Kostenfalle Ventelo

Dieses Thema im Forum "Call by Call" wurde erstellt von Kaszub, 27. August 2010.

  1. Kaszub

    Kaszub Neues Mitglied

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    Liebe User,
    die hier vielfach aufgezählten Beispiele belegen eindeutig, dass Ventelo durch betrügerische Lockangebote die Kunden mächtig abzockt. Statt 2 bis 3 Cent wie veröffentlicht, werden immer öfter den Kunden 1,99 € in Rechnung gestellt. Oder würde jemand von Euch statt für 0,75 Cent (01045) oder sogar 24 Cent (Telekom) bewusst und freiwillig ins Ausland für 1,99 € telefonieren? Niemand- außer die durch Ventelo arglistig getäuschte und irregeleitete Nutzer. Es wird höchste Zeit, dass sowohl die Verbraucherzentrale als auch die Bundesnetzagentur endlich Ventelo und andere ähnliche Abzocker ins Visier nimmt. Ich stimme vielen Usern zu, dass es ein Fall für die Staatsanwaltschaft ist. Bis dahin Finger weg von Ventelo. Auch die Telekom sollte im Interesse ihres Image die Zusammenarbeit mit dieser "Firma" abrechen.
    Seid gegrüßt
    Kaszub
     
  2. peter_pan

    peter_pan Mitglied

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    Aufklärung tut Not


    Dazu sollte man auch wissen, welche CbC-Vorwahlnummern von VENTOLO genutzt werden - das ist nämlich den meisten gar nicht so klar:

    01012
    01019
    01040
    01052
    01079
    01097
    01098
    010018
    010052
    010090


    UND ..... die "berühmte" 01011

    Hier sollte Jeder für sich entscheiden, ob er bewusst die (nicht kostendeckenden) Lockvogelangebote nutzt oder diesen Anbieter konsequent meidet.

    Ich für mich habe mittlerweile drei Anbieter gefunden, die zwar preiswert sind, aber nicht ständig mit stark schwankenden Tarifen versuchen, die Nutzer zu täuschen und abzuzocken. Alle haben darüber hinaus eine Tarifansage. So muss ich nicht vor jedem Gespräch nachschauen, ob mal wieder der Tarif geändert wurde.

    Meine Favoriten:

    01086
    010010
    010040
     
  3. spammemad

    spammemad Gast

  4. spitzpassauf

    spitzpassauf Neues Mitglied

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    Ein neuer Ventelo Fall

    Guten Tag,

    ich bin neu in dieser Runde. Ich habe für ein Gespräch ins englische Festnetz 1,69 Euro pro Minute gezahlt. Da das Gespräch mehr als 1 Stunde dauerte stellt jetzt Ventelo mehr als 100 Euro in Rechnung. Welche Billig-Vorwahl ich damals vor 3 Wochen benutzt habe, weiß ich nicht mehr. Ich hatte sie mir aber bei teltarif rausgesucht.
    Ich möchte den von Spammemad am 02.08.2010 hier veröffentlichten Brief zum § 119 BGB - Anfechtung wegen Irrtum benutzen.
    Frage: Wird die von Spammemad sehr anschaulich beschriebene Vorgehensweise immer noch empfohlen?
    Ich bin gespannt, wie es weiter geht!

    Gruß - spitzpassauf
     
  5. spammemad

    spammemad Gast

    Hallo spitzpassauf,

    "Empfehlungen" sind in diesem Zusammenhang so eine Sache - die Grenze zu einer unerlaubten Rechtsberatung wäre da wohl schnell überschritten. Tue was Du für richtig hälst, hier können nur Anregungen und Informationen veröffentlicht werden.

    Der § 119 BGB ist erstaunlicherweise auch vielen Anwälten nicht geläufig, dabei kann besonders den Bestimmungen zum Schadenersatz (§ 122 BGB Schadensersatzpflicht des Anfechtenden, Absatz 2) leicht entnommen werden, dass dieser Paragraph ausdrücklich für (bzw. gegen) Abzockereien geschrieben wurde. Normalerweise muss nach einer Anfechtung dem Geschädigten (Anfechtungsgegner) sein Schaden komplett ersetzt werden - nur in diesem speziellen Fall, wenn er nämlich den Grund der Anfechtbarkeit wusste oder wissen musste, tritt die Schadensersatzpflicht nicht ein (quasi arglistige Täuschung).

    Damit kann man sich hervorragend gegen viele unseriöse Angebote wehren: Wer erkennbar hoffnungslos überteuerte Angebote macht, muss wegen dem § 119 damit rechnen, dass er für seine Waren oder Dienstleistungen letztendlich keine Bezahlung erhält. Wenn dieser Paragraph allgemein bekannt wäre und regelmäßig angewendet würde, könnten etliche Abzocker einpacken. Und es gäbe wohl viel weniger CbC-Anbieter.

