 1,39 Euro/Minute.

Zwei ähnliche Nummern, ein Unternehmen

Die Kundin irrte sich offenbar und benutzte die viel teurere Nummer, wodurch eine höhere Telefonrechnung verursacht wurde. Die Sache ging vor das Schweriner Amtsgericht, das der Forderung des Call-by-Call-Anbieters widersprach. So heißt es in den Entscheidungsgründen laut Verbraucherzentrale: "Ein solcher (Vertrag) wäre jedenfalls wegen Sittenwidrigkeit unwirksam. Das Angebot der Klägerin über zwei besonders verwechslungsgefährdete call-by-call-Nummern Verbindungen zu außerordentlich unterschiedlichen Tarifen herzustellen, ohne dass hierfür sachliche Gründe ersichtlich wären, verstößt gegen die guten Sitten." Die Telefonkunden muss die Mehrkosten also nicht tragen.

Was sich für Verbraucher verbessert hat

Die Telefongespräche, um die es ging, fanden schon vor der Einführung der Tarifansagepflicht im August 2012 statt, sodass Verbraucher mittlerweile ein besser geschützt sind. Dennoch empfiehlt es sich, bei der Preisansage genau hinzuhören, zumal es keine verbindlichen Regeln gibt, wie eine Ansage genau zu erfolgen hat (beispielsweise, ob in Cent oder Euro angesagt werden muss). Wer noch sicherer sein möchte, kann in unserem Telefon-Tarifrechner den Vertipper-Filter aktivieren und Nummern, die sich nur durch eine Null unterscheiden, ausschließen.

Bei Fehlern in der Abrechnung sollte man Widerspruch einlegen, rät die Verbraucherzentrale, die auch Ratschläge zum weiteren Vorgehen gibt, sollte es hier zu Problemen kommen.

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