Pilotprojekt

AML: Automatische GPS-Ortung bei Notrufen per Handy hat sich bewährt

Nach einem Jahr Erfahrung mit der Mobilfunktechnik AML, die bei Mobilfunkanrufen an die Notrufnummer 112 automatisch den Standort des Anrufers ermittelt, zeigt sich: Das derzeit als Pilotprojekt betriebene System hilft beim Retten von Leben.

Jörg Schamberg, 29.09.2020, 11:24 Uhr
UnfallBei einem Notfall wie einem Unfall kann die Leitstelle dank ALM schnell den Standort des Anrufers orten.© Stefan Körber / Fotolia.com

Vor einem Jahr, im Herbst 2019, startete ein Pilotprojekt zur Nutzung der Mobilfunktechnik AML ("Advanced Mobile Location") in Deutschland. Bei Anrufen per Mobilfunk an die Notrufnummer "112" wird seitdem automatisch die Position des Anrufers geortet, damit Rettungskräfte schnell den Einsatzort finden und Leben retten können. Denn gerade für Ortsunkundige, die per Smartphone den Notruf anrufen, ist es oft schwierig, Auskunft über den genauen Standort zu geben Dabei zählt meist jede Minute. In seinem Firmenblog berichtet der Mobilfunknetzbetreiber Deutsche Telekom (Angebote der Telekom) Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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aktuell über die bisherigen Erfahrungen mit AML in der Leitstelle Freiburg.

Zwei Drittel der Notrufe von mobilen Geräten

AML laufe bei den bundesweit rund 240 Integrierten Leitstellen seit Herbst 2019 als auf drei Jahre angelegtes Pilotprojekt. Das System zur Positionsbestimmung in Notfällen ist laut Telekom bei der Integrierten Leitstelle in Freiburg im Breisgau angesiedelt. Die Leitstelle in Freiburg ermittelt für jeden Notruf an die "112" die genaue Position des Anrufers und leite die Info umgehend an die Leitstelle vor Ort weiter. Jeden Tag würden für ganz Deutschland dabei rund 40.000 Ortungsdaten zusammenkommen.

"Mittlerweile kommen circa zwei Drittel der Notrufe von mobilen Geräten", erklärt Henning Schmidtpott von der ILS in Freiburg, der quasi der Vater des Systems in Deutschland ist. Zur Nutzung von AML werde keine App benötigt, der Anrufer selbst müsse nichts aktivieren. Bei einem Notruf an die "112" würden sich GPS und WLAN automatisch einschalten - selbst wenn die GPS-Ortung zum Stromsparen deaktiviert wurde.

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Enge Abstimmung mit Google und Apple

Damit dies überhaupt möglich wurde, war eine enge Abstimmung mit Google und Apple erforderlich. Zunächst schien der Start von AML in Deutschland wegen der Vielzahl der integrierten Leitstellen in Deutschland schwierig zu sein. Denn Apple und Google können pro Land nur jeweils einen Endpunkt in den Smartphones konfigurieren, an den die Ortungsdaten gesendet werden. Heraus kam schließlich das nun genutzte Konzept: Die Daten laufen zentral bei der Leitstelle in Freiburg ein und werden dann bundesweit verteilt. Android-Smartphones ab Android 4 und iPhones ab iOS 11.3 unterstützen AML. Schwierigkeiten gebe es noch bei Roaming-Teilnehmern, bei diesen würden die Positionsdaten noch nicht übermittelt. Die Mobilfunknetzbetreiber würden an einer Lösung dafür arbeiten.

Daten werden eine Stunde nach dem Notruf wieder gelöscht

Nach Google und Apple kamen auch die deutschen Mobilfunknetzbetreiber mit an Bord und das Pilotprojekt konnte im vergangenen Jahr starten. Ein besonderer Fokus sei auf ein Datenschutzkonzept gelegt worden. Eine Stunde nach dem Notruf werden alle Daten wieder gelöscht, die Speicherung erfolge zudem verschlüsselt.

Schon nach einem Jahr zeige sich, dass sich AML bewährt habe. Noch zwei Jahre lang laufe das AML-Pilotprojekt über die integrierte Leitstelle in Freiburg. Danach müsse eine Stelle gefunden werden, die das System dauerhaft betreibe.

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