Rückzieher

E-Plus lenkt bei Daten-Flatrates ein

E-Plus hatte geplant, bei seiner Marke Base die Datenflatrate quasi abzuschaffen. Die sogenannte Datenautomatik trifft jedoch nicht nur bei Kunden auf Widerstand. Die Verbraucherzentrale mahnte E-Plus ab, woraufhin das Unternehmen einen Rückzieher machte.

Smartphone© Robert Kneschke / Fotolia.com

Düsseldorf (AFP/red) - Verbraucherschützer haben dem Mobilfunkanbieter E-Plus für eine im Juni eingeführte Tarifänderung den Riegel vorgeschoben. Kunden mit Base-Verträgen fürs mobile Internet habe E-Plus über die vereinbarte Datengrenze hinaus kostenpflichtiges Volumen fürs schnelle Surfen im Netz unterjubeln wollen, teilte am Donnerstag in Düsseldorf die Verbraucherzentrale (VZ) Nordrhein-Westfalen mit.

Mehrkosten statt Drosselung

Kunden hätten dadurch entstehende Mehrkosten nur umgehen können, wenn sie ihr Datenvolumen nicht ausreizten. Es wäre ihnen aber nicht möglich gewesen, so wie bisher, jenseits der eigenen Datengrenze mit langsamerer Geschwindigkeit und ohne Extra-Kosten im Netz zu surfen. Stattdessen war vorgesehen, dass bis zu dreimal kostenpflichtig Volumen nachgebucht wird. Wer öfter als dreimal hintereinander dieses Limit erreicht, sollte zudem automatisch in eine höhere Datenoption gesteckt werden.

E-Plus will Regelung wieder streichen

Das von den Verbraucherschützern kritisierte Verfahren namens Datenautomatik hätte den Angaben zufolge seit 1. Juni für alle neu abgeschlossenen Verträge gelten sollen und wäre zudem nach und nach bei automatischen Vertragsverlängerungen mit aufgenommen worden. Nachdem die VZ den Konzern dafür aber abgemahnt habe, wolle E-Plus die Regelung zum 1. August wieder streichen. Kunden, die sich nie bewusst für die Datenautomatik entschieden hätten, könnten möglichen durch das System entstandenen Zusatzkosten widersprechen.

Update: Stellungnahme von E-Plus

"Es trifft sich mit den Forderungen der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, dass E-Plus und Base die Datenautomatik mit einer zusätzlichen Wahlmöglichkeit für die Kunden ausgebaut hat", heißt es dazu in einer Stellungnahme von E-Plus.

Das Unternehmen weist zudem darauf hin, dass Kunden bei der kostenlosen Hotline anrufen müssen, um die Datenautomatik abschalten zu lassen. "Angefallene Kosten für die letzte Volumenerhöhung werden selbstverständlich gutgeschrieben", heißt es weiter. Auf die Möglichkeit, die Datenautomatik per Hotline zu deaktivieren, würden Kunden auch per SMS informiert, die vor der automatischen Umstellung in den nächsthöheren Datentarif versendet wird.

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Quelle: AFP

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