Abo-Falle

Netzagentur geht gegen Betrugsmasche vor

Die Bundesnetzagentur hat weiteren Telefonbetrügern das Handwerk gelegt. Netzbetreiber dürfen nun Leistungen mit bestimmten Merkmalen nicht mehr in Rechnung stellen. Wer bereits gezahlt hat, darf hoffen, sein Geld wieder zu bekommen.

16.12.2011, 10:39 Uhr
Telefontarife© Inga F / Fotolia.com

Hamburg (red) - Wer in den vergangenen Monaten auf eine Betrugsmasche über einen Aral-Gutschein hereingefallen ist, hat nun den Bund auf seiner Seite. Dies teilte die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt mit.

Hintergründe zum Telefonbetrug

Seit einigen Wochen erhalten Verbraucher vermehrt Werbeanrufe, die einen Gewinn von 10 Euro in Form eines Aral-Tankgutscheins versprechen. Das Opfer solle dafür lediglich bei einer 0800er-Nummer anrufen, die üblicherweise kostenlos sind. Um den Gutschein letztendlich zu erhalten, muss eine Taste zwischen 1 und 9 gedrückt werden. Was der Anrufer nicht weiß, ist, dass er sich mit Betätigen dieser Taste bei einem Gewinnspieleintragsdienst anmeldet. Dieser kostet wöchentlich 9,90 Euro und wird über die Telefonrechnung abgebucht. Damit ist man in die Abo-Falle getappt.

Was auf der Rechnung beachtet werden muss

Laut Bundesnetzagentur erscheinen die Forderungen auf der Telefonrechnung unter "mr. next id technologies GmbH (ehemals: Next ID technologies GmbH), Mildred-Scheel-Str. 1, 53175 Bonn". Auf den Rechnungen tauchten den Angaben der Verbraucherzentrale zufolge als Produkt-IDs 91960, 91994 oder 91022, 91023 und 91024 auf. Die Agentur hat diesen Machenschaften nun eine Ende bereitet, indem sie allen Netzbetreibern untersagte "Beträge mit diesen Nummern ab dem 12. Mai 2011 in Rechnung zu stellen oder für bereits zugestellte Rechnungen das Inkasso zu betreiben", erklärten die Verbraucherschützer weiter.

Wenn bereits bezahlt wurde ...

Doch nicht nur künftige Opfer erhalten Schutz. So können jene, die bereits gezahlt haben, ihr Geld zurückfordern, indem sie auf das so genannte Inkassierungsverbot verweisen. Enthält die Telefonrechnung keinen Hinweis auf die genannte Produkt-ID, sollte man sich zunächst beim jeweiligen Telefonanbieter nach dieser Nummer erkundigen. "Denn nur mit der ID kann der Verbraucher prüfen, ob die Verbote auch die ihm berechnete Leistung betreffen".

Im Zweifelsfall nicht zahlen

Ein grundsätzlicher Tipp der Verbraucherzentralen lautet, erst gar nicht zu zahlen, wenn unwissentlich ein Abo abgeschlossen wurde. Somit sei nämlich kein rechtsgültiger Vertrag zustande gekommen. Es ist ratsam, in solchen Fällen Widerspruch einzulegen, um im Fall der Fälle nicht doch belangt werden zu können. Auch wer sich von Inkasso-Unternehmen bedroht fühlt, kann sich jederzeit bei der Verbraucherzentrale Rat holen.

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