Corona-Pandemie

Armband statt Smartphone: Neue Bluetooth-Spezifikation zur Kontaktverfolgung

Die Bluetooth Special Interest Group (SIG) arbeitet an einer neuen Spezifikation, die zukünftig Wearables fit für die Kontaktverfolgung machen soll. Für die Synchronisation bedarf es aber auch weiterhin ein Smartphone.

Christoph Liedtke, 19.08.2020, 15:49 Uhr
SmartwatchDa nicht jeder ein Smartphone besitzt, sollen bald auch Wearables wie Fitness-Armbänder die Kontaktverfolgung unterstützen.© ryanking999 / Fotolia.com

Apps zur Bekämpfung der Corona-Pandemie sind bereits in vielen Ländern im Einsatz und verfolgen anonymisiert die Kontakte von Smartphone-Nutzern. Aufgrund der großen Verbreitung sind Mobilgeräte hilfreich bei der Kontaktverfolgung. Damit lassen sich aber nicht alle Menschen erreichen.

Kontaktverfolung mit Armbändern statt Smartphones

"In einigen Bevölkerungsgruppen sind Smartphones noch keine Selbstverständlichkeit. Das stellt für die Meldesysteme eine besondere Herausforderung dar", erläutert Prof. Dr. Elisa Resconi, von der Technischen Universität München. Die Integration von Wearables in ein "Exposure Notification"-System (ENS) sei eine sehr effektive Methode, um dessen Wirksamkeit durch Einbezug weiterer Bevölkerungsgruppen zu erhöhen.

Die Bluetooth Special Interest Group (kurz: Bluetooth SIG) arbeitet deshalb an einer neuen Spezifikation, die "Wearables" wie etwa Smartwatches und Fitness-Armbänder in Smartphone-basierte Systeme einbindet. Günstig produzierte Armbänder sollen damit in die Lage versetzt werden Kontakt-IDs auszutauschen. So lassen sich beispielsweise Grundschulkinder oder Senioren ohne Smartphone in die Kontaktverfolgung per Corona-App einbinden.

Synchronisation läuft über ein Smartphone

Die gesammelten IDs werden periodisch mit einem Smartphone, zum Beispiel eines Elternteils, synchronisiert, auf dem sich Warnmeldungen empfangen lassen. Ein erster Entwurf der erweiterten Spezifikation wird innerhalb der nächsten Monate veröffentlicht und durchläuft anschließend die Testphase.

Um eine standardisierte Methode für die Unterstützung von Wearables in der Kontaktverfolgung zu definieren, haben sich mehr als 130 Mitgliedsunternehmen der Bluetooth SIG in der "Exposure Notification Working Group" (ENWG) zusammengeschlossen. In der Entwicklung des Standards für Wearables sollen die gleichen Datenschutz- und Sicherheitsvorkehrungen zum Einsatz kommen, wie bei Smartphone-basierten Systemen.

Die ENWG steht allen Mitgliedsunternehmen der Bluetooth SIG offen und dient als zentrales Diskussionsforum für den effektiven Einsatz der Bluetooth-Technologie zur Eindämmung der Corona Pandemie und anderer Infektionskrankheiten.

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