    Eine Anfechtung gemäß § 119 BGB ist bei überteuerten Call-by-Call-Entgelten im Streitfall besonders einfach zu beweisen: Der von dem Anbieter verlangte Tarif (den würde er selbst beweisen oder zumindest kaum bestreiten können, weil er ja entsprechendes Entgeld fordert) und der entsprechende Tarif von der Deutschen Telekom AG (müsste vorgelegt werden). Fertig. Wenn man hier die Anfechtungsfrist einhält, hat man voraussichtlich doch noch ganz besonders billig telefoniert ...

    !00%-ige Sicherheit kann es natürlich nicht geben. Unser Rechtssystem ist halt auch nicht unfehlbar. Aber die Chancen, dass ein CbC-Anbieter hier Klage erhebt, sind wohl schon sehr gering - weil er einen Gerichtsprozess gegen eine Anfechtung wegen Inhaltsirrtum (bei überteuerten Tarifen und rechtzeitiger Anfechtung) nahezu nicht gewinnen kann.

    FG
     
  6. spitzpassauf

    spitzpassauf Neues Mitglied

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    ventelo ...

    Hallo Spammemad,

    vielen Dank für deine schnelle und ermutigende Antwort. Jetzt habe ich zwei Fragen:
    1. Wo/wie bekomme ich den zu diesem Zeitpunkt gültigen Vergleichstarif der Telekom?
    2. Wer aus dieser Runde hat mit §119 BGB widersprochen und kann über seine/ihre Erfahrungen berichten?

    Vielen Dank für alle Antworten!

    Gruß - spitzpassauf
     
  7. peter_pan

    peter_pan Mitglied

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    Es gibt hier schon einen Beitrag, wo Jemand unter Berufung auf §119 Ventolo widersprochen hat und Antwort von Ventolo bekommen hat.

    Nutz mal die Suchfunktion ;)

    Die Begründung von Ventolo, warum er doch zahlen müsse und der § 119 nicht greift, war schon zum Schmunzeln und wurde von spammemad ausführlich kommentiert. Wie die Sache dann weitergegangen ist, weiß ich nicht.
     
  8. spammemad

    spammemad Gast

    Nur noch drucken: http://telekom.dsl-flatrate-angebot...om-auslandstarife-t-home-country-flatrate.pdf

    1. Ich habe bisher den Eindruck gewinnen müssen, dass nur wenige Leute hier lesen und davon dann nur die wenigsten auch schreiben. Diejenigen, die schreiben, haben naturgemäß überwiegend irgendein Problem. Wenn die Fragen beantwortet wurden, war's das dann aber meistens. Feedback kommt grundsätzlich nur sehr wenig.

    2. Die Beiträge mit den Erläuterungen und Musterschreiben zum § 119 sind gerade mal zwei Monate alt. Nach so einer kurzen Zeit können überhaupt noch keine großartigen Erfahrungen oder gar juristische Auseinandersetzungen stattgefunden haben. 1 + 2 = 3

    3. Wahrscheinlich haben bisher neben guss auch noch nicht viele andere gemäß § 119 BGB angefochten (nicht widersprochen, da ist ein bedeutsamer Unterschied!) und obendrein werden dann nur die wenigsten irgendetwas berichten wollen und können. Ich rechne vorerst nicht mit ausführlichen Berichten.

    Zu dem Risiko einer Klage habe ich schon geschrieben, das finanzielle Prozessrisiko kann hier berechnet werden: Prozesskosten berechnen

    Ich bin schon jetzt neugierig, ob wir von einem gewissermaßen "Hütchenspieler" hier demnächst Erfahrungsberichte lesen können ...

    FG
     
  9. spitzpassauf

    spitzpassauf Neues Mitglied

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    Hütchenspieler


    Zur Klarstellung und Erläuterung, was Spammemad meint:
    Es gab ganz früher mal, vor dem Computer- und Handyzeitalter, ein Spiel, das hieß "Spitz pass auf!" Das war ein Reaktionsspiel, das Kinder auch mit ihren - oft langsameren Eltern - spielten.

    Ansonsten möchte ich gern die Runde, bzw. diejenigen die sich so aktiv beteiligen wie Spanmemad, an meinen Erfahrungen beteiligen. (Es ist für mich das erste Mal in diesem Medium.) Wir müssen noch mehr Leuten Mut machen, sich zu wehren!

    Danke an Peter_Pan und an Spamemad!
     
  10. spitzpassauf

    spitzpassauf Neues Mitglied

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    Ventelo ...

    Der Brief an Ventelo mit der Anfechtung nach § 119 BGB ist auf dem Weg nach Köln. Ihr hört von mir.
    Gruß - spitzpassauf
     
  11. spitzpassauf

    spitzpassauf Neues Mitglied

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    Ventelo ...

