Seniorenstudie

Digital verbunden durch die Krise: Senioren nutzen Smartphones öfter

Das Smartphone und die digitale Kommunikation insgesamt sind einer Umfrage zufolge für Senioren wichtiger geworden. Über die Hälfte der Befragten gab an, das Smartphone in der Corona-Krise häufiger zu nutzen. Jeder zweite wünscht sich mehr Tipps zum Umgang mit digitalen Kommunikationsmitteln.

Diana Schellhas, 03.11.2020, 11:38 Uhr
SmartphoneDer Umfrage zufolge nutzen vier von fünf Befragten das Smartphone auch für den Austausch via WhatsApp und E-Mail.© WavebreakmediaMicro / Fotolia.com

Das Corona-Virus hat Europa und Deutschland fest im Griff. Aus der Pandemie resultieren dramatische Veränderungen und Einschränkungen für die gesamte Gesellschaft, besonders jedoch für Senioren. In Sachen Digitalisierung hat sich in der Krise in so kurzer Zeit so viel getan, wie in vielen Jahren zuvor nicht, schließt die deutsche Seniorenliga e.V. und stellt in diesem Zusammenhang die Studie "Smart im Alltag 2020" mit 1.100 Smartphone-Besitzern ab 65 Jahren vor.

Wie wichtig ist das Smartphone für Senioren im Alltag?

Unter den Teilnehmern der Befragung zeigte sich eine sehr positive Grundeinstellung gegenüber Smartphones. Demnach ist das eigene Smartphone für 74 Prozent der Teilnehmer in vielen Situationen des Alltags hilfreich, für über die Hälfte (51 Prozent) macht es das Leben schlichtweg leichter. Dementsprechend haben 61 Prozent der Befragten ihr Smartphone auch unterwegs immer dabei. Bedingt durch die Corona-Pandemie, hat sich diese Einstellung zu digitaler Kommunikation und zur Smartphone-Nutzung nochmals grundlegend verändert. So geben zwei Drittel (65 Prozent) der Befragten an, dass die Corona-Pandemie ihnen gezeigt hat, wie wichtig es ist, "digital dabei zu sein".

Smartphone wird in der Corona-Krise häufiger genutzt

Vor allem die Pflege sozialer Kontakte ist für viele Ältere ein wichtiger Aspekt: So meinten vier von fünf Befragten, dass sie das Smartphone nicht nur zum Telefonieren, sondern auch für den Austausch über WhatsApp (81 Prozent) oder mit E-Mails (61 Prozent) nutzen. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) hat das Smartphone während der Corona-Isolation häufiger benutzt.

Senioren wünschen sich mehr Informationen zur Smartphone-Nutzung

"Zwar sehen wir, dass immer mehr Ältere aufgeschlossen für den technischen Fortschritt sind und souverän mit der Digitalisierung umgehen", sagt Gerhard Fieberg, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Seniorenliga. Dennoch müsse die Digitalkompetenz bei Älteren weiter ausgebaut werden. Eine digitale Spaltung spiegele die Selbsteinschätzung der Befragten hinsichtlich ihrer Smartphone-Kenntnisse wieder. Nur knapp die Hälfte (46 Prozent) schätzt sie als gut bis sehr gut ein. Die mangelnde Digitalkompetenz vieler älterer Menschen gelte es zu beheben. Die Digitalisierung müsse in allen Bereichen des Lebens älterer Menschen mit Informations- und Schulungsmaßnahmen dringend vorangetrieben werden. Die Botschaft der befragten Nutzer hierzu sei eindeutig: Jeder Zweite (57 Prozent) erwartet sich mehr Information und konkrete Tipps zu digitaler Kommunikation, und fast alle Befragten (95 Prozent) wünschen sich ein Smartphone, das vor allem gut zu bedienen ist.

Wissenswertes zum Thema
Zum Seitenanfang
Der BT-Navigator
Quicklinks