Der feine Unterschied

Eine Datenflatrate ist kein wirklicher Pauschaltarif

Mobiles Internet gilt den Mobilfunkunternehmen als der letzte Schrei. Doch die Daten-Flatrate für das mobile Internet existiert nur in der Werbung. Denn ab einer bestimmten Datengrenze greift die Drosselung, dann ist Schneckentempo angesagt.

25.02.2011, 08:53 Uhr
Mobilfunk Tarife© Uwe Malitz / Fotolia.com

Frankfurt/Main (dapd/red) - Da die Preise für Sprachtelefonie eher nach unten weisen, erwarten die Betreiber neue Umsatzschübe durch Smartphones und Tablett-PC. Doch wer nun glaubt, mit dem Gerät unbegrenzt im Internet surfen oder gar Videos betrachten zu können, muss sich auf eine unliebsame Überraschung einstellen.

Irgendwann greift die Drosselung bei der Datenflatrate

Denn die Pauschaltarife oder Flatrates, die im allgemeinen mit den Geräten verkauft werden, erlauben die Nutzung des Internets von unterwegs nicht so unbegrenzt, wie die Werbung glauben machen will. Praktisch alle Tarife enthalten eine Mengenbegrenzung. Ist das Limit erreicht, wird für den Rest des Abrechnungsmonats die Höchstgeschwindigkeit des Internetzugangs so stark eingebremst, dass der Nutzer zwar noch seine E-Mail abfragen kann, größere Datenströme wie bei Videos aber praktisch nicht mehr nutzbar sind.

Das trifft vor allem die Nutzer von iPad und Co. Die Tablets sind noch wesentlich stärker als Smartphones auf ständigen schnellen Internetzugang angewiesen, um die versprochene Benutzererfahrung bieten zu können.

Siegeszug der Tabletts bringt Betreiber in Schwierigkeiten

Wann die Begrenzung zuschlägt, hängt natürlich vom Tarif ab. Wer mehr zahlt, bekommt auch mehr. Das ist auch nicht erst seit kurzem so, sondern praktisch seit Beginn der Smartphone-Ära. Insofern haben die Mobilfunkkonzerne längst erkannt, was neuerdings immer einmal wieder in Diskussionen auftaucht: Dass Datenflatrates kein Geschäft mehr sind, wenn sie nicht nur von einer Minderheit der Kunden genutzt werden. Mit dem erwarteten Siegeszug der handlichen Datentablets entsteht für die Netzbetreiber das Problem, dass die Netzkapazitäten unter dem Ansturm der datensaugenden Mobilgeräte schon bald an ihre Grenzen kommen könnten.

Unbegrenzt heißt nicht unbegrenzt schnell

Und so steht in den Tariflisten der großen Anbieter zwar, das Datenvolumen für die mobile Internetnutzung sei unbegrenzt. Tatsächlich aber ist im ungünstigsten Fall schon bei 200 Megabyte Schluss. Danach flutschen die Daten nicht mehr mit maximal 7,2 Megabit pro Sekunde in das Handy, sondern nur noch mit 64 Kilobit. Das war nur schnell, als es noch nichts Besseres als ISDN gab.

Für das Smartphone gibt es ab etwa 50 Euro ein Gigabyte mit voller Geschwindigkeit. Bei reinen Datentarifen für Tabletts oder UMTS-Sticks bleibt das Prinzip gleich, die Preise sind aber niedriger und die Limits höher. Je nach Anbieter sind drei Gigabyte mit Geschwindigkeiten bis 7,2 Megabit pro Sekunde für etwa 30 Euro zu bekommen. Mehr und oder schneller kostet extra. Datenlimits von fünf oder gar zehn Megabyte dürften für die meisten Nutzer reichen, meinen die Anbieter.

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