Markt-Trends

Befragung: LTE boomt, App-Hype flacht ab

Einer Konsumenten-Befragung von Deloitte zufolge ist LTE bei den Konsumenten mittlerweile angekommen. Der Report zeigt weitere interessante Entwicklungen: So wird nicht mehr so viel mit App-Downloads experimentiert und Smartphones sind inzwischen weiter verbreitet als Laptops.

Handygebrauch© Elenathewise / Fotolia.com

Stuttgart/München - Smartphones haben erstmals eine größere Verbreitung als Laptops, zeigt der Global Mobile Consumer Survey 2015 von Deloitte. Wearables stehen in Deutschland vor dem Durchbruch, LTE hat hingegen schon den Markt erobert. Dennoch bleibt WLAN die am häufigsten verwendete Datenverbindung. Etabliert haben sich Streaming-Angebote auf mobilen Geräten, Apps dagegen werden seltener installiert. Dem Trendthema Internet der Dinge ist hierzulande eine eher langsame Entwicklung beschieden - insbesondere Datenschutzbedenken sind ein Hindernis.

Smartphones als neue Nummer eins

Erstmals ist das Smartphone die verbreitetste mobile Gerätekategorie in Deutschland und löst damit den Laptop ab. Drei Viertel der Konsumenten haben Zugriff auf ein smartes Telefon, bei unter 18- bis 24-Jährigen sind es sogar 90 Prozent. Tablets sind bereits in fast jedem zweiten Haushalt zu finden. Das im letzten Jahr rückläufige Interesse an Wearables, insbesondere an Smart Watches, hat seine Talfahrt beendet - acht Prozent der Befragten planen eine Anschaffung innerhalb der nächsten zwölf Monate, im Vorjahr waren es noch drei Prozent.

Der App-Hype scheint vorbei zu sein

Ihre mobilen Endgeräte nutzen deutsche Konsumenten meist zum Lesen von Online-News, gefolgt vom Streaming von Short-Form-Videos - diese Streaming-basierten Inhalteangebote haben sich etabliert. Die datenintensiven Dienste werden vorrangig über heimische WLAN-Verbindungen genutzt. Ein klarer Abwärtstrend zeigt sich bei Apps. Neue Apps werden nur dann installiert, wenn sie einen Mehrwert versprechen. Der Großteil der Konsumenten verzichtet auf Experimente mit neuen Downloads - der Hype ist verflogen, folgert Deloitte.

Hardware-Vertrieb hauptsächlich übers Internet

In Deutschland werden mobile Endgeräten früh ersetzt, 58 Prozent der genutzten Smartphones sind maximal 18 Monate alt. Online-Shops sind beim Smartphone-Kauf die erste Wahl: 42 Prozent der Mobiltelefone werden im Internet gekauft, rund jedes Dritte im Geschäft. Im Internet müssen sich die Netzbetreiber reinen Online-Händlern geschlagen geben, im stationären Handel den großen Elektronikmärkten. Chancen für Mobilfunkanbieter liegen jedoch in Beratungsqualität und im technischen Support vor Ort.

LTE erfährt Boom

Nach bisher nur mäßigem Erfolg kommt LTE mit neuen Tarifangeboten bei den Konsumenten in Fahrt: 22 Prozent der deutschen Mobilfunkkunden nutzen die Breitbandverbindungen - 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Dennoch bleibt WLAN die häufigste Datenverbindung unter Smartphone- und Tablet-Nutzern und baut seinen Vorsprung sogar aus. Dazu tragen datenintensive Audio- und Videostreams erheblich bei. An Multiplay-Diensten zeigen Verbraucher dagegen nur ein begrenztes Interesse.

Internet der Dinge kommt aus der Nische

Das Trendthema Internet of Things (Internet der Dinge) ist in der Mehrzahl der deutschen Haushalte bislang nicht angekommen, einzelne Technologien finden dennoch Anklang. Produktkategorien wie Smart-Home-Geräte oder Connected Cars fristen nach wie vor ein Nischendasein, das Interesse steigt jedoch. Größtes Hindernis sind die Datenschutzbedenken der Konsumenten: 42 Prozent der Deutschen lehnen eine Datenweitergabe grundsätzlich ab, 34 Prozent würden sie nur mit bestimmten Anbietern teilen. Transparenz und ein hohes Datenschutzniveau könnten Deloitte zufolge der Schlüssel zum Massenmarkt werden.

Für den Global Mobile Consumer Survey 2015 von Deloitte wurden weltweit 49.500 Konsumenten, darunter 2.000 in Deutschland, befragt.

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