Besserer Empfang

Bahn will Telefonprobleme im ICE bis 2018 beseitigen

Die Deutsche Bahn rüstet auf: Neue Verstärker sollen in Zukunft eine deutlich stabilere Verbindung bei Gesprächen über das Handy garantieren. Ab 2018 soll das Telefonieren im ICE dann gar kein Problem mehr sein.

Bahn© Thomas Otto / Fotolia.com

Berlin - Abgebrochene Telefonate soll es für Bahnreisende im ICE bald nicht mehr geben. "2018 wird die Telefonie kein Problem mehr sein", kündigte Vorstandschef Rüdiger Grube im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur an.

Neue Verstärker

Die Züge erhalten bis dahin nach und nach neue Verstärker. "In den Zügen, die wir jetzt umgerüstet haben, ist es um den Faktor zehn besser geworden", sagte Grube. "Die Leitungen sind stabil. Auch wenn Sie mit 250 km/h durch einen Tunnel oder durch dünn besiedelte Gegenden fahren - vorausgesetzt die Mobilfunkabdeckung stimmt." Hier arbeiteten die Anbieter an Verbesserungen.

"Heute lautet der erste Satz eines Telefonats häufig: "Hallo, ich bin im Zug. Wenn die Leitung zusammenbricht, rufe ich zurück"", sagte Grube. "Das darf nicht mehr sein im 21. Jahrhundert, im Zeitalter der Kommunikation und Digitalisierung." Bis Ende 2017 sollen deshalb die meisten Züge Verstärker erhalten. Ohne die sogenannten Repeater geht es nicht, weil die Karosserie der Züge kaum Mobilfunksignale durchlässt.

Kostenloses WLAN für die zweite Klasse

Grube bekräftigte, zum Jahreswechsel auch die zweite Klasse im ICE mit kostenlosem WLAN auszustatten. "Wir werden am 1. Januar 2017 in allen ICE-Zügen WLAN haben und zwar in einer deutlich besseren Qualität. Das verspreche ich Ihnen." Von einem bestimmten Volumen an wird die Geschwindigkeit aber gedrosselt. "Wenn Sie die gleiche hohe Geschwindigkeit beibehalten wollen, dann müssen Sie entsprechend bezahlen", sagte Grube, ohne Beträge oder Datenmengen zu nennen. Er versicherte: "Für das übliche Arbeiten und Kommunizieren reicht das kostenlose Datenvolumen aber völlig aus."

Zusätzlich sollen Fahrgäste von Februar an über das ICE-Portal auf Angebote der Online-Videothek Maxdome zugreifen können. "Diese kostenlos verfügbaren Filme und Serien belasten nicht das Datenkontingent unserer Fahrgäste, sondern liegen auf einem Server im Zug."

"WLAN so wichtig wie Toilette"

Anders als im Fernverkehr, den die Bahn eigenwirtschaftlich betreibt, hängt ein WLAN-Angebot im Regionalzügen davon ab, ob die Bundesländer oder die regionalen Verkehrsverbünde es auch bestellen. Grube sagte, er sei mit Bestellern und Mobilfunkanbietern im Gespräch, um "baldmöglichst" WLAN auch in Regionalzüge zu bringen. "WLAN im Zug ist für viele Kunden mittlerweile so wichtig wie die Toilette."

Quelle: DPA

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