Kundentäuschung

iPhone-Drosselung: Apple muss nochmal tiefer ins Portemonnaie greifen

Im Streit um die heimliche Leistungsdrosselung älterer iPhones wird es für Apple noch einmal teurer. Die bisher vereinbarte Summe von 500 Millionen US-Dollar wird um über 20 Prozent gesteigert.

Christoph Liedtke, 19.11.2020, 09:41 Uhr (Quelle: DPA)
Apple iPhone 6s FarbenAuch das iPhone 6s litt unter der heimlichen Drosselung von Apple.© Apple Inc.

Apple will im Streit um gedrosselte iPhones 113 Millionen US-Dollar mehr zahlen, um auch Klagen von US-Bundesstaaten beizulegen. Im März dieses Jahres hatte der Konzern bereits der Zahlung von bis zu einer halben Milliarde US-Dollar (umgerechnet etwa 421 Millionen Euro) nach Verbraucherklagen in den USA zugestimmt.

Die am Mittwoch vom Justizminister von Arizona veröffentlichte neue Vereinbarung soll das Verfahren beenden, das mehr als 30 Bundesstaaten gegen Apple angestrengt hatten. Von Apple gab es zunächst keine Stellungnahme dazu.

Leistungsfähigkeit des Prozessors reduziert

Der Streit war Ende 2017 ausgebrochen, nachdem Messwerte belegt hatten, dass bei iPhones mit älteren Batterien die Spitzenleistung des Prozessors gedrosselt war. Die Smartphones konnten dadurch langsamer wirken. Apple erklärte, die Maßnahme sei nötig gewesen, damit sich die Telefone nicht plötzlich abschalten, wenn ein angeschlagener Akku nicht genug Strom liefern kann.

Allerdings wurden schnell mehrere Verbraucherklagen gegen den Konzern eingereicht. Die Kläger argumentierten unter anderem, dass ein Batteriewechsel viel günstiger sei als der Kauf eines neuen Geräts. Apple habe die Kunden jedoch nicht auf diesen Weg hingewiesen, ihr iPhone schneller zu machen. Auch die Bundesstaaten sprangen auf den Zug auf.

Apple machte danach den Batteriewechsel günstiger und informiert Nutzer nun ausführlicher über den Zustand der Akkus. Die Kontroverse betraf die Modelle-Reihen iPhone 6 und 6s, iPhone 7 und die erste Generation des iPhone SE.

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