Ländervergleich

LTE: In Nordeuropa surft man schneller

Die deutschen Mobilfunker haben bereits viel in den Ausbau der LTE-Netze investiert und setzen auch in Zukunft auf die schnelle Mobilfunktechnologie. Dabei sind in Europa noch längst nicht alle Staaten so weit, es zeigt sich hierbei ein ganz klares Nord-Süd-Gefälle.

15.01.2013, 14:19 Uhr
3G-4G© i12 GmbH

Frankfurt am Main (red) - In Skandinavien ist der Ausbau im europäischen Vergleich am weitesten fortgeschritten, hier gab es bereits vor drei Jahren die ersten kommerziell genutzten LTE-Netze, berichtet das Wall Street Journal. In Oslo und Stockholm surften die Nutzer vor allem mit Laptops und Surfsticks. Heute kann fast ganz Schweden schon LTE nutzen.

Der LTE-Ausbau in Deutschland geht voran

In Deutschland sind die meisten Großstädte schon mit LTE versorgt. Auch in den ländlichen Gebieten sieht es, dank der Vorgaben der Netzagentur, nicht so schlecht aus. Hier mussten die Mobilfunker in Vorleistung treten, bevor sie frei über ihre Frequenzen verfügen und diese auch in den Ballungsgebieten einsetzen durften. In der Bundesrepublik beteiligen sich bisher drei der vier großen Netzbetreiber an dem Ausbau, das weitere Vorgehen von E-Plus ist noch immer nicht klar.

Verzögerungen und Warten auf Genehmigungen

In den Niederlanden wurden die Frequenzen, die dem LTE-Ausbau dienen sollen, im Dezember vergangenen Jahres versteigert. Vor allem die E-Plus-Mutter KPN will sich nun dem Ausbau widmen, aber auch andere niederländische Anbieter. In einigen anderen Ländern sind die benötigten Frequenzen noch nicht verfügbar, so dass der Ausbau sich verzögert. In Großbritannien beispielsweise ist erst ein Netzbetreiber in der Lage, LTE anzubieten, die anderen müssen auf freie Frequenzen warten.

In Frankreich wartet man noch auf Genehmigungen für Basisstationen, die Frequenzauktion in Österreich wurde verschoben. Ganz mau sieht es in Südeuropa aus, denn hier wären enorme Investitionen nötig, die gerade jetzt schwer aufzubringen sind. In Spanien ist man immer noch mit Tests beschäftigt, die es in wenigen Metropolregionen gibt. Schuld ist unter anderem die Wirtschaftskrise, die für sinkende Umsätze und steigende Vorsicht sorgt.

96 Prozent der LTE-Nutzer leben in Nordamerika und Asien

Europa im Ganzen ist beim Thema LTE schließlich noch lange nicht so weit wie einige asiatische Länder, die USA und Kanada. Über die Hälfte aller LTE-Nutzer leben der Organisation 4G Americas zufolge in Nordamerika, 45 Prozent in Asien. Für Europa bleiben magere vier Prozent.

Dem Artikel zufolge erlebt die Telekommunikationsnutzung momentan einen gewaltigen Umbruch. Der Datenverkehr wächst stetig und immer mehr Dienste werden in die "Cloud" ausgelagert, damit man von überall darauf zugreifen kann. Das macht leistungsfähigere Netze unumgänglich. Auch die Verbreitung von Tablets führt zu einem erhöhten Datenaufkommen.

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