Datenroaming

Mobiles Internet im Ausland: Was sich ab Juli ändert

Wer im Ausland mit dem Handy oder Surfstick mobil im Internet surft, braucht keine Schockrechnungen mehr zu fürchten. Die EU schiebt mit einem Kostenlimit ab Juli teuren Auslandstarifen einen Riegel vor. Die Kostenbremse zieht allerdings nicht überall.

29.06.2010, 16:09 Uhr
Klapphandy© Oliver Hoffmann / fotolia.com

Berlin (ddp/red) - Urlauber müssen beim mobilen Internet-Surfen im europäischen Ausland künftig keine hohen Schockrechungen mehr fürchten. Ab dem 1. Juli können Touristen und Geschäftsleute mit ihrem Handy oder ihrem Surfstick am Notebook in anderen EU-Ländern im Web surfen, Filme abrufen oder Fotos verschicken, ohne überteuerte Roaming-Gebühren fürchten zu müssen, wie die Europäische Kommission am Montag mitteilte. Dann gelte für das sogenannte Daten-Roaming EU-weit für alle automatisch eine gesetzliche Kostenobergrenze von 50 Euro plus Mehrwertsteuer, in Deutschland also 59,50 Euro.

Horrorrechnungen über tausende Euro

Die EU reagiert damit nach eigenen Angaben auch auf Fälle unerwartet hoher Rechnungen in der Vergangenheit. So habe beispielsweise 2009 ein deutscher Kunde, der in Frankreich eine TV-Sendung heruntergeladen hatte, eine astronomische Rechnung über 46.000 Euro erhalten. Vor wenigen Tagen erst wurde bekannt, dass der Medienprofi Kai Diekmann ebenfalls in die Roaming-Falle getappt ist. Beim Bloggen im Marokko-Urlaub hat er eine Rechnung über 42.000 Euro angehäuft.

Nicht blind lossurfen im Ausland

Die Telefonanbieter seien künftig verpflichtet, dem Nutzer eine Warnung zu schicken, sobald er 80 Prozent seiner Kostenobergrenze für das Datenroaming erreicht habe. Wenn die Obergrenze erreicht sei, müsse der Betreiber die Mobilfunk-Internetverbindung unterbrechen, sofern der Kunde nicht ausdrücklich erklärt, dass er die Nutzung fortsetzen möchte. In dem Fall besteht dann wieder die Gefahr, doch in die Kostenfalle zu tappen. Auch greift der Kostendeckel nur beim mobilen Surfen in EU-Ländern – nicht also etwa in der Schweiz, Kroatien, der Türkei, den USA oder eben Marokko.

Was man beim Telefonieren beachten sollte

Auch das grenzüberschreitende Telefonieren in der EU wird den Angaben zufolge nochmals günstiger. Der Höchstpreis für einen ausgehenden Roaminganruf sinkt von 43 Cent auf 39 Cent pro Minute. Zuzüglich Mehrwertsteuer sind das in Deutschland also 46 Cent. Für einen eingehenden Anruf dürften nur noch 15 Cent pro Minute anstatt 19 Cent verlangt werden. Das macht 18 Cent inklusive Mehrwertsteuer. Eine SMS kostet maximal 11 Cent, zuzüglich Mehrwertsteuer also 13 Cent.

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