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iPhone 12: Apple enthüllt vier neue Smartphones mit 5G-Unterstützung

Die neuen iPhone-12-Modelle unterstützen erstmals den schnellen Mobilfunkstandard 5G. Alle Modelle erhalten zudem ein OLED-Display, das die Auflösung im iPhone 12 deutlich steigert. Die Preise starten ab 779 Euro für das iPhone 12 mini mit 5,4 Zoll.

Christoph Liedtke, 14.10.2020, 10:54 Uhr (Quelle: DPA)
Apple iPhone 12 (mini)Das iPhone 12 erhält ein OLED-Display und 5G-Unterstützung.© Apple Inc.

Apple macht das iPhone 12 fit für den 5G-Datenfunk, alle vier Modelle der neuen iPhone-Generation sind dafür gerüstet. Unter perfekten Bedingungen seien damit Download-Geschwindigkeiten von bis zu 3,5 Gigabit pro Sekunde erzielt worden, teilte der Konzern am Dienstag mit. Das Apple-Telefon bekam nach drei Jahren auch ein neues Design - es ist wieder etwas kantiger und erinnert dadurch an das iPhone 4 und das aktuelle iPad Pro.

iPhone-12-Serie mit OLED-Displays

Als Standard-Version gibt es neben dem iPhone 12 mit 6,1-Zoll-Display ab 876,30 Euro nun auch ein kleineres iPhone 12 mini mit einem 5,4 Zoll großen Bildschirm ab 778,85 Euro. Erstmals erhalten auch die normalen iPhone-Modelle einen OLED-Bildschirm ("Super Retina XDR Display"). Dadurch verdoppelt sich die Pixelmenge beim iPhone 12 im Vergleich zum Vorgänger, die Pixeldichte steigt von 326 auf 460 an. Das Display unterstützt erstmals HDR, besitzt eine deutlich höhere maximale Helligkeit und bietet ein enorm gesteigertes Kontrastverhältnis.

Das Display-Glas des iPhone 12 soll dank Nanotechnologie deutlich widerstandsfähiger sein als bisher, wie Apple ankündigte. So sei viermal wahrscheinlicher, dass das neue Glas Stürze unbeschadet überstehe. Ein neues Objektiv-System soll die Qualität von Fotos bei schlechten Lichtbedingungen verbessern - darüber hinaus werden die Bilder wie inzwischen üblich durch Software aufgebessert.

Erstmals werden die Smartphones ohne Ladegerät und EarPods-Kopfhörer verkauft. Dieser Schritt werde jährlich ein Ausstoß von zwei Millionen Tonnen Kohlenstoffemissionen vermeiden, betonte Apple - und rechnete vor, dass dies der Belastung durch 450.000 Autos entspreche. Dabei berücksichtigt der Konzern auch, dass durch die kleinere und leichtere Verpackung 70 Prozent mehr Kartons pro Palette befördert werden könnten. Das separate Ladegerät kostet gut 24 Euro.

Apple iPhone 12 mini

Apple iPhone 12 mini

  • iOS
  • 12 Megapixel-Kamera
  • 5,4 Zoll OLED Display
  • bis zu 256 GB Speicher
  • ab 4,95 € mit Vertrag
Apple iPhone 12

Apple iPhone 12

  • iOS
  • 12 Megapixel-Kamera
  • 6,1 Zoll OLED Display
  • bis zu 256 GB Speicher
  • ab 1,00 € mit Vertrag

iPhone 12 Pro und Pro Max mit optischen 4x Zoom

Apple treibt zugleich die Abgrenzung zwischen einem Standard-iPhone und der Pro-Version mit mehr Technik-Innovationen voran. Schon bisher hatten die teureren Pro-Modelle unter anderem mit einem Teleobjektiv ein Objektiv mehr. Beim iPhone 12 Pro (Max) setzt Apple zusätzlich eine Bildstabilisierung um, bei der statt der Objektiv-Linsen der Sensor schwankt, um Erschütterungen besser auszugleichen. Die Pro-Modelle können auch besonders kontrastreiches Video mit HDR-Technologie aufnehmen und bearbeiten. Für Fotografen entwickelte Apple ein eigenes RAW-Format, das für Profis wichtige reichhaltige Lichtinformationen mit Software-Bildbearbeitung verbindet.

