Verivox-Analyse

Handytarife im Schnitt mit zu viel Datenvolumen ausgestattet

Während Mobilfunkkunden durchschnittlich monatlich 3 GB mobiles Datenvolumen verbrauchen, sind die Tarife der Netzbetreiber deutlich üppiger ausgestattet. Laut einer Analyse von Verivox liege der Schnitt bei rund 23 GB pro Monat.

Jörg Schamberg, 05.01.2021, 10:23 Uhr
Hand mit Smartphone© dawnfu / Pixabay.com

Die Handytarife in Deutschland warten mit immer mehr Highspeed-Datenvolumen auf. Laut einer Analyse der Tarifexperten von Verivox bietet ein Mobilfunktarif der Mobilfunknetzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland im Schnitt jeden Monat 23 Gigabyte (GB) schnelles Datenvolumen. Tatsächlich genutzt werde von den Kunden aber nur knapp ein Achtel des Datenvolumens. Angebot und Nachfrage bei der mobilen Internetnutzung klaffe immer weiter auseinander.

Im Schnitt 3 GB Datenverbrauch pro Monat

Laut Verivox verbrauche ein Mobilfunkkunde beim mobilen Surfen im Schnitt rund drei GB Datenvolumen pro Monat. Bei den Netzbetreibern finden sich Tarife mit Datenvolumen zwischen 2 GB bis zu 120 GB. Daneben stehen auch Tarife mit unbegrenztem Datenvolumen zur Wahl. Zum Vergleich: 2019 war das in den Datentarifen enthaltene Datenvolumen rund fünfmal so hoch wie der durchschnittliche Verbrauch eines Kunden.

Besonders spendabel beim Datenvolumen zeige sich Telefónica Deutschland (O2). Während die Telekom im Schnitt 17 GB und Vodafone 14 GB Datenvolumen bieten, wartet Telefónica im O2-Netz mit 38 GB Datenvolumen auf. "Das größere Datenkontingent erklärt sich mit einem tatsächlich höheren mobilen Verbrauch der O2-Kunden", sagt Jens-Uwe Theumer, Vice President Telecommunications bei Verivox. Die meist jüngeren O2-Kunden würden seltener stationäre Internetanschlüsse nutzen. Für diese Zielgruppe sei das mobile Datenvolumen des Handytarifs daher wichtiger.

Kosten pro GB im O2-Netz am günstigsten

Und welche Kosten entstehen den Kunden der Netzbetreiber pro GB Datenvolumen? Auch dies hat Verivox ermittelt. Durchschnittlich würden 1,93 Euro pro GB anfallen. Mit Blick auf die Netzbetreiber gibt es dabei deutliche Kostenunterschiede. Bei Vodafone fallen Kosten von 2,64 Euro je Gigabyte an, bei der Telekom seien es 2,47 Euro. Deutlich günstiger ist es bei Telefónica Deutschland mit lediglich 69 Cent pro GB.

Sparen können Mobilfunkkunden bei den Mobilfunk-Discountern. Dort seien Handytarife mit kleinen und mittleren Datenmengen erheblich günstiger erhältlich. Bei Tarifen unter 20 GB ergebe sich eine Ersparnis von über 60 Prozent im Vergleich zu einem entsprechenden Tarif der Netzbetreiber. Allerdings bieten Discounter wie etwa die zahlreichen Marken von Drillisch Online kein 5G und in der Regel auch nicht die volle LTE-Geschwindigkeit an. Hier punkten die Vertragstarife der Netzbetreiber. Und diese bieten noch weitere Vorteile. "Die Netzbetreiber rüsten ihre Tarife weiter auf – und heben sich damit von günstigeren Discounter-Angeboten ab. So ist etwa der Trend zu Zero Rating mit unbegrenztem Datenverbrauch für Musik, Social Media oder Videos ungebrochen" erklärt Verivox-Experte Theumer.

Teure Mobilfunktarife zur Smartphone-Finanzierung nicht ideal

Mit Buchung umfangreich ausgestatteter Tarife würden Kunden jedoch vor allem ein Smartphone finanzieren: "Um den Einmalpreis eines Geräts so niedrig wie möglich zu halten, buchen Kunden hochpreisige Tarife – und diese enthalten große Datenbudgets, die oft kaum genutzt werden." Wie viel Datenvolumen tatsächlich pro Monat verbraucht werden, können Smartphone-Nutzer in den Einstellungen ihres Geräts ablesen. Zeige sich hier regelmäßig eine Abweichung des gebuchten Volumens vom tatsächlichen Verbrauch, sollten Kunden einen für ihre Bedürfnisse passenderen Tarif wählen. Deutlich günstiger sei es meist, ein Smartphone und einen Tarif getrennt zu erwerben. In diesem Fall könne das Datenvolumen nach dem wirklichen Bedarf gebucht werden.

Mobilfunktarife von Netzbetreibern und Mobilfunk-Discountern lassen sich mit Hilfe unseres Mobilfunk-Tarifrechners finden.

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