Kooperation

Mobilfunkanbieter wollen gemeinsame Sache machen (Upd.)

Normalerweise sind sie Konkurrenten, doch die drei großen Mobilfunkanbieter o2, Telekom und Vodafone haben sich entschlossen, gemeinsame Sache zu machen. Zumindest hinsichtlich des Vorhabens, das Handy als Bezahl-System zu etablieren.

16.08.2011, 12:18 Uhr
Klapphandy© Oliver Hoffmann / fotolia.com

Düsseldorf (dapd/red) - Die drei Mobilfunker Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica O2 wollen gemeinsam das Handy zur mobilen Geldbörse machen. Die drei Konzerne kündigten am Dienstag die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens mit dem Ziel an, Kredit- oder EC-Karten Konkurrenz zu machen. Dabei soll der Bezahlservice mpass, den es bereits gibt, von den Mobilfunkanbietern ausgebaut werden. Das Unternehmen will man noch in diesem Jahr an den Start bringen. Es soll Vertrieb und Vermarktung steuern aber auch die Entwicklung neuer Produkte vorantreiben.

Überall mit dem Handy bezahlen

Kunden sollen damit in Zukunft auch im Handel vor Ort bezahlen können. Die Aanbieter setzten dabei nicht nur auf neue Smartphones mit integrierter NFC-Technik für Bezahlvorgänge. Auch die Millionen Handys ohne diese Funktion sollen mithilfe von Stickern, die im Akkufach des Geräts aufgeklebt werden können, zum mobilen Portemonnaie aufgerüstet werden.

Kunden können Kreditkarten zu Hause lassen

Telefonica-Manager Michiel van Eldik sagte bei der Präsentation der Pläne, das Bezahlen per Handy werde künftig eine wachsende Rolle im Alltag spielen. "Ich gehe davon aus, dass Kunden bereits im nächsten Jahr ihre Kreditkarte zu Hause lassen und stattdessen auf die Bezahlung mit dem Handy umstellen", fügte er hinzu. Mit ihrer Offensive wollen sich die Konzerne einen möglichst großen Anteil am vielversprechenden Markt für kontaktlose Bezahlung sichern. Die Gründung "mpass", an dem alle drei Mobilfunkkonzerne gleichberechtigt beteiligt sind, soll dabei für mehr Tempo sorgen. Denn bisher hinken die Telekommunikationskonzerne eher hinterher.

Mobilfunkanbieter hinken der Entwicklung hinterher

Der Kreditkarten-Anbieter Mastercard etwa präsentierte bereits vor einigen Monaten in Zusammenarbeit mit Google ein mobiles Bezahlsystem allerdings zunächst nur auf dem US-Markt. Doch auch in Deutschland ist der Konzern mit seinem kontaktlosen Bezahlsystem "Paypass" einen wichtigen Schritt voraus: Man hat bereits Einzelhändler gefunden, die künftig seine Technologie einführen wollen, darunter die Douglas-Gruppe mit ihren Parfümerien, Buch- und Schmuckgeschäften sowie die Tankstellenketten von BP und Aral. Und auch die deutschen Sparkassen setzen auf die kontaktlose Kartenzahlung als Alternative zum Bargeld. Ab Mitte 2012 sollen dann alle rund 45 Millionen Sparkassen Cards schrittweise mit der Kontaktlos-Technologie ausgestattet werden.

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