Die Pro-iPhones erhalten - wie zuvor schon das iPad Pro - einen Laserradar (LiDAR), der unter anderem für sogenannte erweiterte Realität (Augmented Reality) nützlich sein kann. Dabei werden auf dem Bildschirm digitale Inhalte mit der realen Umgebung vermischt. Das iPhone 12 Pro gibt es wie bisher in zwei Größen - die Bildschirme sind aber nun noch größer geworden. Von 5,8 auf 6,1 Zoll beim kleineren Modell iPhone 12 Pro und von 6,5 auf 6,7 Zoll beim iPhone 12 Pro Max. Den Startpreis lässt Apple bei 1.120 Euro beziehungsweise 1.217,50 Euro für die größere Version.

Apple iPhone 12 Pro

Apple iPhone 12 Pro

  • iOS
  • 12 Megapixel-Kamera
  • 6,1 Zoll OLED Display
  • bis zu 512 GB Speicher
  • ab 1,00 € mit Vertrag
Apple iPhone 12 Pro Max

Apple iPhone 12 Pro Max

  • iOS
  • 12 Megapixel-Kamera
  • 6,7 Zoll OLED Display
  • bis zu 512 GB Speicher
  • ab 249,00 € mit Vertrag

5G im iPhone als Hoffnungsträger für die Branche

Das iPhone ist das mit Abstand wichtigste Apple-Produkt. Zugleich steht Apple nicht in der vordersten Reihe der 5G-Unterstützer. Wettbewerber wie Samsung, Huawei, Motorola und OnePlus hatten teilweise vor mehr als einem Jahr 5G-Smartphones herausgebracht.

Bislang war das für die meisten Smartphone-Anwender nur wenig relevant, weil die Mobilfunkprovider in Deutschland vergleichsweise wenige 5G-Funkmasten in Betrieb genommen hatten. Der Ausbau der 5G-Netze hat aber im Sommer insbesondere bei der Deutschen Telekom und Vodafone Fahrt aufgenommen. Zuletzt nahm auch Telefónica Deutschland mit seinem O2-Netz erste 5G-Stationen in Betrieb. Nur der vierte 5G-Lizenznehmer in Deutschland, 1&1 Drillisch, wartet noch ab.

In der Telekommunikations-Branche gibt es die Hoffnung, dass der Einbau von 5G-Modems in die iPhone-Modellpalette einen Schub für die breitere Nutzung der Technologie durch Verbraucher geben könnte. Das in der Keynote genannte 5G-Spitzentempo von 3,5 Gigabit pro Sekunde wird in deutschen 5G-Netzwerken im Alltag aber wohl nicht erreicht werden.

Experten rechnen eher mit Spitzengeschwindigkeiten von 1 Gigabit pro Sekunde im "Highband" (3,5 GHz) und der Hälfte im "Midband" (1,8 GHZ). Den Spezifikationen zufolge unterstützt das iPhone 12 auch das 700-MHz-Band, das von Vodafone vor allem in ländlichen Gegenden eingesetzt wird.

Verschiebung durch Corona

Die neue Generation der Apple-Telefone war wegen der Corona-Krise nicht wie sonst üblich im September präsentiert worden. Im Frühjahr, als eigentlich eine enge Abstimmung mit den Zulieferbetrieben in China notwendig war, konnten die Apple-Ingenieure nicht nach China fliegen. Außerdem waren die Produktionsstätten von Foxconn und anderen Apple-Partnern wochenlang gesperrt.

Um das iPhone mit dem schnelleren 5G-Datenfunk ausstatten zu können, musste Apple rechtliche Hürden aus dem Weg räumen. Nach einem langen Patent-Konflikt mit dem Modem-Spezialisten Qualcomm konnte der iPhone-Hersteller eine außergerichtliche Einigung erzielen.

Zudem will Apple mit einem günstigeren Modell mehr Marktanteil im Geschäft mit vernetzten Lautsprechern gegen Rivalen wie Google und Amazon erobern. Der HomePod mini soll in Deutschland 96,50 Euro kosten, wie der iPhone-Konzern am Dienstag ankündigte. Damit geht Apple auf das Preisniveau von Konkurrenzmodellen runter - während der erste HomePod mit rund 300 Euro bis zuletzt viel teurer war. Der HomePod mini ist rund wie eine kleine Kugel - es ist die Form, auf die jüngst auch Amazon bei seinen erfolgreichen Echo-Lautsprechern mit der Sprachassistentin Alexa wechselte.

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