IP-Umstieg

Telekom kündigt alte VDSL-Verträge

Die Telekom kündigt derzeit teilweise alte VDSL-Verträge. Hintergrund ist, dass die Anschlüsse nicht mit der neuen Vectoring-Technik kompatibel sind, die bis Ende 2016 eingerichtet werden soll. Bis 2018 soll das ganze Netz auf IP umgestellt sein.

Telekom© Deutsche Telekom AG

Bonn/Berlin (dpa/red) - Die Deutsche Telekom (www.telekom.de) beschleunigt den Umstieg zum Telefonieren über das Internet in einigen Regionen mit Kündigungen der bestehenden Altverträge. Es gehe vor allem um die ersten Netze mit dem besonders schnellen VDSL-Internet, die in 53 Städten eingerichtet worden seien, sagte der zuständige Telekom-Manager Ingo Hofacker der dpa. Betroffen seien rund 300.000 Kunden.

Alte VDSL-Netze erlauben kein Vectoring

Der beschleunigte Umstieg habe mit der Einführung der neuen Vectoring-Technik für schnelleres Internet zu tun. Die Telekom habe sich in Verträgen mit Großkunden verpflichtet, diese Anschlüsse bis Ende 2016 erreichbar zu machen. Insofern müsse der Migrationsprozess einschließlich möglicher Kündigungen jetzt gestartet werden, da sonst der Zeitpunkt 2016 nicht zu schaffen sei. Die Bundesnetzagentur betonte, die Umstellung gehe auf eine unternehmerische Entscheidung der Telekom zurück. "Es gibt keine regulatorischen Vorgaben dafür, dass die Telekom eine solche Umstellung vornehmen oder binnen eines bestimmten Zeitraums vornehmen muss", erklärte Vizepräsident Wilhelm Eschweiler.

Entstehen den Kunden Nachteile?

Bei der IP-Telefonie werden Gespräche in Form von Datenpaketen über das Internet verschickt. Das Telefon wird dabei direkt in den Internet-Router eingestöpselt. Den Kunden entstünden dabei unter Umständen höchstens Kosten für einen neuen Router. Dafür seien die neuen Tarife aber in der Regel günstiger als bei den vor einigen Jahren abgeschlossenen Verträgen.

Wenn von Beratern gesagt werde, Kunden müssten bei der Umstellung zwingend auch zusätzliche Angebote wie den Fernsehdienst Entertain dazubuchen, sei das "kompletter Quatsch", sagte der Telekom-Manager.

Umstieg auf IP bis 2018

Die Telekom will zum Jahr 2018 die Netze in ganz Deutschland auf IP-Telefonie umstellen. Derzeit gebe es rund 3,5 Millionen Kunden, die über das Internet telefonieren, pro Woche kämen bis zu 60 000 dazu. Die Probleme in der IP-Telefonie, die es in den vergangenen Monaten gegeben hatte, seien inzwischen behoben.

Der Telekom geht es bei der Umstellung auch um mehr Effizienz im Betrieb. "Sprache ist das einzige, was noch nicht als IP-Dienst über die Netze läuft", sagte Hofacker. "Die Technik für Sprachtelefonie ist am Ende von ihrem Lebenszyklus angekommen." Mit IP-Telefonie werde sie komplett abgeschaltet werden können. Die Umstellung werde auch Bandbreite freigeben, die heute für Sprache reserviert werde.

Quelle: DPA

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