Call by call nach Österreich, Abzocke

Dieses Thema im Forum "Telefonieren ins und aus dem Ausland" wurde erstellt von Horatio, 17. April 2011.

  1. Horatio

    Horatio Neues Mitglied

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    Liebe Forumsfreunde,
    wir haben mit der eigentlich sehr guten Billignummer 010018 nach Österreich telefonieren wollen. Leider erhielten wir keine Verbindung, nur knacken.
    Auf der Telefonrechnung fanden wir nachher, dass wir mit der Nummer 01018 verbunden waren und diese für 13 Sekunden 0,79 EURO in Rechnung stellte.
    Natürlich haben wir sofort Einspruch eingelegt und bei der TELEKOM das Storno der Rechnung verlangt.
    Nun verfolgt uns seit einem Jahr ein Inkassoinstitut mit allen möglichen Drohungen.
    Wir stehen auf dem Standpunkt: Keine Verbindung, keine Leistung, kein Entgelt.
    Wie sehen Sie diese Causa?
    Besten Dabk im voraus.
    Horatio
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. April 2011
  2. Verena

    Verena Moderator Mitarbeiter

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  3. Horatio

    Horatio Neues Mitglied

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    Liebe Verena,
    danke bestens für den guten Hinweis.

    Mit der Bundesnetzagentur habe ich auch nicht die besten Erfahrungen, die schreiben zwar lange Erklärungen, machen aber nichts oder antworten schon mal gar nicht.

    Bei mir kommt noch dazu, dass ich ja gar keine Verbindung erhielt.

    Nach meiner Rechtsauffassung, kann also kein Vertrag entstanden sein, da keine Leistung. Wenn also keine Leistung, dann auch kein Entgelt.

    Ich werde vorerst nur noch die TELEKOM verwenden, da diese 2,9c/M verrechnet und die habe ich am Wickel wenn etwas nicht funktioniert.

    Man sollte diese Billignummern einfach alle boykottiren, dann ändert sich vielleicht etwas, ist doch eine Schweinerei was man da alles so liest.
    Wer meine Rechtsauffassung teilt, soll sich bitte melden!
     
  4. Horatio

    Horatio Neues Mitglied

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    Alles klar??
     
  5. Horatio

    Horatio Neues Mitglied

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    In einem anderen Forum habe ich nachfolgenden Text gefunden. Dies ist IMO eine gute methode gegen solche Abzocker vorzugehen.
    Wichtig ist, dass Sie erstmal in Verzug gesetzt werden, denn dann müssen sie reagieren.
    Zitat Beginn:
    Der Gesetzestext gibt dazu das hier her:
    Zitat von § 16 TKV :
    Ergibt die technische Prüfung Mängel, die die beanstandete Entgeltermittlung beeinflußt haben könnten, wird widerleglich vermutet, daß die Verbindungsentgelte des Anbieters unrichtig ermittelt sind.
    Wenn die Forderung mit einer Einrede behaftet ist, hat der Verbindungsnetzbetreiber verschiedenes zu tun. Dazu gehört auch eine technische Prüfung nach § 16 TKV. Diese kann nicht vom Verbindungsnetzbetreiber selbst vorgenommen werden, sonder muss in den allermeisten Fällen bei der Telekom in Auftrag gegeben werden. Allerdings muss das Prüfprotokoll erst auf Verlangen vorgelegt werden. Es ist der Nachweis, dass die Gebührenerfassungsgeräte und die Verbindung bis zur Schnittstelle, an der Dein Netzzugang liegt, zum Zeitpunkt der Einwahl in technisch einwandfreiem Zustand waren.
    Die Anbieter sind regelmäßig gar nicht in der Lage so eine technische Prüfung durchführen zu lassen, zumal sie auf eingene Kosten dazu einen Schverständigen zu beschäftigen haben. Die Kosten für die technische Prüfung, wie es der Gesetzgeber vorsieht, übersteigen dabei die strittigen Verbindungkosten um ein Vielfaches, so dass es unwirtschaftlich ist, die Prüfung überhaupt in Auftrag zu geben. Sollte keine technische Prüfung (trotz Aufforderung des widerspruchführenden Kunden) erfolgen, besteht theoretisch keine Zahlungsverpflichtung.....
    Das AG Waiblingen ( AZ 8 c 2472/04 )hatte darüber zu entscheiden, wann ein Netz-Betreiber ein technisches Prüfprotokoll nach § 16 Abs.3 TKV vorzulegen hat, wenn er die Bezahlung von Telefon-Entgelten verlangt.
    Ein verspätetes Prüfprotokoll nach § 16 TKV gilt somit als nicht vorgelegt. Der Netz-Betreiber hat keinen Anspruch auf Begleichung der Telefonrechnung.
    Das AG Tostedt ( AZ 3 C 399/ 05 ) hat entschieden, dass ein Telefon-Anbieter nur dann einen Vergütungsanspruch hat, wenn er auch den nach § 16 Abs.3 TKV erforderlichen Prüfbericht vorlegt.
    Tut er dies nicht, so besteht kein Anspruch auf Zahlung der Entgelte.

