Handytarife

Google startet Mobilfunkangebot in den USA

Google hat in den USA sein erstes Mobilfunkangebot gestartet. Es unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von Tarifen, wie wir sie gewohnt sind. Nutzbar ist das Angebot nur auf einem Smartphone-Modell, man benötigt außerdem eine Einladung.

Google Nexus 6Nexus 6© Motorola Mobility

New York/Mountain View (AFP/dpa/red) - Google startet ein eigenes Mobilfunkangebot für Kunden in den Vereinigten Staaten. Der Project Fi genannte Dienst werde zunächst für das Google-Smartphone Nexus 6 verfügbar sein, teilte der US-Internetriese am Mittwoch mit. Zunächst ist der Dienst nur in den USA und auf Einladung verfügbar, Interessenten müssen sich bei Google anmelden.

Neues Tarifmodell könnte Markt verändern

Trotz dieser Einschränkungen könnte Project Fi mit seinem nutzungsabhängigen Bezahlmodell das amerikanische Mobilfunk-Geschäft verändern. Google schreibt den Nutzern am Ende des Monats das nicht verbrauchte Datenvolumen gut. Üblicherweise verfällt das ungenutzte Kontingent einfach.

Ein eigenes Mobilfunknetz baut der Konzern nicht auf. Stattdessen sollen sich Nutzer von Project Fi über die Netze der Anbieter Sprint und T-Mobile sowie über mehr als eine Million Hotspots mit drahtlosen Internetzugängen verbinden können. Das Smartphone sucht sich dabei automatisch die schnellste Verbindung.

Setzt Google Mobilfunker unter Druck?

Zugleich macht der eigene Service Googles Verhältnis zu den Mobilfunkern komplizierter. Sie sind wichtige Partner bei Googles Smartphone-System Android. Ihre Marketing-Entscheidungen können den Absatz von Android-Telefonen verschiedener Hersteller beeinflussen. Die Konditionen von Google Fi könnten aber die beiden Branchenführer AT&T und Verizon Wireless bei ihren Preismodellen unter Druck setzen.

Auch wenn der Dienst nur in den USA angeboten wird, erwartet EU-Digitalkommissar Günther Oettinger auch Auswirkungen auf den europäischen Markt. "Das zeigt, dass Roaming-Kosten keine Zukunft haben." Das sollte auch ein klares Signal für die EU sein, erklärte Oettinger am Donnerstag.

Vorteile beim Roaming

Den Angaben zufolge verlangt Google eine monatliche Grundgebühr von 20 Dollar (18,65 Euro) für ein Paket aus Anrufen, Kurzmitteilungen und Roaming. Außerdem zahlen Kunden für die genutzte Datenmenge, ein Gigabyte soll mit zehn Dollar zu Buche schlagen. Bei einer Auslandsnutzung sollen in mehr als 120 Ländern die teuren Roaming-Gebühren entfallen. Für die Datenverbindungen verspricht Google eine sichere Verschlüsselung.

Handynummer liegt in der Cloud

Die Handynummer soll bei Project Fi nicht an ein einziges Smartphone gebunden sein, sondern gewissermaßen in der Datenwolke im Internet liegen. Nutzer können laut Google mit ihrer Nummer also von jedem Smartphone, jedem Tablet-PC oder jedem Laptop aus Telefonate führen und SMS versenden, auf denen die Software des Mobilfunkdienstes installiert ist.

Quelle: AFP, DPA

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