Frequenz-Wirrwar

LTE mit dem iPhone 5: Nur in 60 Städten möglich

Das neue iPhone 5 ist wie erwartet LTE-tauglich - dumm nur, dass der volle LTE-Speed bloß in 60 deutschen Städten zu nutzen ist. Denn das iPhone ist nur kompatibel mit LTE 1800, einem Standard, den es nur an bestimmten Orten gibt.

LTE© m.schuckart / Fotolia.com

Offenbach/Linden (red) - Nach dem fortschreitenden flächendeckenden LTE-Ausbau, der auch eine Auflage bei der zweiten Versteigerung der Funkfrequenzen war, stehen nun nach und nach erste Endgeräte zur Verfügung. Wie sich allerdings jetzt herausstellt, setzen die Netzbetreiber und Endgeräte-Hersteller beim Ausbau auf unterschiedliche LTE-Standards. Dies ist aus Nutzersicht ein weiterer Baustein im komplizierten Tarifdschungel, denn jetzt muss auch noch überlegt werden, welches Netz an welchem Ort mit welchem Endgerät benutzt werden muss, um von der neuen Technik profitieren zu können.

Das iPhone 5 funkt nur mit LTE 1800

Das neue iPhone 5 beispielsweise ist zwar (anders als das letzte iPad) in europäischen LTE-Netzen einsetzbar, allerdings nur in solchen mit 1800 MHz. Und diese Variante bietet in Deutschland eben nur die Telekom an, und auch nicht flächendeckend, sondern lediglich in Großstädten und deren unmittelbarem Umfeld. Derzeit sind das rund 60 Städte. o2 und Vodafone bieten LTE 800 an, weil sich diese Frequenz besonders gut für den Ausbau in der Fläche eignet. Die Telekom wiederum hat sowohl Frequenzen im 1800er-Bereich ersteigert als auch im 800er. Doch da Apple sein neues Smartphone nur auf LTE 1800 eingestellt hat (für Europa), schauen Kunden anderer Mobilfunker als der Telekom in die Röhre. Wenngleich bedacht werden sollte, dass mobiles Surfen mit den aufgerüsteten UMTS-Netzen inzwischen auch sehr schnell ist und für die LTE-Nutzung auf dem Handy bei der Telekom noch ein zusätzlicher Aufpreis entrichtet werden muss.

Forderungen nach einheitlichen Standards

Klar ist, dass Tablets, Smartphones und Co. mit steigenden Bandbreiten und Funktionalitäten unseren zukünftigen beruflichen und privaten Alltag bestimmen werden. Deshalb darf es aus Sicht des Deutschen Verbands für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation e.V. (DVPT) nicht zu Wettbewerbsverzerrungen und das Setzen von Quasi-Standards durch reine Marktmacht kommen. Da helfen auch nicht die vollmundigen Versprechungen der Politik, die LTE als Allheilmittel zur Schließung von "weißen Flecken" im Breitbandausbau propagiert, wenn ganze jetzt neu versorgte Bevölkerungsteile durch den Einsatz von bestimmten Endgeräten von der Nutzung ausgeschlossen werden. Der DVPT fordert von Industrie und Politik, hierfür zukünftig einheitliche Übertragungsstandards, auch international, zu schaffen.

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