Telefonrechnung

NRW: Minister will Drittanbieter-Abrechnung verbieten

Die Abrechnung von Drittanbieter-Diensten auf der Telefonrechnung ist NRWs Justizminister Kutschaty ein Dorn im Auge. Er will mit einem Verbot gegen Abo-Fallen vorgehen. Die Telefonrechnung sei für das Telefon da, so Kutschaty.

Handyrechnung© PeJo / Fotolia.com

Düsseldorf – Mit den Telefonrechnungen werden Verbraucher oft nicht nur für Gespräche zur Kasse gebeten, sondern ungefragt auch für andere Leistungen. Diese Praxis will Nordhrein-Westfalens Justizministers Thomas Kutschaty verbieten lassen. Verbraucher müssten künftig ausdrücklich zustimmen, bevor sie über die Telefonrechnung weitere Internet-Angebote bezahlen sollen, forderte der SPD-Politiker am Dienstag. Nach seinen Angaben ist jeder achte Deutsche schon einmal Opfer solcher Geschäftspraktiken geworden.

"Die Telefonrechnung ist für das Telefon da"

Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Modernisierung des Zivilrechts habe festgestellt, dass es eine gesetzliche Lücke im Telekommunikationsrecht gebe, sagte Kutschaty der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. "Die Telefonrechnung ist für das Telefon da und darf nicht als Inkasso-Stelle für die Durchsetzung dubioser Forderungen missbraucht werden."

Klingeltöne, Spiele-Apps und Erotik

"Ungebetene Werbung auf dem Smartphone ist nicht nur lästig, sondern kann auch ungewollte Nebenwirkungen haben", sagte Kutschaty. Nicht selten verstecke sich hinter einer scheinbar harmlosen Werbung ein Angebot, bei dem ein "Kaufen"-Link von einem anderen Fenster verdeckt und so unabsichtlich aktiviert werde. "Auf diese Weise ist schon mancher Mobilfunk-Kunde in die Abo-Falle für Klingeltöne getappt oder hat ungewollt kostenpflichtige Spiele-Apps oder Erotikinhalte bestellt." Bislang bleibe die Masche meist ohne Folgen für die Drittanbieter, weil viele Verbraucher den enormen Aufwand für die Rückforderung der oft kleineren Geldbeträge scheuten.

Quelle: DPA

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