Neuausrichtung

Gigaset setzt Hoffnung auf Smartphones

Gigaset, Hersteller von Schnurlostelefonen, will in den Smartphone-Markt einsteigen. Das Unternehmen arbeitet schon länger an einer Neuausrichtung, denn die Geschäfte laufen eher schlecht. Die ersten Geräte sollen noch in diesem Jahr kommen.

Gigaset

München (dpa/red) - Der Telefonhersteller Gigaset bleibt in den roten Zahlen und hängt viele seiner Hoffnungen auf das Geschäft mit eigenen Smartphones. Noch in diesem Jahr will das Unternehmen die ersten Geräte auf den hart umkämpften Markt für Mobiltelefone bringen, wie Firmenchef Charles Fränkl am Mittwoch zur Vorlage der Bilanz 2014 mitteilte. Die Geräte sollen zum Großteil in einem Gemeinschaftsunternehmen in China hergestellt und entwickelt werden.

Geschäft mit Schnurlostelefonen schrumpft

Das bisherige Kerngeschäft mit Schnurlostelefonen werde in diesem Jahr allerdings weiter schrumpfen, wenn auch etwas langsamer als zuletzt. Das zeige, wie wichtig es sei, in neue Geschäftsfelder zu investieren. Die würden allerdings auch 2015 noch nicht die Rückgänge bei Schnurlostelefonen ausgleichen können.

Gigaset rechnet mit weniger Umsatz und Gewinn

Deswegen rechnet Gigaset auch für dieses Jahr mit weniger Umsatz, angesichts der Ausgaben für neue Produkte aber auch mit einem geringeren Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Auch unter dem Strich dürfte ein Minus stehen. 2014 war der Umsatz um gut 12 Prozent auf rund 326 Millionen Euro geschrumpft, der Verlust verringerte sich von 34,6 auf 16,6 Millionen Euro.

Gigaset, einst aus dem Siemens-Telefongeschäft entstanden, arbeitet nach einer wechselvollen Geschichte seit einigen Jahren an einem Neustart. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 1400 Menschen. Siemens als ehemals führender deutscher Handyhersteller hat sich bereits 2005 unter Schmerzen aus dem Mobiltelefon-Geschäft verabschiedet.

Smartphone-Markt wandelt sich schnell

Fest steht: der Markt ist nicht einfach, auch wenn er kräftig wächst. Weltweit wurden 2014 rund 1,3 Milliarden Smartphones verkauft, ein Plus von mehr als 26 Prozent. Vorne liegen die Branchenriesen Samsung und Apple. Dahinter folgen eine ganze Reihe von Herstellern, meist aus Asien. Doch der Markt wandelt sich rasch: So kämpft Microsoft nach der Übernahme der Handysparte des einstigen Weltmarktführers Nokia darum, nicht den Anschluss endgültig zu verlieren. Und BlackBerry hat erheblich an Marktanteilen eingebüßt.

Quelle: DPA

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