Konsum

Das Smartphone als Zeitfresser und Stressfaktor

Das Smartphone hat immer mehr Funktionen, die Nutzung wird immer intensiver. Viele Menschen empfinden dies bereits als Belastung und schätzen auch ihren eigenen Smartphone-Konsum als zu hoch ein.

Melanie Zecher, 09.03.2020, 11:25 Uhr
Smartphone Ärger© Minerva Studio / Fotolia.com

Musik oder Podcasts hören, Nachrichten oder E-Mails lesen, die neueste Folge der Lieblingsserie schauen, Rechnungen bezahlen oder auch die Heizung einschalten – all das können Smartphone-Besitzer und damit 89 Prozent der Deutschen immer und überall. Eigentlich sind Smartphones die perfekten Helfer für einen effizienteren Alltag, doch tatsächlich empfinden immer mehr Nutzer die Geräte als Zeitfresser und Stressfaktor. Das sind die Ergebnisse einer Untersuchung des Consulting-Dienstleisters Deloitte.

Der Grund für diese Entwicklung liegt Dr. Andreas Gentner von Deloitte zufolge daran, dass die Nutzungsintensität dank immer neuer Funktionen weiter gestiegen ist und sich immer mehr Dinge mit dem Smartphone erledigen lassen.

Drei Gründe für intensive Nutzung

Kommunikation

Vor allem die Nutzung von Mail- und Messagingdiensten ist seit 2017 noch einmal deutlich gestiegen. 69 Prozent der Befragten kommunizieren täglich über Messenger, das entspricht einer Steigerung von 13 Prozent im Vergleich zu 2017. WhatsApp ist dabei der beliebteste Messenger. 28 Prozent der Nutzer schauen sogar stündlich nach, ob sie neue Nachrichten haben, bei den Jüngeren unter 24 sind es sogar 51 Prozent. Nach den Messaging-Diensten ist weiterhin die E-Mail am beliebtesten. 51 Prozent der Befragten schreiben oder lesen täglich ihre E-Mails am Smartphone, ein Plus von 19 Prozent seit 2017. Der Rückgang von klassischer Sprachtelefonie und SMS fällt dagegen moderater aus als in den Jahren zuvor.

Arbeit

Der Anteil jener Befragten, die ihr Smartphone häufig auch außerhalb ihrer Arbeitszeiten für Berufliches verwenden, hat sich verdoppelt und liegt nun bei 59 Prozent. Besonders stark zeigt sich dieser Trend in den jüngeren Altersgruppen. Zudem ersetzt das Smartphone im beruflichen Kontext immer häufiger das klassische Festnetztelefon, so gaben 40 Prozent der Befragten an, mit ihrem Smartphone beruflich zu telefonieren – ein Plus von 13 Prozent seit 2017.

Unterhaltung

Aber auch bei der Freizeitgestaltung hat das Smartphone an Bedeutung gewonnen. "Die deutlichen Zuwächse bei Games, Musik, TV und Videos zeigen, dass die Verbraucher diese mobilen Unterhaltungsangebote annehmen. Der Boom beim Streaming von Inhalten wird auch von der mobilen Nutzung per Smartphone befeuert," erklärt Dr. Andreas Gentner.

Belastung durch hohen Smartphone-Konsum

Smartphone-Besitzer verbringen also immer mehr Zeit mit ihren Geräten, und das empfinden viele Menschen zunehmend auch als Belastung. 38 Prozent der von Deloitte Befragten schätzen ihre eigene Smartphone-Nutzung als zu hoch ein. Bei den 18- bis 24-Jährigen sind sogar 63 Prozent der Meinung, dass sie zu viel Zeit am Smartphone verbringen. 31 Prozent aller Studienteilnehmer sprechen von einem regelrechten Zwang, dauernd auf ihr Smartphone schauen zu müssen, und 17 Prozent klagen sogar über physische Symptome wie Kopfschmerzen oder Probleme mit den Augen.

"Das Smartphone erhöht die Geschwindigkeit des Alltags und führt manchmal auch zu ungewollten Auswirkungen auf den Tagesablauf, wie beispielsweise das Beantworten von Arbeitsmails in der Freizeit", so Gentners Bilanz. "Dadurch wird das Smartphone für Menschen auch zum Stressfaktor. Unsere Umfrage zeigt, dass knapp ein Viertel der Befragten bereits einen effektiven Weg gefunden hat, um weniger Zeit am Smartphone zu verbringen: 24 Prozent haben schon Apps gelöscht, die sie als Zeitfresser wahrgenommen haben."

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