US-Sanktionen

Huawei: Smartphone-Produktion soll sich 2021 um 60 Prozent reduzieren

Huawei soll seine Bestellungen bei Smartphone-Zulieferern mehr als halbiert haben. Aufgrund der US-Sanktionen können neue Modelle weder Google-Dienste einsetzen noch neue 5G-Technik nutzen.

Christoph Liedtke, 19.02.2021, 14:42 Uhr
HuaweiNur 70 bis 80 Millionen Smartphones will Huawei dieses Jahr herstellen, letztes Jahr verkaufte der Konzern noch 189 Millionen.© Huawei Technologies Co., Ltd.

Die anhaltenden US-Sanktionen gegen Huawei, die auch unter der neuen Biden-Regierung vorerst bestehen bleiben, bekommt der Konzern nun mit voller Härte zu spüren. So sollen die Bestellungen bei Zuliefern für Smartphone-Komponenten um mehr als 60 Prozent verringert worden sein. Dem Bericht von Nikkei zufolge plane Huawei dieses Jahr nur 70 bis 80 Millionen Smartphones zu verkaufen.

Stark rückläufige Smartphone-Verkaufszahlen

Noch vor wenigen Jahr sah sich Huawei auf dem Weg an die Weltspitze des Smartphone-Marktes, ehe US-Sanktionen dem Konzern Zugang zu amerikanischen Technologien verhinderten. So müssen unter anderem neue Smartphone-Modelle ohne vorinstallierte Google-Dienste auskommen. Auf dem westlichen Markt sinkt dadurch die Attraktivität der Geräte von Huawei deutlich, im Heimatmarkt China hingegen kann der Konzern weiterhin eine starke Position behaupten.

Mit 189 Millionen verkauften Smartphones im vergangenen Jahr rangiert Huawei hinter Samsung und Apple auf Platz drei der Smartphone-Hersteller mit den meisten Verkäufen. Das dürfte sich in diesem Jahr aber drastisch ändern. Bereits im vierten Quartal 2020 rutschte Huawei mit etwas mehr als 32 Millionen abgesetzten Geräten auf Platz 5 ab. Von der misslichen Lage Huaweis profitieren aktuell vor allem Xiaomi und Oppo.

Huawei kann keine neuen 5G-Smartphones fertigen lassen

Im vergangenen November verkaufte Huawei die Budgetmarke Honor, damit sie den US-Beschränkungen entgehen und wieder dringend benötigte Komponenten für die Smartphone-Herstellung beziehen kann. Und während Honor bereits mit dem V40 ein 5G-fähiges Smartphone für den chinesischen Markt vorgestellt hat, habe Huawei aktuell nur Bestellungen für LTE-fähige Modelle in Auftrag gegeben, da 5G-Komponenten nicht mehr bezogen werden dürfen.

Die Huawei-Tochter HiSilicon, die die Kirin-SoCs in den Huawei-Smartphones entwickelt, darf zudem nicht mehr beim großen Auftragsfertiger TSMC aufgrund der US-Sanktionen fertigen lassen. Dieser Umstand und die gleichzeitig weltweite Knappheit von technischen Komponenten verschärft die Lage für Huawei zusätzlich.

Einen denkbaren Verkauf der gesamten Smartphone-Sparte kommt für Huaweis CEO jedoch nicht infrage. Man gebe aktuell die Hoffnung nicht auf und pocht auf einen Dialog mit den USA.

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