"iPhone-Koeffizient"

Kaufkraft im Vergleich: Jahrelang arbeiten für ein iPhone

iPhone-Koeffizient statt Big-Mac-Index: Wie lange muss man in verschiedenen Ländern arbeiten, um den Kaufpreis eines iPhones zu erwirtschaften? Und auf welchem Platz landet Deutschland? Handytarife.de hat nachgerechnet.

Melanie Zecher, 02.11.2017, 13:50 Uhr
iPhone 8 Plus iPhone 8© Apple Inc.

Bonn - Für einen Vergleich der Kaufkraft braucht es ein homogenes Gut, das unverändert in vielen Ländern angeboten wird - etwa Produkte einer Fastfood-Kette (abgebildet im so genannten Big-Mac-Index) oder auch elektronische Geräte wie Apples iPhone, das weltweit verkauft wird.

Die Tarifexperten von handytarife.de haben international die Preise für iPhones verglichen. Dafür haben sie eine neue Kennzahl geschaffen: den iPhone-Koeffizienten. Er gibt an, wie viele Monate die Bürger eines Landes durchschnittlich arbeiten müssen, um den Kaufpreis eines iPhones zu erwirtschaften.

Wie lange muss ein Bürger für ein iPhone arbeiten?

Am längsten muss ein Nigrer arbeiten: Durchschnittlich 25,4 Monate müsste das Bruttonationaleinkommen pro Kopf angespart werden, um ein iPhone kaufen zu können. In Madagaskar und Peru sind es über 22 Monate. Für unsere Nachbarn in Polen ist es beinahe das Einkommen eines Monats, in Saudi-Arabien immerhin noch das eines halben Monats, um sich ein Apple-Smartphone leisten zu können.

Deutschland auf Platz 21

Deutschland, Österreich und die Niederlande schaffen es mit etwa acht Tagen nicht in die Top 10 der Länder, in denen die Einwohner ein iPhone am schnellsten erwirtschaften können. Mit rund vier Tagen liegen Katar und die Schweiz auf Platz 3 und 4. Auf dem zweiten Rang, mit kaum mehr als drei Tagen, finden sich die Liechtensteiner wieder. Sie müssen noch deutlich länger arbeiten als die Monegassen, die mit dem weltweit höchsten BNE pro Kopf in 1,8 Tagen ein neues iPhone erwirtschaftet haben.

"Wenn ein Nigrer über zwei Jahre für ein iPhone arbeiten müsste und ein Monegasse nicht einmal zwei Tage, dann macht dies das herrschende Ungleichgewicht auf der Welt sehr anschaulich", sagt Jérôme Lefèvre von handytarife.de. "Das iPhone von Apple ist und bleibt ein Statussymbol, das in manchen Gegenden der Welt gänzlich unerschwinglich ist."

Kaufpreis schwankt von Land zu Land stark

In Japan ist das iPhone 8 mit umgerechnet 694 US-Dollar am günstigsten. In Argentinien kostet der Vorgänger noch unglaubliche 1413 US-Dollar. Das teuerste iPhone 8 ist uns mit 1190 US-Dollar in Kroatien begegnet, dicht gefolgt von der Türkei (1144 US-Dollar). Das ist eine Preisspanne von fast 500 US-Dollar. Deutschland liegt mit 942 US-Dollar im Mittelfeld.

Zur Methodik

Von den 117 Ländern, die Apple auf seiner Internetpräsenz auflistet, wird das iPhone in 91 offiziell verkauft. Für jedes dieser Länder wurde der Kaufpreis recherchiert. Die Weltbank ermittelt das Bruttonationaleinkommen (BNE) pro Kopf für nahezu jedes Land. Auch das Statistische Bundesamt und das Auswärtige Amt ziehen das Bruttonationaleinkommen pro Kopf für ihre Publikationen heran. Der Kaufpreis eines iPhones, wobei hier zunächst eine Umrechnung in US-Dollar (Kurs vom 21. Oktober 2017) erfolgen muss, dividiert durch das BNE pro Kopf pro Monat des jeweiligen Landes ergibt den iPhone-Koeffizienten.

Weiterführende Links
Zum Seitenanfang
Der BT-Navigator
Quicklinks