Umfrage

Geplante Corona-App trifft auf viel Ablehnung

Nur etwa die Hälfte der Deutschen würde eine Corona-App, wie sie derzeit geplant wird, nutzen. Eine Umfrage von Infratest Dimap zeigt außerdem, dass eine große Mehrheit mit der Kontaktsperre einverstanden ist.

Melanie Zecher, 03.04.2020, 13:12 Uhr (Quelle: DPA)
Telekom Corona-App© Deutsche Telekom AG

Über die Einführung einer Anti-Corona-App sind die Deutschen einer Umfrage zufolge gespalten. Etwa 47 Prozent aller Wahlberechtigten wären bereit, eine solche App auf ihrem Smartphone zu installieren und zu nutzen, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Erhebung von Infratest Dimap für den ARD-"Deutschlandtrend" hervorgeht.

Sorge um Datenschutz und Persönlichkeitsrechte

Rund 45 Prozent der Befragten würden eine solche App jedoch nicht nutzen. Als Hauptgründe für eine Ablehnung der neuen Technologie nannten 41 Prozent der Befragten Datenschutz, Angst vor Überwachung oder Eingriffe in Persönlichkeitsrechte. Andere halten eine solche Maßnahme für unnütz oder technisch zu schwierig.

Breite Zustimmung zum Kontaktverbot

Eine deutliche Mehrheit von 93 Prozent der Deutschen befürwortet dagegen weiterhin ein Fortbestehen der geltenden Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Nur sechs Prozent der Befragten gaben demnach an, die Beschränkung auf den eigenen Haushalt oder auf eine weitere Person außerhalb des Haushalts abzulehnen. Damit ist die Zustimmung für die Maßnahme im Vergleich zur Vorwoche nur leicht um zwei Prozentpunkte gesunken.

Wirtschaft und europäische Solidarität

Groß (43 Prozent) oder sehr groß (32 Prozent) ist aber auch die Sorge um die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands in der Corona-Krise. Weniger als ein Viertel der Befragten (24 Prozent) gaben an, ihre Sorge um die deutsche Wirtschaft sei weniger groß (21 Prozent) oder klein (3 Prozent). Im Vordergrund steht dabei die Angst, die eigene wirtschaftliche Lage könne sich verschlechtern.

Weitgehend einig sind sich die Deutschen wiederum in Fragen der europäischen Solidarität. Rund 95 Prozent sind der Meinung, dass sich die EU-Staaten gegenseitig bei der Behandlung von Patienten und dem Austausch von Schutzkleidung unterstützen sollten.

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