Dazwischengefunkt

LTE stört Frequenzen von Funkmikrofonen

Die zunehmende Verbreitung von LTE hat auch negative Seiten. Wie der Audiospezialist Sennheiser berichtet, wird LTE teilweise auf den gleichen Frequenzen genutzt, auf denen auch Funkmikrofone senden. Dies kann zu Störungen führen.

Handymast© Wolfgang Cibura / Fotolia.com

Hannover (red) - LTE sende in einem Frequenzbereich, der aktuell auch noch von vielen Funkmikrofonen benutzt werde, so Sennheiser. Anwender von Funkmikrofonen, etwa in Festzelten oder bei Schulaufführungen, sollten ihre Technik überprüfen, denn sonst könne es passieren, dass angeschaltete Smartphones oder auch Tablets die Aufführung stören.

Sendemasten und Smartphones stören die Übertragung

Schuld am Rauschen können LTE-Sendemast und die zunehmend verbreiteten LTE-Smartphones sein. "Die Geräte im neuen Mobilfunkstandard LTE senden vielfach stärker als jedes Audiofunksignal, weshalb es bei gleichzeitiger Übertragung mit Funkmikrofonen zu Störgeräuschen oder sogar kompletten Tonausfällen kommen kann", erläutert Ties-Christian Gerdes, Geschäftsführer bei Sennheiser Vertrieb und Service.

Überall dort, wo Musiker, Redner oder Darsteller mit Funkmikrofonen arbeiten, bestehe die Gefahr, dass ein in der Nähe eingeschaltetes LTE-Smartphone oder ein LTE-Sendemast dazwischenfunke.

Umstellung der Frequenz half den "Mercuries"

Eine betroffene Band, die bereits in vielen Festzelten auftrat, sind "The Mercuries" aus dem Allgäu. Sound und Technik müssten reibungslos funktionieren, weshalb man sich nach der ersten Störung "auf die Suche nach der Ursache begeben und viel Geld in neue Funkmikrofontechnik investiert" habe, so Tontechniker Reinhold Zech. "Dies ist sehr ärgerlich, da die Mikrofone intakt waren. Inzwischen wissen wir, dass uns LTE dazwischengefunkt hat. Jetzt arbeiten wir mit Funkmikrofonen, die auf einer anderen Frequenz senden."

Umrüstungskosten in Milliardenhöhe

Neben Bands und Musikern treffe es die Kulturbetriebe besonders hart, so Sennheiser weiter. Denn sie müssten ihre Technik umrüsten oder austauschen, um Störungen zu vermeiden. "Für die Theater bedeutet das je nach Größe und Sparte Minimalkosten von 20.000 Euro, die sich jedoch auf bis zu 200.000 Euro und mehr summieren können", so Hubert Eckart, Geschäftsführer der Deutschen Theatertechnischen Gesellschaft (DTHG). Nach Einschätzungen der Branchenverbände könnte LTE allein in Deutschland bis zu 700.000 Nutzern von Funkmikrofonen in die Quere kommen.

Kostenlose Online-Beratung

Eine erste Möglichkeit zum Schnell-Check bietet das Onlineportal www.sennheiser.de/ddready. Dort können Profis und Amateure mithilfe des sogenannten HF-Beraters selbstständig prüfen, ob das eigene Funkmikrofon von der Neuordnung der Frequenzen betroffen ist.

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