Mobilfunk

Liquid Broadband will Netzbetreiber werden

Das Frankfurter Unternehmen Liquid Broadband plant ein bundesweites Mobilfunknetz, an dessen Ausbau jeder aktiv mitwirken kann. Kommt damit ein neuer Konkurrent für die verbliebenen deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber?

SIM-Karten© Scanrail / Fotolia.com

Frankfurt (red) - Bei Liquid Broadband handelt es sich den Aussagen des Unternehmens zufolge um einen Zusammenschluss von Mittelständlern, Details sind anscheinend noch nicht bekannt. Diese wollen ein neues Mobilfunknetz in Deutschland aufbauen und in Konkurrenz zu den jetzigen Netzbetreibern Telekom, Vodafone und Telefónica treten.

NetStations und Makro-Funkzellen

Im Vordergrund des technischen Konzepts von Liquid Broadband stehen NetStations, kleine Funkstationen, die in Privathaushalten, öffentlichen Gebäuden und Unternehmen aufgestellt werden können und die Mobilfunkversorgung im Umkreis mehrerer hundert Meter gewährleisten. Ergänzend sollen sogenannte Makro-Funkzellen für eine bundesweite Netzabdeckung sorgen – auch außerhalb von Ballungsgebieten. Diese Kombination soll den Netzausbau vergleichsweise günstig machen, berichtet die Wirtschaftswoche über das junge Unternehmen. Dem Magazin zufolge ist geplant, die Nutzer einer NetStation kostenlos oder zu einem geringen Preis surfen zu lassen.

Jeder kann sich am Netzausbau beteiligen

"Jeder kann die Netzversorgung in seiner Umgebung aus den eigenen Räumlichkeiten heraus verbessern und so die Qualität des Netzes, vor allem die durchschnittliche verfügbare Bandbreite, maßgeblich mitbestimmen", erklärt Dr. Beate Rickert, die Vorstandsvorsitzende von Liquid Broadband. "Eine NetStation bekommt jeder, der mitmachen möchte. An Standorten, die das Netz sinnvoll ergänzen, subventionieren wir die NetStations, deren Aufbau und Betrieb." Das Netz von Liquid Broadband könne aber auch ohne eigene NetStation mitgenutzt werden.

Liquid Broadband fordert Frequenzen

Als Neueinsteiger auf dem Mobilfunkmarkt möchte Liquid Broadband einen Teil des im Rahmen der zweiten Digitalen Dividende frei werdenden Spektrums für sich reserviert haben. Nur so sieht das Unternehmen eine Chance, sich im Markt gegenüber den drei deutschen Netzbetreibern in einer Frequenzversteigerung durchzusetzen und seinen Markteintritt zu realisieren. Bei einer Versteigerung hätte man sonst wohl nur wenig Chancen gegen die finanzstärkeren "Riesen".

Auch der bisherige Serviceprovider Drillisch könnte nach dem Zusammenschluss von o2 und E-Plus praktisch zum Netzbetreiber aufsteigen. Einen Teil der Frequenzen muss Telefónica den Auflagen der Kartellbehörden gemäß an Drillisch abgeben.

Weitere Infos zum Thema
Top