Abbau

Immer weniger Telefonzellen in Deutschland

Die Telekom baut in Sachsen erneut Telefonzellen ab. Die öffentlichen Telefone, die in der Amtssprache "Fernsprechhäuschen" heißen, sind deutschlandweit auf dem Rückmarsch. Der Grund: Mobiltelefone und Festnetzanschlüsse machen den Fernsprecher unrentabel.

telefonieren© J.M. Guyon / Fotolia.com

Dresden (dapd-lsc/red) - Die Telekom baut in Sachsen weiter Telefonzellen ab. In den vergangenen zwei Jahren sank die Zahl der Standorte auf rund 3.000, wie ein Sprecher für die Region Ost auf Anfrage mitteilte. 2007 hatte es noch mehr als 5.000 öffentliche Telefone im Freistaat gegeben. Als Grund für den forcierten Abbau nennt die Telekom die fehlende Wirtschaftlichkeit vieler Standorte, vor allem auf dem Land.

Betrieb nicht mehr wirtschaftlich

Telekom-Sprecher Jürgen Will sagte, die heute selbstverständliche Nutzung von Mobiltelefonen sowie die fast hundertprozentige Telefonversorgung der sächsischen Haushalte machten öffentliche Telefone für viele überflüssig. Zwar gebe es immer noch eine große Nachfrage an Bahnhöfen und Flughäfen, an vielen anderen Standorten vor allem in ländlichen Gebieten lägen die monatlichen Umsätze jedoch inzwischen weit unter den Betriebskosten von 100 Euro pro Telefonzelle. Eine bedarfsgerechte und flächendeckende Versorgung mit öffentlichen Telefonen werde durch die Telekom aber auch weiterhin sichergestellt.

Erste Fernsprecher gab es 1881

Grundsätzlich sei für den Abbau von Telefonzellen auch immer das Einverständnis der jeweiligen Kommune und der Bundesnetzagentur nötig. Mit dem schrittweisen Abbau der Telefonzellen wird auch ein Stück Geschichte abgebaut.

Bereits 1881 wurde das erste öffentliche Telefonnetz in Betrieb genommen. Damals waren die sogenannten "Fernsprecher" noch in Postfilialen untergebracht. Wer telefonieren wollte, musste am Schalter erst eine Marke kaufen. Rund acht Jahre später gab es dann die ersten Münzfernsprecher, mit ihrer Einführung konnten auch erste Telefonhäuschen aufgestellt werden.

Farbwechsel von Gelb zu Grau

Die einheitlich gelbe Farbe bekam die Telefonzelle, die in der Amstsprache "Fernsprechhäuschen" heißt, erst nach dem Krieg. Mit der Gründung der Deutschen Telekom 1992 wurde das "Postgelb" dann immer öfter durch die Farben Grau und Magenta abgelöst. Der Anteil der klassischen gelben Telefonhäuschen in Deutschland an den öffentlichen Fernsprechern liegt heute nur noch bei rund 15 Prozent.

Durch die immer größer Ausbreitung der Mobiltelefone sank die Bedeutung der guten, alten Telefonzelle immer mehr. Daher werden viele Telefonzellen abgebaut oder durch Kommunikationsterminals ersetzt, die auch den Zugang zum Internet ermöglichen.

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