Trendwende

Bei der Telekom gehts wieder aufwärts

Der Aufschwung des US-Geschäfts bringt der Deutschen Telekom die lang ersehnte Trendwende. Dank der Übernahme von MetroPCS und hohen Ausgaben für die Kundengewinnung ist der Umsatz 2013 laut Experten erstmals seit Jahren wieder gestiegen.

Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Bonn (dpa-AFX/red) - Solide Geschäfte auf dem Heimatmarkt bilden die zweite Stütze. Wegen der Marketingkosten dürfte der operative Gewinn allerdings leicht gesunken sein. Unterm Strich haben sich die Bonner nach einer milliardenschweren Wertminderung 2012 auf die amerikanische Mobilfunksparte T-Mobile US wieder in die schwarzen Zahlen vorgearbeitet. Das im Dax notierte Unternehmen legt am Donnerstag (6. März) seine Jahreszahlen vor.

Jahresziele dürften erreicht werden

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) wird ihre Jahresziele erreichen, sind sich Beobachter sicher. Wegen der Investitionen in den USA hatte der Konzern im August seine Prognose leicht gekappt: Beim Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Sonderposten (bereinigtes EBITDA) werden in diesem Jahr statt 18 Milliarden nur noch 17,5 Milliarden Euro erwartet. In der Prognose wurde MetroPCS für acht Monate berücksichtigt. Der freie Barmittelzufluss soll statt 5 Milliarden Euro nur noch 4,5 Milliarden Euro betragen.

Laut einer von der Telekom erhobenen Analystenumfrage ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr von 58,2 Milliarden auf 60 Milliarden Euro gestiegen. Das bereinigte EBITDA dürfte nach den Schätzungen auf 17,45 Milliarden Euro gesunken sein. Die starke Expansion, besonders in den USA, macht sich bemerkbar und lastet auf den Margen. Unterm Strich werden 1,88 Milliarden Euro Gewinn erwartet, nach einem abschreibungsbedingten Fehlbetrag von 5,3 Milliarden Euro im Vorjahr.

Solider Heimatmarkt

Der Fokus der Anleger wird auf der Entwicklung des Deutschlandgeschäfts liegen. Anders als einige andere ehemalige Monopolisten in Europa verfügt die Telekom über einen soliden Heimatmarkt. Deutschland liefert immer noch die Hälfte des operativen Gewinns. Hier dürfte sich das Vertragskundenwachstum im Mobilfunk fortgesetzt haben. Dagegen dürfte der Konzern angesichts der Konkurrenz durch Kabelnetzbetreiber Breitbandkunden verloren haben. Im direkten Vergleich ist die Kapazität des Kabel sehr attraktiv für Kunden.

Zwangs-Preissenkung in Südeuropa

Das größte Potenzial hat die Telekom in den USA. Die US-Tochter T-Mobile hatte bereits Zahlen vorgelegt. Der Zustrom neuer Kunden setzte sich dank des aggressiven Marketings und niedriger Preise fort. Allerdings schlug sich diese Strategie in einem niedrigen durchschnittlichen Monatsumsatz pro Kunden nieder. In der Europa-Sparte muss sich zeigen, ob sich das Geschäft wieder aufhellt. In mehreren südeuropäischen Ländern hatten Regulierer niedrigere Preise erzwungen. Auch zeigen sich Kunden angesichts des Konjunktureinbruchs wegen der Schuldenkrise zurückhaltender.

Der Interesse von Investoren dürfte zudem auf die margenschwache IT-Sparte Systems-Solutions gerichtet sein. Presseberichten zufolge steht eine Restrukturierung an, welcher 6.000 bis 8.000 Arbeitsplätze zum Opfern fallen könnten. Experten schätzen die Kosten für einen solchen Schritt auf etwa eine Milliarde Euro.

Quelle: DPA

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