Trend

Telefonie im Festnetz geht weiter zurück

Im Festnetz wird immer weniger telefoniert. Aber nicht nur die steigende Anzahl an Mobiltelefonen stellt die Festnetzanbieter vor Herausforderungen, sondern auch die Konkurrenz durch Messenger, Chats und Internettelefonie.

telefonieren© Peter Atkins / Fotolia.com

Berlin (red) - Das Kommunikationsverhalten verändert sich. Es wird weniger im Festnetz telefoniert, dafür werden Messaging-Dienste, Chats und Videotelefonate stärker genutzt. Im vergangenen Jahr sank die Summe aller abgehenden Telefonate im Festnetz und Mobilfunk erneut um 1,4 Prozent von 283 auf 279 Milliarden Minuten.

2010 erreichte Sprachtelefonie ihren Höhepunkt

Dabei gingen die Telefonate im Festnetz um drei Prozent von 174 auf 169 Milliarden Minuten zurück. Hingegen konnten die Telefonate im Mobilfunk noch leicht um einen knappen Prozentpunkt von 109 auf 110 Milliarden Minuten zulegen. Das berichtet der Branchenverband Bitkom auf Basis von Daten der Bundesnetzagentur. 2010 war mit in Summe 295 Milliarden Minuten abgehender Telefonate das Spitzenjahr der Sprachtelefonie. Seitdem sind die Telefonate im Festnetz und Mobilfunk um insgesamt fünf Prozent zurückgegangen.

Der Rückgang verlief bislang ausschließlich zu Lasten der Festnetztelefonie. Die Zahl der aus dem Festnetz abgehenden Telefonminuten sank zwischen 2010 und 2013 um gut zwölf Prozent, von 193 Milliarden auf 169 Milliarden Minuten. "Die Netzbetreiber stehen vor einer Mammutaufgabe", sagt Bitkom-Präsident Prof. Dieter Kempf.

Noch gehen die meisten Telefonate übers Festnetz

Jeder Bundesbürger verbrachte im vergangenen Jahr durchschnittlich knapp 57 Stunden am Telefon. Etwa 60 Prozent dieser Gesprächszeit geht derzeit über das Festnetz. 2010 waren es noch 65 Prozent. "Dank stark fallender Preise und günstiger Flatrates nutzen die meisten Verbraucher das Handy ebenso selbstverständlich wie das Festnetztelefon", sagt Kempf. Eine immer beliebtere Alternative zum klassischen Telefonieren per Festnetz oder Handy sind Videotelefonate übers Internet. Laut Umfragen des Bitkom nutzten 2013 rund 17 Millionen Deutsche zumindest hin und wieder Videotelefonie. 2011 waren erst sieben Millionen Bundesbürger.

Umstellung auf IP-Anschlüsse

Auch innerhalb des Festnetzes findet ein Wandel statt: Die Nutzung klassischer Telefonnetze und Schmalbandnetze wie analoge Anschlüsse oder ISDN nimmt ab. Immer mehr Verbraucher telefonieren über entbündelte DSL-Anschlüsse, Kabelnetze oder für IP-basierte Dienste. 2010 wurde jede fünfte Gesprächsminute (21 Prozent) über IP-basierte Telefondienste abgewickelt, 2013 fast jede dritte (30 Prozent). Ein wichtiger Grund für diesen Trend ist die Entscheidung der Deutschen Telekom (www.telekom.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können. Sie können dieses Produkt natürlich auch woanders kaufen; der Link ist ein Vorschlag und stellt weitere Informationen zur Verfügung. Partnerprogramme haben keinerlei Einfluss auf unsere redaktionelle Berichterstattung, Preise oder Platzierungen in Tarifrechnern.), auf so genannte All-IP-Netze umzustellen. Alle Inhalte (inklusive Sprache) werden dort in IP-Paketen übertragen. Dies lässt eine effizientere Nutzung der Transportwege und des Netzmanagements zu.

Insgesamt sank die Zahl der Festnetztelefon-Anschlüsse von 2012 auf 2013 in Deutschland laut Bundesnetzagentur leicht von 37,5 auf 37,2 Millionen. Die Zahl der Mobilfunkverträge ist im gleichen Zeitraum hingegen leicht gestiegen: von 113 auf gut 115 Millionen. Laut einer repräsentativen Umfrage im Bitkom-Auftrag nutzen 92 Prozent aller Deutschen ab 14 Jahre ein Mobiltelefon.

DSL-Tarife kostenlos vergleichen - hier klicken
Top