Sicherheit

Handy bei Flugstart und Landung benutzen

Künftig könnten Handys und Computer auch im europäischen Raum bei Start und Landung benutzt werden. Allerdings wird es ganz ohne Einschränkungen nicht gehen; Telefonnetz und Internet bleiben zunächst weiter tabu.

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Köln/Brüssel (dpa/red) - Ende November will die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) neue Sicherheitsempfehlungen für Fluggesellschaften und nationale Aufsichtsbehörden veröffentlichen. Das kündigte die EU-Agentur mit Sitz in Köln am Mittwoch an.

Gebrauch im Sicherheitsmodus

Ungehemmt telefonieren oder im Internet surfen können Reisende aber wohl auch in Zukunft nicht. Denn die EASA will nur den Gebrauch elektronischer Geräte im Sicherheitsmodus erlauben - also ohne Nutzung des Telefonnetzes oder des Internets. Nach derzeitigen Regeln ist dies nicht für die Start- und Landephase erlaubt. Sperrige Laptop-Computer müssten zudem bei Start und Landung weiterhin verstaut werden. Die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA hatte Ende Oktober ähnliche Lockerungen angekündigt wie nun die EASA.

Möglichkeit weiterer Lockerungen wird untersucht

Längerfristig untersuche die EU-Behörde Möglichkeiten, Handytelefonate während des Flugs zuzulassen, hieß es in der Mitteilung der EASA. Ihre Vorgaben sollen nationalen Flugsicherheitsbehörden und Fluggesellschaften bei der Auslegung von EU-Recht halten. Sie legen Mindest-Sicherheitsstandards fest.

Diese Regeln gelten derzeit

Derzeit sind die Regeln streng: Entscheidend sind die Sendefähigkeit des Gerätes und die Phase des Fluges. Sind die Triebwerke aus und steht der Flieger in der Parkposition, dürfen Passagiere vom Handy bis zum Laptop alles benutzen. Für Start, Flug und Landung verbietet das Luftverkehrsgesetz in bestimmten Fällen, elektronische Geräte an Bord einzuschalten. Denn nach Angaben des Luftfahrt-Bundesamtes (LBA) stören sie unter Umständen die Bordelektronik.

Handys müssen ausgeschaltet bleiben

Sendefähige Geräte sind demnach den gesamten Flug über tabu. Dazu gehören zum Beispiel Handys. Sie müssen daher die ganze Zeit über ausgeschaltet bleiben oder dürfen ab Erreichen der Reiseflughöhe nur im Flugmodus eingeschaltet sein. Ausnahmen gelten in Flugzeugen mit einer speziellen Technik, die es Passagieren ermöglicht, während des Flugs zu telefonieren: Einige Fluggesellschaften statten ihre Maschinen bereits damit aus, etwa Emirates.

Nicht sendefähig sind etwa Laptops oder Digitalkameras. Sie müssen nur ausgeschaltet sein, während die Maschine rollt, startet, in den Landeanflug geht und landet. Das soll sich laut EASA bald ändern. Während des Reiseflugs darf der Besitzer sie bereits jetzt einschalten. Auch Laptops mit WLAN darf er nutzen. Denn sie haben laut dem LBA eine sehr geringe Sendeleistung, die die Bordelektronik nicht stört. Um mit ihnen surfen zu können, muss jedoch an Bord ein WLAN-Hotspot existieren.

Quelle: DPA

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