    Achtung
    Da das Protokoll für die Gegenseite sehr kostenaufwendig ist wird gerne getrickst :
    1. Der evtl vom Inkasso/ RA oder Telko dann lediglich vorgelegte bzw zugeschickte Einzelverbindungsnachweis ist natürlich nicht das Prüfprotokoll gem TKG § 45 i
    2. Einge Telkos/Inkassobüros/RAs negieren das Erstellen des Protokolls mit dem Hinweis die 8 Wochen seit der entsprechenden Telekom Rechnung seien vorbei und die Frist somit abgelaufen. In diesem Fall müsste in einem (wenig wahrscheinlichen) Gerichtsverfahren die Gegenseite die Zustellung der damaligen Telekomrechnung nachweisen (!) - was aus bekannten Gründen nicht möglich ist
    _________________________________________ Ziat Ende
     
  6. Horatio

    Horatio Neues Mitglied

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    Liebe Freunde,
    ist nun alles klar oder hat es wieder neue Fälle gegeben! Die Telefongesellschaften, prüfen bei Beanstandungen überhaupt nicht, sondern schreiben nur Bausteinantworten. Offensichtlich macht die Überprüfung zu große Mühe! Trotzdem die Rechnungen immer genau prüfen, vor allem die Telekomrechnung auf Drittanbeiter prüfen!
     
  7. FastCar

    FastCar Neues Mitglied

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    Das ist natürlich ärgerlich. Aus dem Grund nutze ich lieber Call Through. Ist zwar etwas teurer, aber man zahlt Geld ein und vertelefoniert das dann auch. Ich benutze Bolid Mobile, weil es da gute Qualität gibt und aufs Handy gute Tarife mit Tarifansage. Zusätzlich kann man sofort einsehen, was wann und wohin man vertelefoniert hat.
     
  8. Horatio

    Horatio Neues Mitglied

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    Vertrag

    Nun erhebt sich noch die Frage, wann entsteht eigentlich ein Vertrag mit dem Provider?
    Wählt man die vermeintliche Billignummer, geht man davon aus, dass es ein günstigeres Gespräch als mit der TELEKOM wird.

    A hat dies getan, aber auf der rechnung war dann der 29 fache Telekomtarif zu sehen.
    A hat sofort Einspruch eingelegt, die rechnung auf den Telekomtarif gekürzt und auch bezahlt.
    Dies wurde dem Provider auch mitgeteilt, zusätzlich wurde bemekrt, dass von seinem Einverständnis ausgegangen wird, falls er sich nicht mehr rührt?

    Die Frage ist nur, ist ein Vertrag zustandegekommen?
    Ist man denn diesen Providern hilflos ausgeliefert, sobald man deren Nummer wählt? :cool:

    NB.: IMO sollte man bei der 010058 besonders vorsichtig sein?
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Oktober 2012
  9. Verena

    Verena Moderator Mitarbeiter

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    Hallo Horatio!

    Ich bin keine Juristin, aber meines Wissens entsteht de facto bei jedem Wählen einer Vorwahl ein neuer Vertrag.

    Die 010058 agiert nicht anders als die meisten anderen Provider - sie ändern häufig die Preise, auch mal extrem nach oben oder unten. Man sollte grundsätzlich vorsichtig sein und vor jedem Telefonat die Preise erneut checken und auch bei der Ansage genau hinhören.

    Viele Grüße, Verena
     
  10. Horatio

    Horatio Neues Mitglied

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    Zu dem Zeitpunkt zu dem ich die 010058 verwendete erfolgte keine Ansage.
    Also ohne Ansage kann es auch keinen Vertrag geben, da man sich ja nicht über den Preis einigen konnte!
     
  11. Verena

    Verena Moderator Mitarbeiter

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    Hallo Horatio,

    ein Vertrag entsteht bzw. entstand auch ohne Ansage. Du hättest dich ja an mehreren Stellen über den Preis informieren können (Vergleichsportale, Webseite des Anbieters etc.). Mit dem Wählen der Nummer willigst du in die Dienstleistung ein, die der Anbieter offeriert. Ob du das auch getan hättest, wenn du von einem zwischenzeitlich erhöhten Preis Kenntnis gehabt hättest, ist natürlich eine andere Sache...

    Gruß, Verena