Licht und Schatten

Vodafone: Plus bei Breitband durch Kabel-Tochter

Vodafone hat die ersten Quartalszahlen vorgelegt, die auch die Ergebnisse der Tochter Kabel Deutschland enthalten. Der Zukauf zeigt positive Ergebnisse, während bei Mobilfunk und DSL die Kundenzahl abnimmt.

Vodafone© Vodafone GmbH

Düsseldorf (red) - Vodafone Deutschland (www.vodafone.de) kann sich über mehr Kunden sowohl bei den Mobilfunk-Vertragskunden als auch in seinem Breitbandgeschäft freuen. Allerdings bieten bei genauem Blick nicht alle Geschäftsbereiche Grund zum Jubeln. Der Düsseldorfer Mobilfunknetzbetreiber und Festnetzanbieter legte am Freitag die Quartalszahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2016/16 vor, das die Monate April bis Juni abdeckt.

"Wir konnten die Anzahl unserer Vertragskunden in Mobilfunk und Breitbandgeschäft steigern und haben die niedrigste Kündigungsrate seit drei Jahren erzielt. Dafür haben wir massiv in unser Netz, Service und Produkte investiert", kommentierte Manuel Cubero, Sprecher der Geschäftsführung von Vodafone Deutschland und Chief Commercial Officer, die aktuellen Quartalszahlen.

Erste Ergebnisse inklusive Kabel-Tochter

Das Geschäft der Vodafone-Tochtergesellschaft Kabel Deutschland (www.kabeldeutschland.de), dem größten deutschen Kabelnetzbetreiber, ist erstmalig in den Ergebniszahlen enthalten. Vodafone erwirtschaftete im ersten Quartal einen Gesamtumsatz von 2,65 Milliarden Euro (+1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal), der Serviceumsatz über alle Sparten hinweg ging im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Prozent auf 2,44 Milliarden Euro zurück.

Mehr Kabelkunden, DSL-Geschäft rückläufig

Unterm Strich meldet Vodafone 70.000 neue Kunden in seiner Breitbandsparte. Das Wachstum in diesem Bereich ist aber einzig Kabel Deutschland zu verdanken. Während der Kabelbereich ein Plus von 6,6 Prozent beim Serviceumsatz erwirtschaftete, ergab sich bei der DSL-Sparte ein Minus von 5,2 Prozent.

Der Kabelanbieter konnte von Anfang April bis Ende Juni 102.000 neue Breitbandkunden gewinnen und die Zahl der Breitband-Kabelkunden auf rund 2,73 Millionen steigern. Ein Plus von 20,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Zahl der TV-Kunden sank auf 7,89 Millionen. Gleichzeitig ließ Vodafones DSL-Geschäft weiter Federn. Die Zahl der DSL-Kunden ging innerhalb eines Jahres um 130.000 von 2,92 Millionen auf 2,79 Millionen zurück (-4,4 Prozent).

Vodafone verwies hier auf den gewollten Wechsel von DSL zu Kabel innerhalb des Konzerns. Nach Angaben des Unternehmens wechselten im ersten Quartal allerdings nur 22.000 DSL-Kunden von Vodafone auf einen Kabelanschluss von Kabel Deutschland. Die Zahl der Kunden, die schnelle VDSL- und Highspeed-Kabelanschlüsse nutzen, ist innerhalb des letzten Jahres um 567.000 Kunden gestiegen. Mit seinem Festnetzgeschäft erwirtschaftete Vodafone im ersten Quartal einen Serviceumsatz von 626 Millionen (+0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Mehr Vertragskunden, weniger Mobilfunkkunden

Im Mobilfunkgeschäft konnte Vodafone die Zahl der lukrativen Vertragskunden auf 16,34 Millionen steigern. Das entspricht einem Zuwachs um 841.000 Kunden gegenüber dem Vorjahresquartal sowie um 104.000 gegenüber dem vorangegangenen Quartal. Im Einsteiger-Bereich verzeichnet Vodafone bei den otelo- und Smart-Tarifen eine Steigerung auf 1,4 Millionen Vertragskunden.

Doch insgesamt geht die Zahl der Mobilfunkkunden weiter zurück. Ende Juni 2014 blickte Vodafone noch auf einen Mobilfunkkundenstamm von 31,94 Millionen, ein Jahr später ist die Mobilfunkkundenbasis auf 30,43 Millionen geschrumpft. Durch das gesunkene Marktpreisniveau sei der Mobilfunk-Serviceumsatz weiter unter Druck: Mit einem Rückgang um 2,1 Prozent auf rund 1,55 Milliarden Euro sei der Abwärtstrend aber abgebremst worden. Die Kündigungsrate im Mobilfunkbereich sei auf 13,8 Prozent gefallen – der laut Vodafone niedrigste Wert seit drei Jahren.

Blick in die Zukunft

Einen optimistischen Blick wirft Vodafone in die Zukunft. Die bei der Frequenzauktion für 2,1 Milliarden Euro ersteigerten Frequenzen sichere Vodafone in den kommenden 17 Jahren "Kapazitäten für einen hervorragenden Sprach- und Datenservice". Noch schnellere LTE-Geschwindigkeiten als bislang könnten dadurch hierzulande realisiert werden.

Aktuell gibt Vodafone die Zahl seiner LTE-Kunden mit 5,5 Millionen an. Die derzeit maximal angebotene Surfgeschwindigkeit per LTE im Netz von Vodafone liegt bei 225 Mbit/s. Außerdem würden immer mehr Smartphone-Modelle unterstützt, die das Telefonieren per LTE (VoLTE) im Netz von Vodafone ermöglichen. Aber auch die Modernisierung des 2G- und 3G-Netzes sei zu rund 80 Prozent abgeschlossen. Damit konnte die Gesprächsabbruchrate in den 81 größten Städten auf 0,5 Prozent gesenkt werden. Positiver Effekt der Netzmodernisierung für die Umwelt: Jährlich lassen sich nach Angaben des Unternehmens 9.000 kWh Energie einsparen.

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