Motorola Mobility

Lenovo kauft Motorolas Handygeschäft

Der chinesische Technikkonzern Lenovo kauft Motorola Mobility, die Handy-Sparte von Motorola, die vor nur zwei Jahren an Google gegangen war. Beim Internetriesen verbleiben jedoch die meisten Patente von Motorola.

Motorola© Motorola Mobility LLC

Washington (AFP/red) - Mit dem chinesischen Technikkonzern Lenovo sei ein Abkommen über 2,91 Milliarden Dollar (2,13 Milliarden Euro) unterzeichnet worden, teilte Google-Chef Larry Page am Mittwoch mit. Google behalte aber "die große Mehrheit" der Patente von Motorola.

Lenovo soll Motorola-Handys voranbringen

Lenovo habe die Expertise, um Motorola Mobility zu einem "wichtigen Akteur" im Android-System zu machen, hieß es in einer von Google und Lenovo gemeinsam herausgegebenen Mitteilung weiter. Lenovo-Chef Yang Yuanqing erklärte, der Zukauf werde Lenovo "unverzüglich" zu einem "starken globalen Wettbewerber" in der Handy-Sparte machen.

Die nun getroffene Vereinbarung sieht vor, dass Google den Großteil der insgesamt 17.000 Patente von Motorola behält. "Google hat bekommen, was es von Motorola wollte und brauchte: Patente, Ingenieurstalent und Einblick in Mobilfunkgeräte", sagte der Technologieanalyst Jack Gold.

Gewünschter Erfolg bleibt aus

Laut dem Analysten Ramon Llamas von der Forschungsfirma IDC reißt der Deal aber ein Loch von rund sieben Milliarden Dollar bei Google. Die große Frage sei, ob die Patente sieben Milliarden Dollar wert seien, sagte Llamas der Nachrichtenagentur AFP.

Google hatte Motorola erst 2012 für 12,5 Milliarden Dollar gekauft. Es war die größte Übernahme in der Konzerngeschichte. Der Mobilfunkpionier Motorola hatte aber seitdem nicht wie erhofft zu alter Stärke wiedergefunden. Google und Motorola hatten im August ihr erstes gemeinsam entwickeltes Telefon auf den Markt gebracht. Das Moto X läuft mit dem Google-Betriebssystem Android, blieb aber hinter den Erwartungen zurück.

Google dominierend bei Smartphone-Software

Der Handy-Markt wird weltweit von dem Südkoreaner Samsung und dem US-Hersteller Apple dominiert. Google beherrscht den Smartphone-Markt von der Softwareseite: Das System Android läuft auf der großen Mehrheit der intelligenten Telefone. Zudem bringt der Konzern regelmäßig Geräte unter eigenem Namen heraus, deren Marktanteil ist allerdings vergleichsweise gering. Die Google-Smartphones wurden über die Jahre hinweg von unterschiedlichen Herstellern gebaut.

Lenovo hatte 2005 die PC-Sparte von IBM für 1,75 Milliarden Euro übernommen und war damit zum weltgrößten PC-Hersteller geworden. In den vergangenen Jahren weitete der Konzern seine Aktivitäten in den Sparten Handy und Tablet-Computer aus.

Quelle: AFP

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