    Guten Abend an Alle,
    heute kam der Rückschein des Einschreibens an Ventelo (§119 BGB). Im unteren Abschnitt ist die 1. Zeile der Empfangsbestätigung leer. Name und Vorname in GROSSBUCHSTABEN wurden nicht ausgefüllt. In der Zeile darunter ist das Empfangsdatum sowie eine Unterschrift i.A. "Thurmanns" oder ähnlich, jedenfalls nicht eindeutig entzifferbar.
    Kann ich das so akzeptieren oder muss ich da bei der Post wegen Schlampigkeit reklamieren?
    Gruß von Spitzpassauf!
     
  12. spammemad

    spammemad Gast

    Hallo spitzpassauf,

    der Rückschein ist in aller Regel auch mit Kreuzchen (statt einer Unterschrift) ein ausreichender Nachweis dafür, dass Dein Schreiben zugegangen ist. (Die sichere Zustellung von Willenserklärungen)

    Voraussichtlich wird Dein Provider darauf nun mit einem Universal-Dummfug-Schreiben antworten und die Zulässigkeit einer Anfechtung bestreiten. Dieses Schreiben wird wahrscheinlich inhaltlich nur Blödsinn sein. Das ist dann aber eine wasserdichte Bestätigung für den Zugang.

    Abwarten. Nicht einschüchtern lassen. Nicht bezahlen.

    FG
     
  13. spitzpassauf

    spitzpassauf Neues Mitglied

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    ventelo ...

    danke spammemad für die prompte Antwort. Das macht dieses Forum so hilf- und unseren Kampf gegen die "legale" Abzockerei aussichtsreich! Aber es gibt noch viel zu viel Menschen, die klein beigeben und zahlen. spammemad hat alles bestens vorbereitet. Du brauchst in den Musterbrief nur deine Daten einzusetzen und ab geht die Post. Das Porto für Einschreiben mit Rückschein kostet 4,40 Euro. Du brauchst (und sollst auch) keine unangenehme (und überflüssige) Telefonate führen. Alles ober-easy!
    (Bitte spammemad, kannst du die Verlinkung zu deinem Musterbrief 119 BGB herstellen? Ich weiß nicht, wie das geht.)

    Nur Mut - schönes Wochenende - spitzpassauf!
     
  14. spitzpassauf

    spitzpassauf Neues Mitglied

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    ventelo ...

    Hallo Alle!
    Eben ist der Brief von Ventelo gekommen. Ich will euch nicht langweilen und denke außerdem, dass wahrscheinlich der gleiche Text schon in diesem Forum veröffentlicht wurde. Deswegen nur den Schluss:
    "....
    Die Preisgestaltung unterliegt jedem Wettbewerbsunternehmen in diesem Markt selbst und der Kunde hat vor Aufbau der gewünschten Verbindung durch einen Blick auf die Tarifübersicht auf der Webseite seines gewählten Anbieters zu entscheiden, ob er das Angebot annimmt oder nicht.
    Aufgrund der oben näher ausgeführten vertraglichen Nachprüfungspflicht gemäß Ziffer 2.3 AGB konnten Sie über den jeweils gültigen Tarif nicht im Irrtum sein. Der Dienstleistungsvertrag ist somit konkludent mit der Nutzung zustande gekommen.
    Ihrer Einwendung können wir daher nicht folgen. Wir bitten daher diesbezüglich um Ausgleich der Rechnung ohne Kürzung.
    Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gerne unter der Servicenummer 0800-2244552 ...."
    Ich werde, wie es spammemad empfohlen hat, nicht auf das Schreiben reagieren und euch auf dem Laufenden halten.
    Schöne Wochenendgrüße - spitzpassauf!
     
  15. spammemad

    spammemad Gast

    Hallo,

    es handelt sich wahrscheinlich um den gleichen Text, den auch der User guss bekommen hat. Dieses Schreiben: http://forum.billiger-telefonieren....3341027-01011-und-010011-ventelo-ventelo1.pdf aus dem Beitrag http://forum.billiger-telefonieren.de/call-call/315-01011-und-010011-ventelo-5.html#post4323 - ist vollkommen schwachsinnig und hat mit dem Thema Anfechtung eigentlich nichts zu tun. Das ist eben nur das entsprechende Universal-Dummfug-Schreiben von diesem Provider. Deren Kunden können und dürfen sich trotzdem irren.

    Dass da jemand allen Ernstes die Ansicht vertreten will, ein Kunde würde bewusst und willentlich eine Extra-Vorwahl wählen, um damit 20-mal teurer zu telefonieren, finde ich aber schon bemerkenswert. -> Realitätsverlust ? Wiktionary

    FG
     

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