Berichte

Kaufoptionen für T-Mobile USA vom Tisch

Die Deutsche Telekom hat im zweiten Quartal dank des Verkaufs von Mobilfunkfrequenzen ihren Gewinn deutlich gesteigert. Zu den zahlreichen Berichten über mögliche Interessenten an der Tochter T-Mobile USA machte das Unternehmen keine Aussage.

Telekom© Deutsche Telekom AG

New York/Bonn (AFP/dpa/red) - Unter dem Strich blieb mit 711 Millionen Euro mehr als ein Drittel mehr übrig als vor einem Jahr, wie die Telekom (www.telekom.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) am Donnerstag mitteilte. Um Sondereffekte bereinigt ging das Ergebnis allerdings um gut ein Fünftel zurück, was an höheren Abschreibungen und Investitionen in den USA lag. Der Konzernumsatz blieb mit einem knappen Minus von 0,3 Prozent bei 15,11 Milliarden Euro stabil. Ohne Wechselkurseffekte und Verkäufe seien die Erlöse aus eigener Kraft aber um 0,6 Prozent gewachsen, hieß es. Die Prognose bestätigte das Unternehmen.

US-Geschäft sorgt für Erfolge

Operativ ging es knapp nach oben: Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda bereinigt) legte um 0,3 Prozent auf 4,43 Milliarden Euro zu. Dafür war vor allem das stark wachsende US-Geschäft verantwortlich, in Deutschland und Europa sah es anders aus. "Jetzt beginnen wir die Früchte einzufahren", wertete Telekom-Chef Tim Höttges die Zahlen als Erfolgsbeleg für hohe Investitionen. Mit dem Umsatz lag der Dax-Konzern knapp unter den Erwartungen von Analysten, bei Nettogewinn und dem operativen Ergebnis darüber.

Sprint gibt Übernahmepläne auf

Zu den zahlreichen Berichten um Interessenten für die US-Mobilfunktochter T-Mobile US machte das Unternehmen zunächst keine Angaben. Die beiden Kaufoptionen für die Telekom-Tochter T-Mobile USA sind Medienberichten zufolge jedoch bereits vom Tisch. Das "Wall Street Journal" berichtete am Dienstag, das US-Mobilfunkunternehmen Sprint habe seinen Plan zur Übernahme des Konkurrenten aufgegeben. Mit dem französischen Mobilfunkunternehmen Iliad wiederum wolle T-Mobile USA nicht über eine Übernahme reden, berichteten sowohl das "Wall Street Journal" als auch die britische "Financial Times".

Das Unternehmen verweigere Iliad die Einsichtnahme in Finanzunterlagen, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf informierte Kreise. Die französische Firma halte aber weiter an ihrem Angebot fest, eine Erhöhung sei vorerst nicht geplant. Die Übernahmepläne drückten am Mittwoch den Aktienkurs von Iliad. Er sackte am Nachmittag um 6,59 Prozent ab.

Kein Deal mit Iliad

Iliad hatte in der vergangenen Woche angeboten, für 15 Milliarden Dollar 56,6 Prozent der Anteile an T-Mobile USA zu übernehmen. Laut "Financial Times" liegt das Angebot um sieben Dollar pro Aktie niedriger als das von Sprint. Sprint, das zum japanischen Konzern Softbank gehört, hatte Berichten zufolge kurz vor einem Kauf der Anteilsmehrheit an T-Mobile USA für rund 32 Milliarden Dollar (24 Milliarden Euro) gestanden. Dieser Plan sei aber aufgegeben worden, weil nicht damit gerechnet worden sei, dass die Aufsichtsbehörden die Fusion genehmigen, berichtete das "Wall Street Journal".

Zu den Berichten wollten sich auf Anfrage weder T-Mobile USA noch Iliad, Sprint oder Softbank äußern. Ohne Bezug auf T-Mobile USA zu nehmen, erklärte der neue Sprint-Chef Marcelo Claure am Mittwoch, das Unternehmen konzentriere sich auf das Ziel, kosteneffizient und "ein aggressiver Konkurrent" auf dem Mobilfunkmarkt zu werden. Derzeit liege der Fokus auf "Wachstum und Neupositionierung".

Telekom wird Anteile nicht los

Die Deutsche Telekom versucht seit Jahren, ihren Anteil von derzeit rund 67 Prozent an T-Mobile USA zu reduzieren. Der Versuch, die Tochter an den Konkurrenten AT&T zu verkaufen, scheiterte 2011 an den US-Kartellbehörden. T-Mobile USA ist die Nummer vier auf dem US-Mobilfunkmarkt hinter Sprint.

Quelle: AFP, DPA

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