Viele Beschwerden

Unerlaubte Telefonwerbung trotz Verbots weiter auf dem Vormarsch

Werbeanrufe ohne Zustimmung sind nicht nur nervig, sondern auch verboten. Dennoch ist die Zahl der Beschwerden bei der Bundesnetzagentur über unerlaubte Telefonwerbung in der ersten Jahreshälfte 2017 kräftig angestiegen.

Telefonieren© Gernot Krautberger / Fotolia.com

Berlin - Über unerlaubte Telefonwerbung haben sich in diesem Jahr schon fast so viele Verbraucher bei der Bundesnetzagentur beschwert wie im gesamten Vorjahr. Im ersten Halbjahr 2017 gingen bei der Aufsichtsbehörde 26.080 schriftliche Beschwerden ein, wie das Bundeswirtschaftsministerium auf eine Frage der Grünen-Fraktion antwortete. Zuerst berichtete die "Rheinische Post" (Mittwoch) darüber. Im vergangenen Jahr waren es 29.298 Fälle gewesen, nachdem 2015 nur 24.455 Beschwerden registriert worden waren. Im Jahr 2013 gingen allerdings mehr als 33.000 Beschwerden bei der Behörde ein.

Hartnäckige Werbeanrufe und Einsatz von Wahlmaschinen

Generell darf niemand zu Werbezwecken angerufen werden, ohne dass er vorher zugestimmt hat - diese Zustimmung darf auch nicht zu Beginn des Telefonats nachträglich eingeholt werden. Werbetreibende dürfen ihre Nummer nicht unterdrücken oder eine falsche Nummer einblenden. Proteste gibt es dennoch immer wieder - auch wegen des hartnäckigen und aggressiven Tons mancher Anrufer. Beklagt wird zudem der Einsatz von Wahlmaschinen, die immer wieder denselben Verbraucher anrufen.

Bundesnetzagentur möchte Dokumentationspflicht für Call Center einführen

Die Grünen-Verbraucherexpertin Nicole Maisch sagte der "Rheinischen Post", die Netzagentur brauche in diesem Bereich eine bessere Ausstattung, damit Verstöße auch wirksam verfolgt werden könnten. Die Behörde würde gerne eine Dokumentationspflicht für Call Center einführen, was der Branchenverband DDV aber ablehnt. Er verweist auf einen freiwilligen Branchenkodex, der etwa die Zahl der Anrufe pro Kampagne und "Zielperson" auf 15 pro Woche begrenzt.

Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg haben Bundesratsinitiativen gestartet, um eine Überrumpelung von Verbrauchern am Telefon zu verhindern: Telefonisch abgeschlossene Kaufverträge sollen demnach nur gelten, wenn sie nach dem Gespräch schriftlich bestätigt werden.

Quelle: DPA

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