Messreihe

Funkwellen-Exposition vor allem durchs eigene Handy

Funkwellen von Radiosendern, WLAN-Netzen oder Mobilfunkmasten haben einen geringeren Einfluss auf die Bevölkerung als die Nutzung von Handys. Aber auch hier werden Grenzwerte kaum ausgeschöpft, so eine Studie der TU Ilmenau.

Mobiltelefonie© Edyta Pawlowska / Fotolia.com

Berlin/München – Die Bevölkerung ist im Alltag nur in geringem Maße den hochfrequenten Funkwellen von umgebenden Rundfunk- und Mobilfunksendern, WLAN-Netzwerken, Mobilfunkendgeräten und DECT-Telefonen ausgesetzt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Technischen Universität (TU) Ilmenau im Auftrag des Informationszentrums Mobilfunk e. V. (IZMF).

Ohne eigenes Handy kaum Einfluss von Funkwellen

Die in verschiedenen Alltagsszenarien ermittelte Gesamtexposition schöpfe für jemanden, der kein eigenes Handy benutzt, im Mittel lediglich 0,003 Prozent des Grenzwertes aus. Wer in typischen Alltagsszenarien zusätzlich mit dem eigenen Mobiltelefon telefoniere, erhöhe seine Exposition deutlich. Sie bleibe aber auch dann immer noch weit unter den Grenzwerten und liege im Schnitt bei rund 8,5 Prozent Grenzwertausschöpfung.

"Mit der aktuellen Messreihe wollen wir verständlich erklären, welche Immissionsquellen im Alltag dominieren und wie der Verbraucher durch eine bedachte Nutzung seiner Endgeräte die persönliche Exposition minimieren kann", erläutert Dagmar Wiebusch, Geschäftsführerin des IZMF, die Zielsetzung der Studie.

Abstand von einem Zentimeter bringt schon viel

Nutze man ein eigenes Mobiltelefon (am Kopf), dann dominiere dieses die persönliche Gesamtexposition – egal, in welchem Szenario man sich bewege. Wie hoch der jeweilige Beitrag des Mobiltelefons sei, hänge dabei in erster Linie von der Mobilfunkversorgung und den Empfangsbedingungen ab. Die Laboruntersuchungen am SAR-Messkopf zeigten, dass die persönliche Exposition zusätzlich durch die Haltung des Gerätes verringert werden könne: "Bereits in einem Abstand von nur einem Zentimeter vom Kopf liegt der Expositionsbeitrag zwei Drittel unter dem Wert, der bei direktem Kopfkontakt auftritt", erläutert Studienleiter Dr. Christian Bornkessel von der TU Ilmenau.

Handys im Klassenzimmer

WLAN-Dienste fanden sich zwar an vielen Messpunkten im Wohn- und Büroumfeld sowie in Klassenzimmern; diese trugen der Studie zufolge aber nur minimal zur Gesamtimmission bei. Die Messergebnisse in der Schule hätten auch gezeigt, wie sich die Gesamtexposition der Schüler verändere, wenn viele Handys aktiv seien. Während des Unterrichts, bei dem die Schüler ihre Mobiltelefone nicht benutzten, sei nur eine geringe Exposition gemessen worden. Die Immissionen im Klassenzimmer hätten jedoch deutlich zugenommen, als rund 20 Schüler ihre Handys gleichzeitig einschalteten. Hier sei die Grenzwertausschöpfung auf 0,013 Prozent angestiegen.

Qualität der Funkversorgung ist bedeutend

Die Hochfrequenz-Exposition auf öffentlichen Plätzen oder Großveranstaltungen hängt stark von der Qualität der Funkversorgung vor Ort ab. In direkter Nähe zu einer Mikrozelle mit kleinem Wirkungskreis lagen laut Studie die Immissionen beispielsweise höher, als sie durch ein dicht ausgebautes Mobilfunknetz erzeugt werden. Das zeige die Messung in einem Café am Marienplatz, wo in rund zehn Meter Entfernung zu einer Mikrozellen-Mobilfunkantenne der höchste Wert der gesamten Messreihe ermittelt worden sei.

Bei Fahrten im Fern- und Nahverkehr zeigten sich ebenfalls signifikante Unterschiede. Der höchste Wert sei im Handybereich eines ICE gemessen worden. Im Regionalexpress und in der U-Bahn, die nicht durch Repeater versorgt werden, traten der Untersuchung zufolge deutlich niedrigere Immissionswerte auf.

Handys und Smartphones mit geringem SAR-Wert

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