Tablet, Computer & Co.

Apple stellt Neuheiten vor: iPad Pro, iMac, AirTag und Apple TV

Im Rahmen eines Events hat Apple neue Modelle des iPad Pro präsentiert. Der iMac zeigt sich in neuem, dünnen Design. Der Tracker AirTag kann verlorene Gegenstände wiederfinden und Apple TV kommt mit neuer Fernbedienung.

Jörg Schamberg, 21.04.2021, 09:40 Uhr (Quelle: DPA)
Apple iPad (2021) Apple hat unter anderem neue iPad Pro-Modelle mit M1-Chip vorgestellt.© Apple Inc.

Apple lässt die Muskeln spielen: Dank Chips aus eigener Entwicklung fordert der Konzern die PC-Konkurrenz mit einem innovativen Desktop-Computer heraus. Der am Dienstag vorgestellte neue iMac ist nur 11,5 Millimeter dick - dünner als viele Monitore ohne einen Computer im Inneren. Möglich macht das Apple zufolge der Umstieg von Intel-Prozessoren auf die hauseigenen M1-Chips. Dadurch könne man unter anderem drastisch Platz sparen: Statt eines voluminösen Kühlsystems seien lediglich zwei kleine Lüfter notwendig.

Tastatur mit Fingerabdruck-Scanner

Ein weiterer Vorteil des M1-Chips ist, dass er sich eine technische Plattform mit den iPhones teilt, was das Zusammenspiel von Apps erleichtert. Die Tastatur des Geräts bekommt erstmals einen Fingerabdruck-Scanner wie bei den Macbook-Notebooks. Das Display liegt mit 24 Zoll zwischen dem bisherigen kleineren und größeren Modell. Damit alles in das Gehäuse passt, hat Apple das Netzteil ausgelagert. Daran befindet sich auch eine Ethernet-Buchse, mit der man den Rechner per Kabel mit einem LAN-Netzwerk verbinden kann. Das Metallgehäuse ist nun in mehreren Farben zu haben und erinnert an die ersten iMac-Modelle, die Steve Jobs nach seiner Rückkehr zu Apple 1998 eingeführt hatte.

Das Spitzenmodell verfügt auch über einen Thunderbolt- und USB-4-Anschluss, mit dem sich auch große Datenmengen, etwa umfangreiches Foto- und Videomaterial in höchster Auflösung, in wenigen Sekunden übertragen lassen. Über die Schnittstelle lassen sich auch Displays bis zu 6K-Auflösung anbinden, etwa Apples Pro Display XDR.

Die neuen iMacs kosten zwischen 1.449 Euro (256 GB Speicherplatz, Achtkern-Prozessor und Siebenkern-Grafik) und 1.899 Euro (512 GB Speicherplatz, Achtkern-Prozessor und Achtkern-Grafik).

Apple iMac 2021Der neue, dünne iMac ist in verschiedenen Farben erhältlich.© Apple Inc.

Neue iPad Pro-Modelle

Der M1-Chip kommt auch in die neue Generation des Tablet-Computers iPad Pro. Das größere Modell mit einem 12,9-Zoll-Bildschirm erhält zudem ein deutlich verbessertes Display mit kontrastreicherer Darstellung. Das iPad hat sich für Apple mit dem Arbeiten und Lernen von zuhause aus in der Corona-Pandemie zu einem wichtigen Geldbringer entwickelt. Allein im vergangenen Weihnachtsquartal stieg der iPad-Umsatz im Jahresvergleich um gut 40 Prozent.

Das kleinere 11-Zoll-Modell des iPad Pro ist ab 879 Euro (128 GB) zu haben. Eine Vollausstattung mit zwei Terabyte Speicher kostet 2,089 Euro. Ein 5G-Mobilfunkmodem kostet jeweils 170 Euro Aufschlag. Beim größeren 12,7-Zoll-Modell mit dem besseren Bildschirm fangen die Preise bei 1.199 Euro an und steigen bis auf 2.409 Euro. Der 5G-Zuschlag ist identisch.

Apple bringt Tracker AirTag: Gegenstände schnell wiederfinden

Apple AirTag Mit dem neuen Tracker AirTag lassen sich verlorene Gegenstände finden.© Apple Inc.

Apple stellte bei dem Event zudem die seit langem erwarteten AirTags vor - kleine Plättchen, die man an Gegenständen wie Schlüsseln anbringen kann, um diese schnell wiederzufinden. Apple konkurriert damit mit etablierten Anbietern der Technik wie die Firma Tile.

Die nötige Infrastruktur dafür hat Apple bereits mit einem hauseigenen Ortungsnetzwerk, das an die App "Wo ist?" angeschlossen ist. Dabei helfen die über die Welt verstreuten Apple-Geräte, die verlorenen Gegenstände in ihrer Nähe zu finden. Die Kommunikation dafür laufe verschlüsselt und anonym, betont Apple. "AirTag wurde entworfen, um Gegenstände zu verfolgen, nicht Menschen." Neuere iPhones mit einem Ultrawideband-Funkchip an Bord können die mit AirTags versehenen Gegenstände besonders präzise lokalisieren.

Über "Wo ist?" konnten bisher nur Apple-Geräte wie iPhones oder AirPods-Ohrhörer lokalisiert werden. Vor wenigen Tagen öffnete Apple das Netzwerk aber für andere Hersteller - darunter einen Anbieter von Elektro-Fahrrädern. Konkurrent Tile kritisierte schon den möglichen Einstieg von Apple in das Geschäft als unfairen Wettbewerb, weil der Konzern aufgrund des iPhones eine bevorzugte Position bekäme. Apple setzte den AirTag-Preis bei 35 Euro an - genauso viel kostet das teuerste Modell der Tracker von Tile. Auch Smartphone-Marktführer Samsung präsentierte jüngst seine ähnlichen Tracker.

Apple TV mit besserer Bildqualität und neuer Fernbedienung

Apple TV 2021 Das neue Apple TV mit neuer Fernbedienung.© Apple Inc.

Weitere Ankündigungen waren eine neue Version der Fernsehbox Apple TV mit besserer Bildqualität und einer neuen Fernbedienung - die alte wurde oft wegen eines Touch-Felds kritisiert, auf dem man sich leicht verklickte. Bei einer neuen Funktion des Apple TV demonstrierte der Konzern auch exemplarisch das Zusammenspiel seiner verschiedenen Geräte. So soll man ein iPhone nutzen können, um die Farbdarstellung auf dem Fernseher zu verbessern. Es soll genügen, das Telefon an den Bildschirm zu halten. Ein iPhone-Sensor analysiert dann das Licht und passt die Einstellungen der Box an. Das neue Apple TV 4K kostet 199 Euro (32 GB Speicher) oder 219 Euro (64 GB). Die neue Fernbedienung ist auch separat für 65 Euro zu haben.

Neues Abo-Modell für Podcasts

Bei Podcasts führt Apple zusätzlich ein Abo-Modell ein. Autoren können einzelne Episoden nur für zahlende Nutzer zugänglich machen. Abo-Kunden könnten Podcasts auch ohne Werbung hören. Apple baute in den vergangenen Jahren das Geschäft mit Abo-Diensten stark aus. Das wichtigste Produkt des Konzerns bleibt weiterhin das iPhone, das mehr als die Hälfte der Erlöse einbringt.

Wissenswertes zum Thema
Zum Seitenanfang
Der BT-Navigator
Quicklinks